31.12.11

statt raketen

auch keine jahresbilanz oder so. aber eine geschichte.

2. weihnachtsfeiertag. ca. 15 jahre ist es her. ich fahre durch die norddeutsche tiefebene, der navi bugsiert mich durch verwirrende neubausiedlungen. ihre straße hat viele parkplätze. ich gehe zu einem wohnhaus und klingle. ich bin so entsetzlich alt geworden. ob man bei ihr auch lebensspuren sieht? mein herz klopft ein bisschen in erwartung von etwas neuem und etwas vertrautem. ist das vertraute wirklich noch da?

in der 6. klasse haben wir uns gefunden. gespielt. gelernt. sport gemacht. geschichten ausgedacht. erwachsener geworden. fette schminke im gesicht aufgetragen. eine zigarette mit mama geraucht. keine von uns konnte es und wir mussten lachen. telefoniert. getroffen. tanzschule. skifahren. so viel geteilt. und doch, als ich später darüber nachsinnierte, wunderte ich mich, über was wir alles nicht gesprochen haben. was ich für mich behielt.

erinnerungen, erinnerungen. sie öffnet die tür. die gleiche schlanke figur. die gleichen blonden haare. ein bisschen fremder zug im gesicht und ein fremder ton in der stimme. wir setzen uns in die küche und erzählen ihrer tochter ein bisschen von uns. und wollen doch eigentlich wissen, was die 15 jahre war. was aus den gemeinsamkeiten geworden ist. den erinnerungen.

wir drifteten auseinander, als die pubertät fortschritt und jungs einzug in ihr leben hielten. es war so zuviel. wir teilten immer weniger. und doch - eine bestimmte vertrautheit blieb. die war nicht wegzukriegen. wir trafen uns immer weniger. das äußere ging immer weiter auseinander. ich wurde "punkig" und studentin, sie mutter mit einfamilienhaus. wir besuchten uns trotzdem. wir mochten uns weiterhin. aber irgendwann waren die leben voneinander zu weit entfernt. dann hörten wir einfach auf.

wir wechseln ins wohnzimmer. und reden. und reden. und reden. fremder zug und fremder ton weichen etwas auf. die kinder. die beziehungen. die arbeit. die freundinnen. die zukunft. die familie. das leben. keine verlegenheitspausen. viele vertrautheiten blinzeln wieder auf.

manche weihnachten dachte ich an sie. unsere eltern wohnen im gleichen ort. mal treffen. neugierig sein. wie ihr leben ist. und dann ist weihnachten vorbei und ich unterwegs und sie aus meinem kopf wieder draußen. aber dieses jahr blieb sie länger drin. so lange, bis ich sie über facebook gefunden habe. und kontaktierte.

nach gefühlten 5 stunden werde ich etwas müde und will aufbrechen. wir gehen in die küche und ich gucke auf die uhr. 7,5 stunden! wie kann das sein? ich verschätz mich doch sonst nicht so in der zeit.


und auch ohne raketen und bilanzen: ein gutes 2012! mit vielen geschichten und erlebnissen.

30.12.11

weihnachten mit familie z. (6)

der erste - spielen und abendessen

meine kleine cousinentochter wächst dreisprachig auf. deutsch (mama), albanisch (papa) und englisch (da lebt sie). faszinierend. deutsch und englisch akzentfrei. albanisch versteh ich nicht. kaufmannsladen wird eher auf englisch gespielt, weil sie ja auch im englischen supermarkt einkaufen geht. und sie kam mir den ganzen abend nie durcheinander vor. spannend, spannend.

es gab viel (räucher)fisch. da hab ich mich so gefreut. etwas, was ich in indien wirklich vermisse!

früher haben mir cousin und cousine nicht viel gesagt. sie sind auch jünger als ich. was als kind manchmal einen riesenunterschied macht. jetzt unterhalte ich mich sehr gerne mit ihnen.









früher fand ich den großen familienweihnachten eher doof. diesmal habe ich mich wohlgefühlt. schön.

29.12.11

weihnachten mit familie z. (5)

der erste - ankunft und kaffee

am 1. treffen sich immer die geschwister meines vaters mit den anhängen. es wurde geplaudert. wie es den ganz kleinen geht. wie es denen im ausland geht (nicht nur ich bin überwiegend außerhalb deutschlands). wie es damals war. den ganz frischen neuzuwachs bewundern. ein strahlebaby. unendlich freundlich. dass alle noch sehr gut beisammen wirken. wer gestorben ist. wie die kinder so sind. was die berufe machen. was das rentnerleben macht. und ich habe etwas neues gelernt: dass ich als baby in eine lure eingewickelt war. google kennt das wort auch kaum.









28.12.11

weihnachten mit familie z. (4)

das heilige abendmahl

hui, diesmal mit feiner vorspeise, das wird ja immer edler bei uns! aber kartoffelsalat und würstchen bleiben. prost weihnachten! eis zum nachtisch, mmmh, lecker! und was spielen wir diesmal? weiß nicht. hat keiner darüber nachgedacht? nein. stadt-land-fluss mit lustigen begriffen? was haben wir überhaupt für spiele? carcassonne spiel ich nicht wieder! wir müssen papa wieder gewinnen lassen, sonst ist er unglücklich. wie - ich gewinn doch gar nicht immer! und wenn, dann von ganz alleine! habt ihr mich echt immer gewinnen lassen? *kicher, kicher*. karten? skat sind nur 3 und doppelkopf 4. den unterschied zwischen rommé und canasta hab ich nie wirklich begriffen. kniffel! das hab ich schon ewig nicht mehr gespielt! wie geht denn das? würfelbecher? ok, alles beisammen. oh nein, ein kniffel, der nicht von papa ist, jetzt klappt das nicht mehr mit dem gewinnenlassen. blöder bruder.
















und dann gingen noch 4 spazieren und dann alle in das bett und der heilige abend war vorbei.

27.12.11

weihnachten mit familie z. (3)

die heilige bescherung

*sing* "ihr kinderlein kommet...". nun guckt euch doch erstmal den baum an! das hat oma früher jedesmal gesagt. mist, der blitz geht nicht. nochmal! nochmal reinkommen? ok. schon wieder nicht! hier mama, nimm mal meine kamera. soooo viele geschenke! das alter fängt an und dann reihum. was ist das - eine alte kamera? bestimmt für nana. und diese hausschuhe? größe 37? mama! schöne sachen alles! man braucht ja kaum noch was, aber sind alles feine dinge. und jetzt? jetzt kartoffelsalat fertigrühren!







26.12.11

weihnachten mit familie z. (2)

der heilige nachmittag

hat papa gar nicht sein mittagsschläfchen gemacht? nein! ich musste staubsaugen! ich glaube, es ist das erste mal, dass ich im auto mit auf die bahnfahrer warte, sonst war es immer andersrum. komisch, wir sind hier jetzt schon 10 minuten und nana hat noch gar kein klick gemacht. jetzt aber aufstellen zum obligatorischen familienfoto! ich hab so viel suppe gekocht, wollt ihr auch noch? au ja! und jetzt aber schnell kaffee, sonst können wir später nicht einschlafen. wer muss noch alles in die dusche? wie sieht das aus? och nee, jeans ist doof, hast du nicht ne ordentliche bluse? jetzt siehst du aus wie ne sekretärin. willst du gar keinen quatsch vor der kamera machen wie sonst? doch. und jetzt geschenke runtertragen.









25.12.11

weihnachten mit familie z. (1)

der heilige vormittag

oh, der baum ist aber klein. ja, aber so einen schön gewachsenen hatten wir noch nie. stimmt. wer hat das einwickelpapier? nicht reinkommen!!! mama, die suppe passt nicht in den topf, hast du nicht noch einen größeren? oh, das ist ja nett ein christkind! es hat einen selbstgebastelten stern gebracht. ihr habt ja schöne sachen für den baum! und einige sind schon gaaaanz alt, die sind noch aus meiner kinderzeit. musst du nicht wieder zu deiner eigenen familie? ja, ich geh dann mal. nana, musst nicht knipsen mit dem käppi auf, sieht ja aus, als sei das ganz kalt bei uns. ach quatsch, das christkind ist doch im t-shirt. wann müssen wir los zum bahnhof? ich schaff das nicht mit dem rechtzeitigen kochen. hilfe, es passt noch so viel in den baum und es ist immer noch kein lametta dran und die zeit rast.