auch keine jahresbilanz oder so. aber eine geschichte.
2. weihnachtsfeiertag. ca. 15 jahre ist es her. ich fahre durch die norddeutsche tiefebene, der navi bugsiert mich durch verwirrende neubausiedlungen. ihre straße hat viele parkplätze. ich gehe zu einem wohnhaus und klingle. ich bin so entsetzlich alt geworden. ob man bei ihr auch lebensspuren sieht? mein herz klopft ein bisschen in erwartung von etwas neuem und etwas vertrautem. ist das vertraute wirklich noch da?
in der 6. klasse haben wir uns gefunden. gespielt. gelernt. sport gemacht. geschichten ausgedacht. erwachsener geworden. fette schminke im gesicht aufgetragen. eine zigarette mit mama geraucht. keine von uns konnte es und wir mussten lachen. telefoniert. getroffen. tanzschule. skifahren. so viel geteilt. und doch, als ich später darüber nachsinnierte, wunderte ich mich, über was wir alles nicht gesprochen haben. was ich für mich behielt.
erinnerungen, erinnerungen. sie öffnet die tür. die gleiche schlanke figur. die gleichen blonden haare. ein bisschen fremder zug im gesicht und ein fremder ton in der stimme. wir setzen uns in die küche und erzählen ihrer tochter ein bisschen von uns. und wollen doch eigentlich wissen, was die 15 jahre war. was aus den gemeinsamkeiten geworden ist. den erinnerungen.
wir drifteten auseinander, als die pubertät fortschritt und jungs einzug in ihr leben hielten. es war so zuviel. wir teilten immer weniger. und doch - eine bestimmte vertrautheit blieb. die war nicht wegzukriegen. wir trafen uns immer weniger. das äußere ging immer weiter auseinander. ich wurde "punkig" und studentin, sie mutter mit einfamilienhaus. wir besuchten uns trotzdem. wir mochten uns weiterhin. aber irgendwann waren die leben voneinander zu weit entfernt. dann hörten wir einfach auf.
wir wechseln ins wohnzimmer. und reden. und reden. und reden. fremder zug und fremder ton weichen etwas auf. die kinder. die beziehungen. die arbeit. die freundinnen. die zukunft. die familie. das leben. keine verlegenheitspausen. viele vertrautheiten blinzeln wieder auf.
manche weihnachten dachte ich an sie. unsere eltern wohnen im gleichen ort. mal treffen. neugierig sein. wie ihr leben ist. und dann ist weihnachten vorbei und ich unterwegs und sie aus meinem kopf wieder draußen. aber dieses jahr blieb sie länger drin. so lange, bis ich sie über facebook gefunden habe. und kontaktierte.
nach gefühlten 5 stunden werde ich etwas müde und will aufbrechen. wir gehen in die küche und ich gucke auf die uhr. 7,5 stunden! wie kann das sein? ich verschätz mich doch sonst nicht so in der zeit.
und auch ohne raketen und bilanzen: ein gutes 2012! mit vielen geschichten und erlebnissen.






















































