13.09.12

das internet nervt heute!

und wie!

und morgen fahre ich richtung zanskar. dabei bin ich mit dem trek noch nicht durch. und hätte noch andere geschichten zu erzählen. und das eine oder andere zusätzliche foto hochzuladen. und und und....

na, vielleicht morgen früh nochmal oder so.

12.09.12

Trek Tia-Parchatang/Tag 4

am morgen konnte ich sehen, wo ich übernachtet hatte.


wir verließen den ort und kletterten über den dicke-steine-wall, der sich quer über das tal ergossen hatte.

es ging weiter langsam bergab ab über dicke steine, grünes gras, aufgestautes wasser - immer mit hübschen blicken.



uns begegneten yaks

und ein mann, der den yakdung einsammelte. er hauste alleine mit einem hund in einer doksa und kümmerte sich um die yaks und eben deren dung, den er trocknete und in säcken verpackte.


ein bisschen weiter weg bauten wir unser camp auf. ich lag schlapp in meinem zelt, raffte mich aber auf und wollte ein foto machen, wie unser klozelt aufgebaut wurde. auf einmal tauchte aber ein neues gesicht vor meiner linse auf. da hab ich doof geguckt. hinter ihm kam noch ein zweiter und nachdem sie ausgiebig alles in meinem zelt betrachtet hatten, zogen sie wieder ab.

und ich konnte den toilettenzeltaufbau knipsen.


falls jemand weiterhin meine verdauung auf dem trek interessiert: der durchfall hörte bis zum schluss nicht auf. die amchi vermutet eine nicht-auskurierung meiner vorigen magen-darmgrippe in verbindung mit kalten füßen vom kalten flusswasserwaschen. und verbot mir in zukunft, meine füße kalt zu waschen.

11.09.12

Trek Tia-Parchatang/Tag 3/2

dann war er endlich da, der pass. 5.420 m hoch. zamjunmo-la heißt er laut karte. dieser ausblick! wahsinn! pässe können mich echt glücklich machen. außer dass man wieder runter muss.









da gab es auf der anderen seite dieses gletscherfeld ohne spalten. hübsch anzusehen. anstrengend, runterzugehen.




noch anstrengender das stück neben dem gletscher im weichen dicken geröll. und da merkte ich, dass meine kräfte so langsam in riesenschritten schwanden. und der tag schwand auch mit riesenschritten. der durchfall meldete sich wieder. o. und die pferde eilten voraus, um einen schlafplatz zu finden. ich stolperte mit guide dorjey hinterher. das licht wurde weniger. und war dann ganz weg. die batterien meiner kleinen ersatzlampe waren aus. die von dorjeys handytaschenlampenfunktion zum glück nicht. ich schleppte und stolperte mich durch dieses geröll. wir konnten mit dem licht zwar steine erkennen, aber keinen pfad mehr. ich nahm immer wieder alle kräfte zusammen und wunderte mich, dass noch welche vorhanden waren. aber nicht mehr viele. irgendwann hörten wir rufe und sahen leuchtkegel. das camp! ich habe mich dort nur auf eine matte geschmissen und 15 min ausgezittert und ausgeheult. so als körperliche reaktion auf dieses ganze zusammenklauben der energien.

es war nicht das schlimmste/anstrengendste was ich je erlebt hatte. es gab vor 12 jahren eine viel schlimmere situation auf einem parallelen pass später im jahr, wo ich schon fürchtete, dass wir alle sterben würden.

wenn ich manchmal so anstrengende sachen zu gehen habe, dann denke ich oft an flüchtlinge. und dass die unter viel härteren bedingungen noch viel mehr leisten. und dann weiß ich auch, dass ich ankommen werde. und dass ich es ziemlich gut habe.

10.09.12

Trek Tia-Parchatang/Tag 3/1

der tag war sooo lang, den muss ich in zwei blogeinträge aufteilen. zuerst begrüßte uns der morgen gewohnt hübsch. hier der blick nach hinten:


und hier der nach vorne:

da irgendwo richtung horizont befand sich ein pass, über den wir rüber sollten. 800 höhenmeter höher. zwar hatten wir genaue anweisungen bekommen, aber die karte war etwas verwirrend, der weg nach der ersten flussüberquerung nicht gleich sichtbar, dafür viele andere von irgendwelchen anderen hirten und tieren und so gingen wir nicht ganz optimal.

das zehrte an der kraft. außerdem hatte ich durchfall. schon ein bisschen länger mit appetitlosigkeit. irgendwann passierten uns die pferdchen, wir fanden den korrekten pfad und die tollen seen auf 5.000 m, wo wir rasteten.






es ging dann aber immer noch höher und höher und die gletscher waren nah dran und 100 höhenmeter vor dem pass, da ging es nochmal richtig steil auf losem gestein in die höhe.


ein bisschen wunderte ich mich, wie ich das so bewältigte. der durchfall war schon ein bisschen. nicht richtig fies, aber ein bisschen. höhenprobleme schienen es mir allerdings nicht zu sein, kein kopfweh, kein schlaflos und kein besonderes geschnaufe. und zwischendurch hat mich diese landschaft immer wieder völlig begeistert. sowas tolles! eigentlich wäre ich am liebsten geblieben und hätte geguckt und so. aber die zeit verrann uns zwischen den füßen.

09.09.12

Trek Tia-Parchatang/Tag 2

der morgen begrüßte uns sehr hübsch. ich konnte nochmal die verlassenen felder knipsen gehen. und auch eines der zahllosen edelweiße.





und dann war wieder wandern angesagt. immer bergauf durch das geröll. zuerst noch vor den anderen, danach denen immer hinterher.






und dann haben wir auch schon wieder schluss gemacht, da o. sich weigerte über 4.600 m zu schlafen. das eine pferd war darüber sicherlich nicht unfroh. da sahen wir nämlich das nächste unglück: eine fiese wunde hatte sich bei ihm aufgetan. unsere gepäckmengen waren eigentlich normal, aber vielleicht war die ruhezeit zum vorigen trek zu kurz? jedenfalls lernte ich wieder etwas neues über pferde: sie wiehern nicht und geben auch sonst keinen laut von sich, wenn man ihnen medizin auf die wunde sprüht, sondern zittern dann nur vor sich hin. machen auch keine anstalten wegzulaufen oder so. aber als es dann losgebunden wurde, hat es sich erstmal mit der wunde im staub gewälzt.



08.09.12

Trek Tia-Parchatang/Tag 1

nachdem wir also aus dem auto ausgeladen waren, konsultierten wir die landkarte und guide dorje rante rum und befragte alle verfügbaren leute nach dem weg. klar war: wir sind keineswegs die ersten, die diesen trek laufen.


pferdemann samsthang überlegte schon, wie er das gepäck auf seine pferde verteilen wollte.

es waren einige dorfleute eifrig mit der ernte beschäftigt.

der eine gab eine sehr langatmige und blumige wegerklärung ab. sie stimmte mit den auskünften der anderen überein. konnte also nix schiefgehen.


wir begegneten noch einigen wandernden büscheln

und dann ließen wir tia hinter uns.

es wurde steiniger.

und nach ca. 3 std. erreichten wir tia dok, eine ansammlung kleiner hütten und felder mit steinmauern, die aber seit ca. 5 jahren nicht mehr bewirtschaftet wurden. geld läßt sich offensichtlich anders bequemer machen (morgen mehr bilder davon).

dann kamen auch schon die pferdchen (plus einem pferdemann von einer anderen 1-person-gruppe, die uns entgegenkam) und das unglück bahnte sich an.




man sollte pferdchen immer zu zweit abladen, wie hier vorne vorbildlich demonstriert wird und nicht allein, wie hinten versucht wird. das pferd sprang nämlich auf einmal davon, schmiss alles gepäck von sich, außer....

... einer tasche, die an einem seil noch festhing. es geriet in panik, da es die tasche für einen feindlichen verfolger hielt und galoppierte wie besessen umher und davon.
erst wieder unten in tia hatte sich die tasche so gut wie aufgelöst und ihren inhalt in der gegend verstreut. sie gehörte dem, der das unglück verursacht hatte und er konnte immerhin alles wieder einsammeln, was sich verstreut auf dem weg befand. das pferd konnte vom pferdemann auch wieder eingesammelt werden. es war ziemlich fertig und hatte auch ein bisschen was am bein. so habe ich einiges über pferde gelernt. das arme tier.