der lehrer hat einen dicken stock in der hand. wer bei der morgenversammlung mist macht, bekommt sofort einen hieb. es gibt verschiedene arten. die kopfnuss auf den hinterkopf, etwas auf den rücken oder auf die ausgestreckte hand. das letzte scheint am schlimmsten zu sein, manchen kindern treten die tränen in die augen und sie reiben sich die hand noch lange danach. für nicht spontane vergehen gibt es strafen vor versammeltem team. man muss von hinten die arme innen an den knien vorbeischieben und die hände an die ohren halten. in der position ist längere zeit zu verharren. danach kann es trotzdem noch stockschläge geben. das geht jeden morgen so. davon erzählen alle inderInnen. seltenst war es willkür der lehrer, sondern man wusste, weswegen es die strafen gab. manches wäre vermeidbar gewesen. aber einiges unsinnig. der 49jährige pradhuman erzählt: jack and jill went up on a hill. er wusste nicht, was jack und jill und up und hill war. aber er wusste, wenn er es nicht wiederholen würde, würde es schläge geben. also lernte er es auswendig. ohne es zu verstehen. und so ist es vielfach immer noch.
das ist schwierig, anzusehen. und man kommt sich leicht schlauer vor mit den westlichen pädagogischen ideen. und trotzdem zaudere ich. ich habe eine vage idee davon, dass man "lebenstüchtigkeit" in der schule lernen sollte/könnte. und ich bin mir nicht sicher, ob z.b. deutsche diesem ziel wirklich näherkommen. mit "lebenstüchtigkeit" meine ich eine art flexibilität, sich auf verschiedenste lebensumstände usw. einzustellen bzw. mit ihnen umzugehen. da könnte man sicherlich endlos diskutieren und ich bin sicherlich auch noch lange nicht bei einer art festem konzept angekommen. ich merke, dass ich mich manchmal besserwisserisch betätige. ohne mir wirklich sicher zu sein. jedenfalls wenn ich mir so die gesellschaften anschaue. die indische und die deutsche.


ich glaube, das Schreckliche bei Erziehungssystemen ist, ob man es so oder so anpackt, das hat wohl immer individuelle Auswirkungen auf die einzelne Person, aber gesellschaftliche Veränderungen zu einer besseren Welt scheint mir unendlich langwierig und schwierig, vielleicht sogar unmöglich zu sein - Uschi
AntwortenLöschen@ uschi, und trotzdem hat es gesellschaftliche auswirkungen (nur nicht so in die richtung, die ich mir wünschen täte, aber das ist wohl auch etwas komplex und kompliziert) und wenn man da tätig ist, ist es ja auch gut, zu irgendwelchen meinungen zu kommen, um nicht handlungsunfähig zu werden. und natürlich ist es auch gut, das eigene handeln und die systeme immer wieder in frage zu stellen.
AntwortenLöschendie kopfnuss auf den hinterkopf, etwas auf den rücken oder auf die ausgestreckte hand....
AntwortenLöschen... oh, das hätte ich nicht gedacht, ist das an deiner Schule in Zanskar auch so?
lg
Helen
@ helen, nein, in der schule in zanskar eher nicht, aber es gibt diskussionen dazu. in der lamdon school in leh habe ich in der 9. im matheunterricht mal diese rückenschläge mitbekommen, die ich falsch fand, die schülerInnen nicht, da sie ja unaufmerksam gewesen waren.
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