30.03.15

tote und spekulationen


in ladakh beschäftigt auch ein todesfall die gemüter. er ist zwar anders als der flugzeugabsturz, aber ähnlich wenig ahnt man, was da genau hintersteht. 
hier ein bisschen was auf englisch dazu: http://reachladakh.com/monk-found-dead-in-cibs-9-accused-arrested/2753.html
es wurde also ein mönch aus sikkim im central institute for buddhist studies tot aufgefunden und 9 studenten wurden angeklagt. ob sie wirklich getan haben und wenn ja warum und wenn nicht, wer dann und ebenfalls warum, ist nicht klar und die gerüchte rennen durch die sozialen medien. außerdem werden namen veröffentlicht, was zwar in indien üblicher ist, aber zum glück gibt es inzwischen auch leute, die da moralisch gegen sprechen.

update: das schrieb ich vorhin, inzwischen habe ich mit tundup geskypet. seine version: ja, es waren die 9, die die dinge in die eigene hand nehmen wollten, weil sie meinten, der mönch hätte etwas unrechtes getan, sie wollten ein geständnis aus ihm rauspressen und hatten ein handy zum filmen dabei, dann lief es schief und er starb.

die ganze geschichte hat viele aspekte. ich sprach mit tundup über zwei. das eine ist, dass ich diese art selbstjustiz nicht leiden kann. er erinnerte mich aber noch einmal daran, dass es früher gerade auf den dörfern ja gang und gäbe war, seine probleme ohne ein gericht zu lösen. das wäre vielleicht die intention dahinter gewesen. jetzt denke ich darüber nach, welche gegebenheiten da sein müssen, dass diese gerichtsbarkeit tatsächlich eine gute sache ist. weil es prinzipiell keine schlechte sache ist, seine probleme in der gemeinschaft zu lösen.

ich führte dann als 2. aspekt an, dass buddha gesagt hätte, dass man seine geplanten handlungen usw. soweit prüfen solle, ob da auch wirklich nur positives bei rumkommen würde. also richtig durchdenken. dann wüßte man von anfang an, dass es keine gute idee gewesen sei. 

weil tundup ihnen noch zugute hielt, dass sie gute intentionen gehabt hätten.

was tun?

ich plädierte für "intellektuelleren buddhismus". einen, der wert legt auf eigenes logisches gutes denken.

tundup wusste noch nicht so recht. bzw. kam auch nicht mehr ganz dazu, da er in seinem büro besuch bekam. aber wir waren uns noch einig, dass es gut ist, dass da jetzt drüber disuktiert wird. es ist nicht der erste mord diesen winter. und es läuft definitiv was schief.

16.03.15

heiratsverwirrung


nach der besichtigung eines tempels treffen wir die beiden mädels, die sich kichernd um uns rumdrücken. ich sage zu jas, einer indischen freundin:
- sag mal, wenn die solche kleider anhaben, das heißt doch, dass sie verheiratet sind, oder?
- ich weiß nicht, sie sind doch viel zu jung dafür
- finde ich auch, aber ich habe noch nie unverheiratete so gesehen außer bei großen festlichkeiten

jas steigt in ein gespräch mit den mädels ein

- du hast recht! sie sind verheiratet! ihre ehemänner gehören zu dem arbeitertrupp hier. sie wollen mir aber nicht sagen, wie alt sie sind.
- puh, die sind doch mächtig jung! wie deren ehe wohl funktioniert? ob die ehemänner auch noch kinder sind?

ich kann nicht anders als die beiden immer wieder anstarren. sie wirken etwas, als seien die kleider und die ehe ein spiel für sie. wie als ich als kind in muttis pumps geschlüpft bin und mit irgendwelchem tralala durch das wohnzimmer stolperte.

auf dem weg nach unten begegnen wir dem arbeitertrupp. einige sehr jung aussehende burschen sind auch dabei. wohl die ehemänner. in solchen momenten ist mir indien sehr weit entfernt. jas ist allerdings genauso verwirrt.

15.03.15

busstart

in indien ist es oft eine gute idee, mit dem bus zu fahren, weil man dann lauter kleine dinge erlebt. man muss andauernd leute fragen, bis man seinen bus gefunden hat, wo man wie sein ticket kauft und dabei trifft man manchmal auf unglaubliche muffel, die einem irgendwas entgegenblaffen, was man nicht kapiert. aber das ist nicht so schlimm, weil bestimmt der nächste mensch einen liebevoll weiter hilft. z.b. diese beiden herren, die hier vor der tür stehen, die haben sich sehr intensiv darum gekümmert, dass ich im richtigen bus einen guten sitzplatz bekam. allerdings fragten sie auch verwirrt nach, welches geschlecht ich denn hätte. es sei so schlecht erkennbar. ich kam ganz vorne neben 2 alten frauen zu sitzen, die jeweils von jüngeren männern in den bus verfrachtet wurden und schnell ins gespräch kamen.

es dauerte noch ein bisschen, bis der bus startete und so hatte ich noch etwas fotografiergelegenheit.






als wir starteten, war der bus locker voll. aber bei der übernächsten haltestation, drängelten sich noch massen in den bus. sie quetschten sich alle dicht zusammen und schauten, dass auch alle irgendwie mitkamen. später, als einige wieder ausgestiegen waren, suchte der schaffner nach einem stück zeitung, breitete diese auf den einstiegstufen aus und schon konnten 2 weitere sitzen. ich wusste nicht genau, wo das ist, wo ich auszusteigen hatte und fragte nach und so kümmerten sich dann wieder alle umsitzenden darum, dass ich an der richtigen stelle herauskam.


in indien wird man oft so "halbadoptiert", d.h. jemand fühlt sich verantwortlich, dass man dorthin kommt, wo man hin möchte, währenddessen weder hunger noch durst noch kälte noch hitze leidet und es so bequem hat wie möglich. manchmal sind inderInnen sehr nett.

14.03.15

ein leut






lustig, dass es ein wort gibt, wo es nur die mehrzahl und keine einzahl zu gibt. ein leut kann man natürlich auch portrait nennen. wenn es ein innehalten und halbwegs posieren gibt. wobei ich es ja höchstens schaffe, den leuten zu sagen oder anzudeuten, dass ich meistens kein lächeln möchte. aber mehr auch nicht. sie machen die positionen, ich den rahmen.

12.03.15

zwei leute







fiel mir gerade so auf, dass ich ja noch ne kategorie hab: zwei leute ;-) so halbportraitmäßig. da war jedenfalls immer kontakt da. meistens eher kurzer.

11.03.15

viele leute








viele leute auf ein foto zu bringen ist in indien immer noch mit am leichtesten und bringt mir wohl weiterhin am meisten spaß. und trotzdem muss man ja immer aufpassen, dass eine art ordnung vorhanden ist, sonst sieht das nicht aus ;-)

09.03.15

kleine leute









ein paar mehr bilder hab ich schon zusammen für eine kleine sammlung aus rajasthan, wo leute in klein drauf sind. mag ich auch oft gerne, wie sie sich in die (stadt-)landschaften einbetten, manchal verloren wirken, manchmal die grafik etwas auflockern, manchmal ein bisschen mehr über den ort erzählen.

07.03.15

ohne leute




hat man in indien ja nicht so oft außer man wandert im leeren himalaya herum. denkt man meistens so. aber es gibt auch so andere orte, auch in der stadt, wo niemand gerade rumläuft. oftmals vergesse ich, es zu fotografieren, was mich danach dann etwas wurmt. hier eine minikleine ausbeute aus rajasthan.

05.03.15

i-tüpfelchen

ich fand den besuch beim affentempel ja sowieso schon wesentlich besser als erwartet und dann gab es da noch so zusätzliche kleine i-tüpfelchen. zum einen einen sonnentempel oben auf dem bergrücken. da gab es einen schönen blick runter, murmelnde priesterlaute, angenehme abendsonne - und keine fotos. nur dieses, welches ich schon vorher machte.

und als ich vom tempelgelände wieder zurück ging, traf ich auf diese kleine herrengruppe. der kapuzenmann zupfte auf der saite seines instrumentes herum und sang herzzerreißend dazu. der, den er hauptsächlich ansang, der war sehr dünn, hatte ein schickes jacket an, aber verbände um seine fußknöchel und wirkte kränklich. sein kumpel filmte den sänger. nebenan kicherte eine gruppe junger leute, wo die mädels ihre hochhackigen schuhe in der hand hielten und barfuß liefen, weil der untergrund so uneben war. der wind wehte olle plastiktüten umher, die affen turnten in der ferne.



04.03.15

affentempel

wenn man dann die ganzen affen hinter sich gelassen hat, den hügel erklommen hat, an den heiligen männern vorbeigewandert ist und über die kuppe schaut, entdeckt man im hintertal ganz zauberhaft liegend den affentempel. wo deutlich weniger affen sind als bei den bananen. dafür gibt es an den heiligen räumen weitere heilige männer, die gerne hello hello rufen und spenden haben wollen und einem zeremonien machen. hab ich aber nur bei einem zugelassen. im heiligtum ist die dreiheiligkeit von brahma, vishnu und shiva mit krishna davor zu sehen. hat er mir erzählt. und auch wenn er so ernst guckt, war er sehr freudig, dass ich ihn etwas von seiner offensichtlichen langeweile erlöste.

ich wusste von der existenz des monkey tempels schon lange - war aber nie dort gewesen, da ich ihn mir irgendwie doch nicht so wahnsinnig interessant vorstellte. und wo ich nun doch hin bin musste ich feststellen: völlig getäuscht! ich finde ihn absolut sehenswert, gut, dass man sich etwas die beine vertritt, es ist angenehm ruhig, die landschaft ist zauberhaft, die gebäude ein bisschen rottig mit seltsamer atmosphäre, es wird cricket gespielt und man begegnet so einigen wesen. kommt jetzt öfters auf tourplanvorschläge ;-)