28.02.15

mehrauli park

auch in delhi habe ich einen heritage walk mitgemacht. der war etwas anders. es gibt eine gruppe von jungen studentInnen u.ä., hauptsächlich geschichts- und archäologie-interessiert, die haben sich vor ca. 6 jahren zusammen getan und bieten spaziergänge zu unbekannteren orten an, die aber sehr interessante sachen bergen, zumeist geschichtlicher natur. da gibt es feste zeitpunkte mit festen touren, aber man kann sich auch jemanden zu einer wunschtour buchen.

ich war da an einem sonntag nachmittag und wir haben uns den mehrauli park unweit des qutab minar angeschaut. sehr schöner park mit vielen ruinen, verlassenen gebäuden, einem riesigen treppenbrunnen usw. - picknickende leute auf rasen, cricketspielende, spazierengehende - auch ohne die tour hat mir der park supergut gefallen. und als kleines nebenhighlight gab es ein frisch geschlüpftes ferkel.

wir hatten 2 führerinnen, eine erzählte, die andere organisierte uns. ca. 20 leute waren dabei, ca. 1/3 westlerInnen. diversen delhileuten gefallen diese touren auch sehr gut und sie nehmen öfters daran teil. man kommt auch zusätzlich noch leicht ins gespräch. hier ist ihre webseite: www.delhiheritagewalks.com















26.02.15

water heritage tour jaipur

es wird inzwischen an diversen orten so einiges an super interessanten spaziergängen angeboten. in jaipur habe ich den water heritage walk mitgemacht. da gibt es oben auf einem hügel das jaigarh fort und da haben die schon vor langen langen zeiten ein ganz ausgeklügeltes system angelegt, möglichst viel von dem monsunregen als nutzwasser zu gewinnen wie möglich. es war eine etwas große feste gruppe, der ich angeschlossen wurde, aber es war nichtsdestotrotz gut gemacht. der leiter verpackte alles in eine geschichte mit weiteren geschichten, stellte didaktische fragen, ließ uns alleine auf lösungen kommen, es war sehr interessant. und als krönenden abschluss sind wir dann in den thanka, wohl eine art zisterne, im fort gegangen, der millionen von litern wasser speichern kann, mit denen man sich bei früheren kriegen gut über wasser halten konnte, wenn man eingekesselt war.








25.02.15

boring germany?

als ich mich gestern in dwarka von tundup für 4 monate verabschiedete, sagte er "I think, you will feel life a little bit boring in Germany". ich hielt natürlich sofort dagegen. da hätte ich doch lauter freundInnen und arbeiten und so. nee, das meinte er nicht, sondern da wären immer so wenig leute aufeinander, die straßen wären so leise, das essen ein bisschen fade. und ich ergänzte: und die farben so unbunt und es riecht nirgendwo so stark. wenn man sich in indien manchmal an diese ganzen sinnesreizungen gewöhnt hat, erscheint es einem tatsächlich erstmal und manchmal ein bisschen - ich würde eher "fad" sagen ;-)






ich bin wieder gut gelandet und sortiere mich jetzt....

24.02.15

umwandlung

heute nacht ist es wieder soweit: indien -> deutschland....
und wie meistens mag ich kurz vorher so gar nicht gehen obwohl ich mich noch vor 3 tagen riesig auf den wechsel gefreut habe.... naja, wird schon ;-)

übrigens etwas, was wir auch unserer rajasthan-kundschaft anbieten: zurecht gemacht werden und dann ins fotostudio und frau denkt, sie begegnet ihrer eigenen schwester. der indischen. bringt spaß!












23.02.15

was mir gestern passierte


manchmal muss man in indien wirklich nur aus der tür gehen und erlebt geschichten.... gestern wollte ich zwar sowieso etwas erleben und ging auf einen heritage walk, aber da passierte noch mehr unerwartetes:

ich kenn tütenschnüffler bisher nur aus kathmandu und hab sowieso eher wenig berührungspunkte damit. wir haben wir uns zu dem heritage walk im mehrauli park getroffen. oberdeutsch war ich die erste mit einer leiterin. wir standen rum und erzählten und im gebüsch hökerte einer rum, dem man den tütenschnüffler ansah. irgendwann kam er zu uns und stellte sich ziemlich dicht neben mich. voll komisch, weil da sonst niemand war. kanika, die inderin, meinte, ich soll mal aufpassen und ich war neugierig, was passiert. er schnüffelte nochmal an seiner tüte und zog dann wieder ab. mein Rucksack stand zwischen meinen füßen, handy und geld hatte ich in den taschen und meine hände auch. es trudelten andere leute ein, kanika ging paar schritte um sie zu grüßen, der typ stellte sich wieder neben mich und schwups, packte er den rucksack und rannte los. ich hinterher. ich war ziemlich sicher, dass er nicht davonkommen würde, obwohl er fast ein bisschen schneller lief als ich. aber ich passte besser auf und er fiel dann im unterholz und ich hatte ihn und meinen rucksack wieder.

hab dann noch auf englisch gesagt, dass er nicht denken soll, wie doof leute sind und dachte, die sache ist gegessen. er hat mir auch ziemlich leid getan. dann kamen zwei offensichtliche moslems an, packten ihn und fingen an, mit stöcken auf ihn eindreschen zu wollen, evtl. polizei. Ich rief dann nein nein stopp, sie sollten damit bloß aufhören. er hing auch schon auf knien an ihren füßen und flehte sie an. sie holten noch ein handy aus seiner tasche, aber das gehörte niemandem von den leuten.

ist mir das erste mal passiert, dass mich jemand so offensichtlich beklauen wollte. die erste gefühlsregung war schon ein sauersein, aber danach hat er mir gleich leid getan. muss ziemlich blöd sein, abhängig zu sein. er hat auch wirklich nicht mehr viel gemerkt, es war ja alles so offensichtlich. fast hätte ich ihm sogar noch ein paar rupien in die hand gedrückt….

ich find das immer wieder spannend zu sehen, wie ich reagiere, wenn ich mit so völlig ungewohntem konfrontiert werde. wo ich mir vielleicht vorher eine reaktion ausmale - und wenn es dann da ist, ist es doch anders.

und während des walks roch aus auf einmal so nach kifferei und da saßen dann ein paar besser aussehende typen, die sich eine tüte teilten und ich konnte dem foto nicht widerstehen....

22.02.15

nicht lächelndes geldinteressiertes baby

bei bhawanis schwester hat es sehr lange gedauert, bsi ein baby kam. aber dann, mit ende 30 oder anfang 40 hat es tatsächlich doch noch geklappt. ein kleines mädchen hat seinen weg in die welt gefunden. sie ist ein ziemlich spezielles mädchen. sie lächelt und lacht so gut wie nie. was haben wir uns bemüht, die mundwinkelchen in dem kleinen gesicht ein bisschen in die höhe zu ziehen! gekitzelt, angelacht, scherzchen gemacht. keine regung. spielzeug vor die nase gesetzt und geklimpert, gedüdelt, geraschelt, gefunkelt. nix. aber als ein rupienschein an das bettende gelegt wurde, kam leben in das baby. eifrig machte sie sich frei und krabbelte auf den schein los, ergriff ihn und guckte - naja, immer noch ohne lächeln, aber vielleicht ein bisschen freudig.







21.02.15

die bösen geister









ich war in chandelao und wollte mich dort der landschaftsfotografiererei widmen. unter anderem. weil ich ja meinte, vom letzten besuch ein paar ideen zu haben, die ich ausprobieren wollte. ich ging wieder zu dem teich, der nur noch sehr wenig wasser hatte. eine kleine horde kleiner kinder folgte mir. sprang um mich herum. nervte mich etwas. ich sah dort ein paar andere touristen und hoffte, dass sie von mir ablassen würden. außerdem war da auch noch ein ziegenhirte mit seiner herde, der die wasserstelle gerade verlassen hatte. ich wollte hinterher. da kamen die kinder wieder angesprungen, riefen "no no no", schubsten mich zurück, riefen "do, do" (zwei) und hielten 2 finger hoch und brabbelten noch mehr in hindi. ich versuchte, sie zu verstehen, kapierte es aber einfach nicht. außer, dass sie mich offensichtlich davon abhalten wollten, in die gleiche richtung zu gehen, wo mich schon beim letzten besuch die ein frau abhalten wollte: http://kroeger-blog.blogspot.in/2014/11/rajasthanisches-landschaftsgeknipse-und.html

der ziegenhirte war inzwischen weit fort, die kinder so energisch und vehement, dass ich mich nicht in der lage sah, weiter in die richtung zu gehen, die ich eigentlich wollte. sie setzten sämtliche druckmittel und emotionen ein. ich ging wieder richtung teich, die kinder waren erleichtert und sprangen fort.

ich überlegte, ob ich noch in einer schleife doch in die richtung gehen sollte. inzwischen war ich ziemlich neugierig. ich hatte allerdings auch keine lust, wieder zurückgedrängt zu werden. und wenn es denen so wichtig war, dann sollte ich es vielleicht auch einfach akzeptieren?

es wurde langsam dunkler und ich ging wieder zurück zum hotel. da traf ich pramod, einen angestellten. der ist zwar nicht aus dem dorf, spricht aber ganz gut englisch. er wusste bescheid: in der richtung ist ein tiefer brunnen. da sind vor einiger zeit nacheinander 2 frauen reingefallen. eine ganz bestimmt selbstmord, die andere vielleicht auch, vielleicht war es aber auch mord. das wüsste er nicht so genau. jedenfalls gäbe es dort ganz bestimmt böse geister. der brunnen würde völlig brach liegen und alle einen großen bogen drum herum machen.