31.01.13

nen happen essen

eine kleine anmerkung: ich habe fast keine fotos gemacht. die zu den geschichten sind fast alle aus leipzig aus dem fenster raus, wo ich einen tag lang saß und still am laptop arbeitete.

freiberg. universitäts- und alte bergbaustadt in mittelsachsen. historischer altstadtkern. ohne kostenlose parkplätze. abseits kann das auto umsonst stehen. ich laufe herum durch knirschenden schnee. es ist knackig kalt. schöne alte häuser. leere läden. halbverwaiste straßen. alles überschaubar. hübsch. bevor meine füße einfrieren, husche ich in eine imbisskneipe. eine frau liest bild der frau und isst was. ein mann hängt an seinem bier an der theke. ein hauch von fettgeruch liegt in der luft. der wirt kruschelt rum. eine frau in kochjacke ebenfalls. soll ich am tresen bestellen? nein, er kommt zum tisch. darauf ein väschen plastikblümchen. bratkartoffeln mit spiegelei. das passt. der wirt kommt zur ruhe und der thekenhänger wittert seine chance zum monolog. die alte frau von nebenan hätte fußpflege auf krankenkasse gekriegt. zweimal wöchentlich oder so. das ist ihm mitteilenswert. er wiederholt es dreimal. der wirt brummt. die kochjackenfrau bringt mein essen. besteck im becher auf dem tisch. schmeckt handfest. der wirt wuselt wieder woanders. der thekensitzer verstummt. die bild-der-frau-leserin ist verschwunden.

nen happen essen. das hat ein früherer chef immer gesagt, wenn er mittags raus ist. ich hab nen happen gegessen. und einen happen einblick in freiberg gehabt. einen ganz kleinen happen.

29.01.13

rajasthan im erzgebirge


ich biege von der autobahn ab und werde vom navi durch das erzegbirge geleitet. kleine straßen durch kleine dörfer. viele kurven. hügel, kämme, täler mit flüßchen. es ist leer. kaum ein auto begegnet mir. kaum ist ein mensch auf der straße zu erspähen. kaum sieht man leben hinter den gardinen. der navi führt mich weiter und weiter. die bäume sehen bezaubernd aus mit den verwehten schneekristallen. so eine ruhige landschaft. in den tälern wirkt es dumpf und muffig, auf den anhöhen weit und wunderbar. aber wo sind die menschen? wer soll heute abend zu meinem vortrag kommen?

in einem kleinen dorf biege ich in einen schneeweg ab. dort am ende ist eine gaststätte. vor der gaststätte hängt ein plakat. rajasthan-vortrag von nana ziesche. himmel, was soll das nur werden? ich steige aus dem auto und polter in die kleine gaststube. gemütlich. aber wenn wir dort nur zu viert oder so sitzen? der wirt begrüßt mich. ein ganz netter typ. ich baue auf. er hat extra dal gekocht. damit die leute was indisches essen können. denkt er, dass jemand kommt? jo, schau mer mal. 

eine halbe stunde vor beginn kommt ein ehepaar. extra früh, damit sie noch was feines essen können. hier wird gut gekocht. außergewöhnlich gut. und sie mich ein bisschen was fragen können. räucherstäbchenduft wabert durch die stube. und dann geht die tür immer wieder auf. die tische füllen sich. die leute rücken zusammen. immer wieder leuchten draußen autolichter auf. wo kommen die alle her? der wirt verteilt teller mit dal. schleppt getränke zu den gästen. es ist eng. gemütlich. eine ganz nette stimmung. 3 stühle bleiben frei. ich klingel mit meinem tempelglöckchen zum vortragsanfang. und rajasthan vermischt sich mit erzgebirge.

ich finde die gaststätte sehr sehr nett und empfehlenswert und falls mal jemand in die gegend kommt: unbedingt reinschauen. Hier ist der link: http://www.raststaette-wildbach.de/

27.01.13

interrail 3

die "härteste" geschichte auf unserer interrail-tour war definitiv diese:
wir waren durch frankreich und spanien nach marokko gefahren (marokko durfte ich eigentlich nicht, aber das ist eine andere geschichte) und kurz bevor der interrail-pass zuende sein würde und ich wieder zur schule müsste, wollten wir uns dann auf den rückweg machen. mit der fähre von tanger nach algeciras. marokko verlassen, reisepass, auf fähre rauf, von fähre runter - und dann wollten sie uns in spanien nicht einreisen lassen. und haben uns wieder auf die fähre zurückgeschickt. unter knüppelandrohung. sie verstanden plötzlich weder englisch noch französisch. wir hätten nicht genug geld dabei. w. hatte tatsächlich seine reiseschecks bei jemanden anderen im brustbeutel vergessen. aber ich hatte noch welche. nicht mehr viel, weil wir doch nur noch schnurstracks heim wollten.

als wir uns jetzt wiedertrafen, erzählte w., dass er auch seinen reisepass nicht dabei gehabt hätte. aber weder erinnere ich mich daran noch erscheint es mir logisch, da man uns ja aus marokko hat ausreisen lassen. ich dachte, es sei schikane. weil sie immer welche zurückschicken würden. weil spanien angst vor gammlern hätte (wir sahen auch nicht mehr ganz adrett aus). weil, eigentlich weiß ich es auch nicht. man konnte nicht mit ihnen reden. man konnte sich nicht vorbeimogeln. man bekam knüppelandrohung. man war nicht allein.

da waren noch einige, die irgendwelche seltsamen schiksale hatten. wir waren die jüngsten. wir fuhren mit der fähre wieder zurück. und gingen zum konsulat. der herr regte sich über die spanier auf. die würden immer so schikane machen. wenn wir in deutschland ankämen, sollten wir das den medien berichten. das sei ein unding. aber wie kämen wir wieder nach deutschland? das wusste er auch nicht so genau. und schlug uns vor, es über ceuta zu probieren. da wäre die grenze schon vor der fähre.

wir fuhren nach ceuta. wir wuschen uns und unsere kleidung. wir lernten leute kennen. sie liehen uns geld für den grenzübergang. aber das wollte niemand sehen. wir fuhren mit der fähre auf das spanische festland. und mit dem zug nonstop heim.

diese nacht auf dieser fähre. dieses unvermögen, mit der ausführenden staatsgewalt zu kommunizieren. diese anderen traurigen figuren. das war alles so unwirklich. was wollten sie von uns?

jahrzehnte später hatte ich irgendeinen kontakt mit einer 16jährigen. da fiel mir die geschichte wieder ein. und dass ich damals so alt war, wie dieses mädchen. 16! mit 16 sehen mädchen wie mädchen aus. eher wie kinder als wie erwachsene. die haben uns kinder so behandelt! im nachhinein schwoll mir noch einmal der ärger hoch über die willkürliche staatsgewalt.

der fehlende pass? ich bin mir weiterhin unsicher, ob es den wirklich gab. hätte marokko uns wieder einreisen lassen? hätte das konsulat so schnell einen passersatz besorgt? ich weiß nicht....

26.01.13

interrail 2

es gibt fast keine fotos (und die vorhandenen sind irgendwo vergraben auf dachboden oder im keller), ich finde keine aufzeichnungen, was bleibt, sind fragmente im kopf. schlafgelegenheiten.
in quimper, wo wir einem älteren herrn gefolgt sind, der uns auf seinen fußboden eingeladen hat. so nett von ihm. aber es war hart. unglaublich hart, weil wir nur 1 mm schaumstoff oder so dabeihatten. mehr weiß ich nicht. warum wer wen angesprochen hat. ob wir noch was gegessen haben.
in tanger, wo das bett so eine unglaubliche kuhle hatte, dass ich die ganze nacht beschäftigt war, auf meine seite robben zu wollen. und immer wieder zurückkugelte. lachen musste und schlafen wollte.
im zug, wo mich der riesige brustbeutel so genervt hat, dass ich ihn daneben gehangen habe. und als wir zum frühstück in barcelona saßen, fiel mir wieder dieser brustbeutel ein. der im zug hing. mit allem drin. ein sprint. ein abteil voller nussschalen. den brustbeutel schnappen und rausspringen. der zug fuhr los.
in algeciras auf dem camping haben sie eine postkarte verkauft, auf der es scheußlicher als in wirklichkeit aussah. donde esta el camping. viel mehr spanisch konnte ich nicht.
in barcelona eine matrone. und schmiedeeisener gitter. balkon und treppenhaus glaube ich. aber das sind nur minischnipsel im gedächtnis.
bei der marokkanischen familie auf dem dorf. wie hieß nochmal der typ? der hatte an der sorbonne studiert und uns mitgenommen. ich war so wahnsinnig verunsichert. gästin sein bei so ganz anderen leuten. ich kam mir gleichzeitig wahnsinnig erwachsen und unreif vor.

25.01.13

päckchen



eigentlich wollte ich ja weiter geschichten erzählen. aber ich wurde heute unterbrochen von einem päckchen. bzw. es war ein großes paket, wo die ausstellungsabzüge drin waren, die nicht verkauft wurden (ziemlich viele... wenn noch jemand ein superschönes bild auf superschönem papier in superschönem passepartout erstehen möchte - bitte melden! leider läßt sich die tolle haptik nicht wirklich im internet darstellen, es sind in der tat aber wirklich wunderschöne teile) plus lauter sachen, die die montessori-kinder für die kamerakidz-kinder gemacht haben: briefe, fotos, spielbeschreibungen, brieffreundschaftsanfrage, malbilder..... supertoll! ich war schon wieder ganz bewegt ;-) zu den meisten sachen gibt es auch eine englische übersetzung. eben habe ich noch mit lisa telefoniert: es gibt jetzt eine foto-ag in der schule. vielleicht machen wir eine kleine ausstellung in zanskar. ich muss gestehen: meine pädagogische ader in mir klopft sich ein bisschen auf die schulter. ich finde es total prima, was da gerade so passiert.

24.01.13

10 betten

ich bin von meiner deutschlandtour zurück. 3 wochen in 10 verschiedenen betten. manche der bettenbesitzer kannte ich, manche nicht. wohlgefühlt habe ich mich überall. manche waren im westen, manche im osten. man merkt den unterschied. dazwischen kaffeetrinken und abendessen und treffen mit weiteren leuten. so viele leute auf einmal. ich stöhne. und bin beglückt, soviel zu erfahren. ich mag auf kein gespräch verzichten. ich sitze im auto auf dem rückweg und habe eine mitfahrerin. die fünfte. gespräche mit unbekannten. sie sind so anders als die in indien. die gleiche sprache. und doch trennt auch vieles. die bulgarin, die ingenieurin ist. der jungspund, der in die autobranche will. gerne international. die frau mit vielen heimaten, die webseitenbasteleien anleitet. die jurastudentin, die noch keine klare richtung hat. der gebäudeumbauplaner, der nicht wieder zurück in die enge heimat will. es geht ums arbeiten und wohnen. meine themen. nur meine?
auch mit den bettenbesitzerInnen rede ich darüber. was man macht. wie es weitergeht. pläne. so ein bunter querschnitt. zu wenig zeit zum sackenlassen. zu wenig energie manchmal zum fragen und weiterdenken.
ist doch schwierig, immer gast zu sein. dann musst du dich immer anpassen. werde ich hier willkommengeheißen. früher mal fand ich es schwierig. heute finde ich es schön. beim ersten bett bekam ich den kaffee ans bett gebracht, beim letzten gab es gar keinen kaffee. dazwischen habe ich eine espressokanne kaputt gemacht.
ich pack mal weiter aus. und lass sacken.

23.01.13

test bestanden?

sie kommt in den raum, sieht mich und stutzt. das soll die referentin sein? die sieht ja gar nicht aus wie auf dem plakat! wie, welche frau auf dem plakat? na, die mit der ziege auf dem arm. das ist doch eine zanskari-frau. die kommt heute nicht. die kann auch kein deutsch. nichtmal englisch. außerdem ist heute rajasthan dran.

nach dem vortrag fragt sie: würden sie auch einen indischen mann heiraten? sie hat sich gut gemerkt, dass ich vorgetragen habe, dass man in indien einfach solche fragen stellen kann. ich lache.

in der pause hat sie mich auch schon mit weiteren fragen belegt und was erzählt. was mir nicht immer sinn machte. ich frage den gastgeber, wer sie ist. er lacht. ja, die h., die ist ein unikum. vor der wende war sie buchhalterin in so einem kombinat. eine ganz schlaue. die testet die leute und tut so dumm mit ihrer fragerei. ihr mann schlägt holz und verdient sich einiges dazu und davon fährt er immer irgendwohin in dieser welt. ohne sie. sie fährt nur gedanklich hin. die beiden kommen immer zu solchen vorträgen. er guckte die ganze zeit regungslos wie ein kritischer prof zu. kein schmunzeln bei meinen witzen. so einen guckt man beim vortragen lieber nicht an.

sie verabschiedet sich: morgen komme ich auch! ich freue mich, vielleicht habe ich den test bestanden. aber am nächsten tag warte ich vergeblich. sie erscheint nicht. ist es ihr zu kalt und unbequem oder habe ich den test doch nicht bestanden?

22.01.13

interrail 1

ich war 16 und er 17, fast 18. ich wohnte bei hamburg, er beim ruhrgebiet. wir trafen uns in einem skiurlaub in einer art skidorf, wo lauter kinder und jugendliche waren. das war im märz. ich sagte, ich würde gerne mal interrail machen. er sagte, er auch. wir schrieben uns briefe. das mit dem interrail stand weiterhin im raum. ich war 16 und ziemlich vernünftig. trotzdem brauchte ich elterns erlaubnis. die gaben sie unter der bedingung, dass sie seine briefe lesen dürften. ich glaube, sie haben auch mal mit ihm telefoniert. aber das weiß ich nicht mehr genau. offensichtlich schien er ihnen vertrauenswürdig. und wir reisten dann los. im sommer. die kamera ging nach einem film kaputt.

danach machten wir mit dem briefeschreiben weiter. trafen uns noch 1-2 mal oder so. soweit ich mich erinnere, war ich beim letzten mal 22.

dann vor etwas über einem jahr eine freundschaftsanfrage bei facebook. von ihm. wie lustig! bisschen was über das leben gemailt. und vor 1 woche war ich in seiner stadt. und da haben wir uns getroffen.

so lange her. bisschen nervosität bei mir. wo knüpft man an. zuerst erschien mir nichts mehr bekannt und gewohnt an ihm. dann kamen doch gesten und mimiken und redewendungen, wo ich mich erinnerte. wo er genau guckte wie früher. und dann kam es mir ein bisschen gewohnt vor, wieder mit ihm zu reden. wir erinnerten uns an diese interrailreise. wo so wahnsinnig viel passiert ist. er erinnerte sich an sachen, die ich nicht mehr wusste. und andersrum. ich muss die geschichten mal aufschreiben. weil vieles irgendwas damit zu tun hat, wie es jetzt bei mir ist. wir springen hin und her. vergangenheit, jetzt, interrail, das dazwischen. die zeit verfliegt. es ist ein komisches gefühl, auf einmal wieder neben jemanden zu stehen, mit dem man früher eine wichtige phase geteilt hat. obwohl wir die trotzdem ganz getrennt erlebt haben. zusammen und trotzdem jedeR für sich. das war damals so.

21.01.13

ausblick

diese deutschlandtour ist so eine unglaubliche aneinanderreihung von menschenbegegnungen, ich habe das gefühl, ich komme nicht mehr wirklich hinterher. und so bin ich jetzt froh, 1,5 tage wahrscheinlich nur diesen ausblick genießen zu können und mit kaum jemanden anderen als mit meinem laptop zu kommunizieren. 2 weitere fremde betten sind noch vor mir, dann geht es wieder in den norden. bisschen schade, dass der blog so eintragsarm war/ist. ich hole nach!



18.01.13

und weiter geht's


auch dieses gemütliche heim verlasse ich heute wieder. die deutschlandtour ist ein steter wechsel von leuten und betten und vortragsräumen und zu wenigen bildern. es "passt" so oft nicht. ich weiß nicht, wie ich die kamera mehr integrieren soll. aber ein paar geschichten zum schreiben hätte ich noch. für die brauche ich aber muße.

auf ins erzgebirge!

16.01.13

zanskar in montessori


die ausstellung hängt. noch was? oder heimgehen und aufgeregt den nächsten morgen abwarten.

der wecker klingelt. ich schrecke hoch und mir fällt ein stein vom herzen. im traum war ich schon zu spät und alle waren muffelig mit mir und irgendwie lief sowieso alles schief. aber der wecker klingelt. und ich habe eine neue chance.

in der schule ruft lisa über den lautsprecher. die kinder sollen in zwei großen gruppen à ca. 100 kindern durch die ausstellung gehen, bekommen etwas erzählt und sollen sich schon mal fragen überlegen, die sie dann stellen können.




und genauso geht es. karlheinz begeistert die kleinen, indem er ihnen erzählt, dass die zanskari-kinder kuhscheiße sammeln müssen. ein erwachsener, der kuhscheiße sagt. hihi. kuhscheiße sammeln. iiih, das stinkt doch. wenn sie trocken ist nicht mehr. und woher weiß man das? erfahrung. aber iiih ist das bestimmt trotzdem.
ein kleiner begeistert uns als er fragt, was das durchschnittliche bruttosozialeinkommen einer zanskarischen familie ist.

sie fragen und fragen und fragen. in ihnen arbeitet es. wie anders kinder anderswo leben. ohne wasser aus dem wasserhahn. und dass die vier verschiedene schriften in der schule lernen (englisch, bodhic, urdu und hindi). und was für tolle fotos die aber machen können. es ist ein bisschen anders als im fernseher, wo man nur zuhören und zugucken kann. hier ist zwar kein zanskari-kind körperlich anwesend, aber wir machen sie lebendiger mit den fotos und den erzählungen und ihrem gesang.

2 kleine haben einen großen beutel gummibärchen mitgebracht. für die kamerakidz! ich bedanke mich und lege ihnen einen katag (schal für glück, ehrung, danke etc.) um. sie freuen sich. hinterher kommen 4 kleine: 
können wir auch einen haben?
den kriegt man nur, wenn man vorher was gegeben hat. habt ihr was?
sie verziehen sich. und kommen nach 5 min wieder.
wir haben was für dich. wir wollen dir ein lied singen. *hejo, spann den wagen an....*
ich grinse gerührt. sie bekommen einen katag.
andere kinder kommen angelaufen.
wir wollen dir auch ein lied singen.
wir vereinbaren: sie geben mir was für zanskar mit und ich bringe ihnen von da katags mit.

danach haben wir pause.

abends ist vortrag für die erwachsenen. sie strömen herbei. die lehrkräfte erzählen uns, dass im unterricht noch viel weiter gefragt, geforscht und besprochen wurde. wie man denen briefe schickt. wie man denen etwas von hier zeigt. welche spiele man denen erklären könnte. sie sind ganz emsig und eifrig dabei.




ich halte meinen vortrag. es fließt. die leute hören gerne zu. die stellv. schulleitung und lisa setzen zu einer dankesrede an. ich gucke zu den bildern und erinner mich an den vormittag. und dann kommen sie schon wieder hochgekrochen. die tränen. wie bei der ausstellung in leh. ich bin gerührt. zu gerührt. und schlucke. ich atme tief in den boden. und dann kriege ich auch noch das ende hin.

14.01.13

t.


ich habe sie vorher noch nie gesehen. nicht gesprochen. aber unzählige mails ausgetauscht. seit 2 oder 3 jahren. zuerst mit langen abständen. immer mal wieder einen blick in das leben der anderen werfen. deren leben ähnlich unruhig wie das eigene ist. wo sich jedesmal irgendwas verändert hat. spannend, wo die andere gerade jeweils steht.

ich klingle und eine stimmt sagt "1. stock". huch - die klingt anders, als vorgestellt. ich stehe ihr gegenüber. sie sieht ein bisschen anders aus als vorgestellt. trotz ausgetauschter fotos. wie unvollständig ein mensch nur mit geschriebenen worten und bildern ist. und gleichzeitig auch vertraut, obwohl er einem noch nie in real gegenüber gestanden hat.

die wohnung ist anders eingerichtet als vorgestellt. obwohl sie eigentlich doch zu ihren mailworten passt.

wir erzählen. ich bleibe eine halbe stunde länger als geplant.

12.01.13

vorträge




die erste runde südlich von münchen ist vorbei und ich komme langsam wieder zu mir. ich habe das nicht erwartet. überall waren die häuser recht voll (bild oben in der pause, wo sie sich hauptsächlich woanders tummelten, bild unten waren die leeren plätze reserviert und füllten sich noch), die leute lachten fast immer an den richtigen stellen, ich war animiert, die eine oder andere zusatzgeschichte zu erzählen und das feedback war lobend. so kann das weitergehen ;-)

es bringt ja schon spaß, das, was man sich so zusammengesammelt hat, weiterzugeben. und die bilder und musiken, an denen man so lange gepuzzelt hat, endlich einem publikum zu präsentieren. aber jetzt bin ich auch gerade ein bisschen leer und froh um ein päuschen ;-)

11.01.13

überwältigt

ich habe die woche 3 vorträge gehalten plus eine ausstellung mit kindervorträgen und es war alles phänomenal! ich bin immer noch ganz hin und weg und komme später zum besseren bericht. jetzt muss ich erstmal nacharbeiten. aber trotzdem erst einmal dickes danke an alle beteiligten! das mädchen oben hat den kamerakidz eine kamera geschenkt und ein anderes schulmädchen hat das fotografiert.

09.01.13

k.


kunstsammler und privatgalerist und sehr gastfreundlich

08.01.13

kleben

für die morgige ausstellung von den kamerakidz habe ich gestern die bilder in die passepartouts geklebt und wir haben einen teil an die wände gehängt, wo ich dann abends den vortrag gehalten habe. es war ausgesprochen nett. und die bilder sehen - finde ich - phantastisch aus! aber ging nicht ganz so flott von der hand wie erhofft.

03.01.13

los geht's



morgen starte ich zu meiner deutschlandfahrt mit vielen freundebesuchen und vorträgen und kamerakidz-ausstellung. hier nochmal die vortragstermine:
07.01.13 19:00 Uhr Zanskar - Rauchäcker 11, 82396 Aidenried
09.01.13 19:30 Uhr Zanskar - Aula der Montessori-Schule Peißenberg, Wörther-Kirch-Str. 10, 82380 Peißenberg (www.montessori-schule.com) - zusammen mit Kamerakidz-Ausstellung 

Ausstellung zusätzlich (ohne mich)
Freitag, 11. Januar 2013 17.00 – 20.00 Uhr
Samstag, 12.Januar 2013 14.00 – 17.00 Uhr
Sonntag, 13.Januar 2013 14.00 – 17.00 Uhr

10.01.13 19:30 Uhr Rajasthan - Sveas Allerlei, Kirchzeile 2, 83043 Bad Aibling (www.sveas-allerlei.de)
17.01.13 19:30 Uhr Zanskar - Ev. Kirchengemeinde Groß-Karben, Burg-Gräfenröder-Str. 8, 61184 Karben, veranstaltet vom Deutsch-Ausländischen Freundeskreis Karben (www.daf-karben.de)
18.01.13 19:00 Uhr Rajasthan - Gaststätte Am Wildbach, Schmalzgrubner Str. 18, 09477 Steinbach (www.raststaette-wildbach.de)
19.01.13 20:00 Uhr Zanskar - Neues Konsulat, Buchholzer Str. 57, 09456 Annaberg-Buchholz (www.neueskonsulat.de)
23.01.13 20:00 Uhr Zanskar - ePi-Zentrum, Burgstr. 19, 09599 Freiberg (www.epi-zentrum-fg.de)


ich hoffe, ihr kommt zahlreich, klemmt euch freundInnen untern arm und nehmt sie mit, verführt bekannte zu einem besuch und vielleicht bringt ja auch jemand die eine oder andere gebrauchte kleine digitalkamera als spende für die kamerakidz mit.

ich freue mich!

02.01.13

sarpanch, weiblich



in den indischen dörfern gibt es panchayats (dorfräte) und sarpanchs. die panchayats kümmern sich um dorfbelange und ersetzen oftmals bei streitigkeiten das gericht. es sind 5 personen (panch = 5) und somit kommt bei abstimmungen immer ein regebnis raus.

sarpanch ist das dorfoberhaupt, es wird bei streitigkeiten hinzugezogen, setzt eigene foerdungen durch und verhandelt zwischen regierung und dorfinteressen. ein politisch nicht uninteressantes amt, für welches man gewählt wird.

auch wenn man gerade insbes. bei dem fall der vergewaltigung, der durch die medien geht, denkt, indien tut nichts für die stärkung der frauen, ist das nur die halbe wahrheit. es gibt relativ viele gesetze und erlasse, die für eine verbesserte stellung der frau sorgen sollen - nur werden viele nicht verwirklicht. das dowry-verbot (dowry = mitgift) wäre ein beispiel. bei der wahl des sarpanch, muss auch immer eine frau kandidieren. in der realität sieht das allerdings so aus, dass manche männer, die eigentlich selber gewählt werden wollen, ihre frau vorschicken, denen ihr wahlprogramm diktieren und sie hinterher ebenfalls alles in ihrem sinn entscheiden lassen. vielleicht ein bisschen geschickter, aber im prinzip scheint mir das so zu sein. jedenfalls kam mir der verdacht beim treffen dieses sarpanch, die in einem interview auch kaum selber zu wort kam, sondern wo die fragen immer von irgendwelchen sie umgebenden männern beantwortet wurden. ich spürte da ziemlich viel ärger in mir hochsteigen....

es wurde mir aber auch von anderen frauen-sarpanchs berichtet.

ich möchte übrigens nochmal werbung machen. für eine rajasthan-frauen-reise, die ich leite. da kann frau vielen rajasthanischen frauen begegnen. sehr viel mehr als üblicherweise. diese z.b. auch ;-) und dann können wir fragen, erfahrungen austauschen, diskutieren, spaß haben. infos dazu sind hier bei frauen unterwegs.

01.01.13

silvester 12/13








doko-turnier. gefühlte 15 jahre nicht gespielt. alles weg. bruder frischt mich über weihnachten auf. der kopf schwirrt. 2 tische à 5-6 spielerInnen. in der ersten runde verzweifel nicht nur ich, sondern auch meine jeweiligen mitspielerinnen. die taktik ist mir völlig entfallen. in der 2. runde habe ich so miese karten. in der dritten runde bin ich endlich drin. aber dann ist auch schon vorbei. und ich bin letzte geworden. trostpreis: kleeblätterpflanze mit einem schornsteinfeger. und ich würde ja jetzt furchtbar gerne weiterspielen. mit wem? ob ich in ladakh mal welche finde? u. drückt mir ein paket karten in die hand. schaun mer mal.

kurz vor mitternacht. alle kleben eilig noch wünsche auf ihre raketen. friede auf erden und mehr geduld. und noch viel viel mehr. dann nach oben auf die dachterrasse. der wind weht. es ist feucht. ein paar australische kreischmädchen haben sich auch eingefunden. voll schwierig, die raketen zu entzünden. aber dann zischen sie ab. hui!

dann wieder rein. bisschen nette gespräche. ich kannte nichtmal die hälfte der anwesenden. andere auch nicht. erstaunlich nett und locker war es. das gefiel mir. es war nicht mein schlechtestes silvester. und 2012 nicht das schlechteste jahr.