29.08.12

socken

meine socken vom letzten treck sind inzwischen getrocknet. ich kann mich dann also wieder auf den weg machen! mit 1 tag verzögerung (manchmal ist es nicht so leicht, willige pferde aufzutreiben) geht es nun morgen los auf einen fast-explorer-trek. irgendwer soll schon mal von tingmosgang in das nubra-valley gewandert sein. ich werde dann mal schauen, wieviele gebetsfahnen schon am pass hängen. und wie die strecke so ist. diesmal mit dorjey und o. und noch mehr leuten. ich bin gespannt. und dann gucke ich, wie es in turtuk aussieht, dem letzten ort im nubra-tal, wo man seit 2010 hinkann. und in ca. 1 woche bin ich wieder zurück. denke ich mir so.

28.08.12

der zauberer

letztens war in leh ein zauberer. der hat sich auf den boden gesetzt mit seinen utensilien und ordentlich rumgezaubert. und dabei viel erzählt. z.b. dass wenn man nicht 20 rs. gibt, dem jungen blut aus dem mund läuft. das hat man mir aber erst hinterher erzählt. in meiner unwissenheit habe ich nur 10 rs. gegeben. der arme junge.







mit den körben hat er z.b. mit tauben rumgezaubert. den trick kapier ich einfach nicht. wie können da auf einmal 3 drunter sein, wo vorher nur 1 drunter war? wo waren die anderen? am deckel festgeklebt?

27.08.12

markha-trek / nimaling-shang sumdo

hier noch ein blick auf die kleinen homestayzelte und in das tea-tent, wo es abendessen und frühstück und ein lunchpaket zum mitnehmen gab.



und dann geht es los zum anstieg auf den kongmaru-la, den 5.150 m hohen pass.

zuerst an der bewirtschafteten doksa vorbei, wo es gerade einige jungtierchen zu begucken gibt.





und dann geht es höher und höher. mit vielen anderen wandernden, die ich fast alle vorbeilasse. ich mag da überhaupt nicht mit jemanden hinter mir oder im pulk gehen. die raiffeisengruppe vom ersten tag treffen wir wieder. das französische paar. sie hatten eine karte, wo ein querpass nach nimaling eingezeichnet gewesen war - mit das heftigste, was sie in ihrem bergleben gemacht hatten. einen glücklichen schweizer, der am vortag auf dem berg im hintergrund war (kang yaze).








und dann waren eva und ich oben. die österreicher knipsten uns und trällerten ein heimatlied. ich hatte mobilfunkempfang und rief tundup an, ein auto zu schicken, da wir einen tag im verzug waren. und wir guckten und freuten uns.




und dann ging es wieder nach unten. viele viele höhenmeter.

und dann passierte was unvorhergesehenes: ein unwetter. gewitter direkt über uns. wolkenbruch, der die schuhe superschnell von oben hat vollaufen lassen. kullernde felsen an den abhängen. ein aufschäumender fluss, den wir mehrmals zu queren hatten. eigentlich leicht mit springsteinen, aber jetzt sind wir einfach mit den schuhen mittendurch geeilt. nasser konnten die auch nicht werden. nirgendwo was zum unterstellen. regenjacke durchnässt. eilig hasteten wir einen hang hinauf vom fluss weg. dort waren zwar felder, aber kein richtiger pfad. durchs gebüsch geschlagen. das gewitter zog weg. eva stolperte in einem fluss - zum glück nur schrammen. der regen hörte auf. wir waren pütschenass bis auf die unterwäsche. und noch weitere ca. 2 std. zu gehen. die luft trocknete nur ein bisschen meine leichte trekkinghose. die füße schwammen in den schuhen. meine kamera hat gehalten. mein handy nicht, das ist kaputt.
wir eilten weiter. und sind soooo glücklich zu wissen, dass da ein auto auf uns wartete. ein trockenes. schnell schnell nach leh sausen. im ti-sei guckten sie mich verwirrt an: wieso bist du nass? wolkenbruch, klapperte ich mit den zähnen. eimer heißes wasser bitte. und trockene sachen. schnell schnell. und dann bin ich auch wieder trocken. und wohlig. und der nasse berg kommt mir weit weg und fast unwirklich vor. in leh war nichts. kein einziger tropfen.

26.08.12

markha-trek / doksa-nimaling

am nächsten morgen sah es besser aus. es war trocken und der fluss abgeschwollen und wir wanderten wieder nach hankar.



dort trafen wir die frau, die uns hinterhergewunken hatte. sie war ganz von den socken und tätschelte unsere wangen und ruderte mit den armen und machte uns tee und gab uns brot und käse-erbsensuppe. dann ruderte sie wieder mit den armen und erklärte uns eindeutig: links! links! links! wir hätten uns immer links zu halten!

das taten wir auch und landeten beim richtigen aufstieg. allerdings war der einstieg wirklich nicht einfach, da er eher ein wasserweg war. aber wir stiegen wieder bergauf.

ruhten uns aus (sooo viel hatten wir in der nacht nicht geschlafen)

stiegen weiter und weiter




ich war begeistert. ich erinnerte mich noch an nimaling als den schönsten platz, den ich damals, 1995, gesehen hatte. auch jetzt begeisterte mich dieses hochtal wieder.






und dann kamen noch die tiere und das licht und die zahllosen fotos davon gibt es in einem extra-post. nimaling ist diese hochweide, wo es eine doksa gibt, wo sich die leute um die tiere kümmern und nebenan einen camping für die trekkingleute und kleine fest installierte zeltchen für die homestaytrekkingleute.

25.08.12

markha-trek / hankar-doksa

am morgen verabschiedeten wir uns von unserer lieben wirtin in hankar. dort hatte auch noch ein französisches paar geschlafen, die etwas vor uns aufgebrochen sind. als der franzose fragte, ob er tomatenketchup auf sein chapati tun sollte, hat die frau sich unglaublich weggelacht. immer wieder fing sie an zu kichern. und dann mussten wir mitlachen. manchmal ist es hier sehr fröhlich.




wir spazierten an der alten wehranlage vorbei in den anderen teil von hankar.


und da hinten, wo die grünen felder aufhören, da nahm das verhängnis seinen lauf. ich lernte 4 lektionen: 1. nicht ohne karte gehen, 2. nicht ohne menschen nach dem weg fragen gehen, 3. nicht leuten hinterherlaufen und denken, sie kennen den weg, 4. nicht denken, dass winkende und rufende leute jemanden anderen als einen selbst meinen.
eva lernte 1 lektion: nicht blind nana vertrauen.

wir verliefen uns also. weil wir dem französischen paar hinterherliefen und eine brücke überquerten, statt vor ihr abzubiegen. allerdings sah der weg auch plausibel aus. er war zudem sehr hübsch.


wir durchquerten 5 x den fluss (ich war sehr froh um meine letztjährig erworbenen billigen trekkingsandalen - damit ist so eine flussdurchquerung ja ein klacks!), wunderten uns ein bisschen, niemanden zu begegnen und dann wunderten wir uns ganz heftig, da tauchten nämlich kang yaze und dzo jongo, zwei sehr prominente gipfel, auf der falschen seite auf.


wir fragten uns, ob meine erinnerung und meine orientierung so schlecht seien (wir konnten es ja leider auf keiner karte nachprüfen), ob es sein könne, dass heute kaum jemand unterwegs sei, und zählten die punkte auf, die für ein weiter- oder rückgehen sprechen würden. während wir noch überlegten, setzte ein heftiger hagel- und regenschauer ein. wir sprangen in eine nahe doksa, eine momentan nicht besetzte temporäre hirtenanlage. es goss wie verrückt.

danach beschlossen wir, doch wieder nach unten zu gehen. nur: es ging nicht mehr. der fluss war so angeschwollen, dass er selbst mit den tollen trekkingsandalen nicht durchquerbar war. da saßen wir nun. vor uns das ungewisse nichts, hinter uns das unerreichbare sichere tal. wir dachten dann, da es noch nicht zu spät sei, dass wir die gegend geradeaus ja mal weiter erkunden könnten. wir sahen eine herde blauschafe und es war alles sehr hübsch. gerne wären wir weitergegangen. aber es war doch eindeutig falsch.




wir kehrten wieder um in unsere doksa, um dort die nacht zu verbringen. das dach war zwar nicht ganz dicht, aber wir hofften auf wenig niederschlag. es tröpfelte auch nur einmal kurz. jetzt kann ich eine neue erfahrung zu meinen vielen hinzufügen: auf eselsscheiße schlafen. härter als gedacht. und leider auch gashaltiger als gedacht. ich bin davon aufgewacht und meine nase schnupperte nach frischer luft.


wir hatten noch müsliriegel (dank nils!) und aprikosenkerne und so zeugs bei und somit keinen knurrenden magen. den umständen entsprechend war es gar nicht so übel.