26.07.09

taj mahal





kurz bevor ich losflog, telefonierte ich noch mit dem herrn karat und erzaehlte ihm, dass ich am 2. tag nach agra fahren wuerde und nach 14 jahren das taj mahal ein zweites mal anschauen wuerde. er sagte, er sei schon ungeheuer gespannt, was fuer bilder ich machen wuerde im gegensatz zu denen von vor 14 jahren und ich sagte, och, ich glaube, ich mach nur ein paar touri-bilder, mir wuerde gar nicht so recht noch was einfallen. mich wuerde viel mehr interessieren, wie lang die leine waere, wenn man alle je geknipsten taj-mahal-bilder in 9x13 an eine leine nebeneinanderhaengen wuerde, wie oft sie um die erde gehen wuerde. oder wenn man sie stapelt, wie hoch der turm waere. und dass die welt nicht wirklich noch zusaetzliche bilder von mir braucht. aber als ich dann da war, erwachte doch ein kleines bisschen mein ehrgeiz, dem herrn karat eine handvoll zufriedenstellender fotos praesentieren zu koennen und hier sind sie nun ;-)

22.07.09

der abend davor

morgen verreise ich nach ladakh/zanskar und dann werde ich diesen blick 7 wochen nicht mehr haben, aber was ich eigentlich vor so einer reise immer viel schlimmer finde ist, dass ich 7 wochen nicht mehr in meinem bett schlafen werde. auch wenn ich das während der reise gar nicht so schlimm finde. aber vorher, da würde ich mich am liebsten an meiner bettdecke festklammern. so ein abend vor einer abreise ist sowieso komisch, einerseits unruhig, dass es endlich losgehen soll, andererseits kommt mir mein zuhause aber auch ungemein attraktiv vor und ich bedaure schon die ganzen sachen, die ich dann 7 wochen lang nicht tun kann. auch wenn ich mich die ganze zeit vorher riesig gefreut habe, mal wieder was anderes zu machen. es ist ein einziges hin und her - so ein abend davor.

21.07.09

zuhause?




irgendwo in meinen notizen in diesem blog befindet sich die notiz, dass ich mich mal fragte, wie es mit den bildern ist von leuten drinnen, ob bzw. woran man erkennt, dass es ihr zuhause ist oder ein fremdes zuhause. hier sind jetzt also die ersten 4 bilder zu dieser frage mit 4 leuten, wovon 2 in ihrem zuhause sind und 2 in fremdem. und wie ist das jetzt mit dem erkennen? tut ihr es und wenn ja, woran? bzw. welche vermutungen spielen eine rolle?

19.07.09

küchenportraits


ich bin gerade hin und her, ob ich in ladakh/zanskar eine serie von portraits von frauen in ihrer küche machen soll. die küche ist schon ein sehr interessanter ort und sagt sehr viel über die familie, ihren status und ihre finanzen aus und die frau ist auch schon seit jahrhunderten herrscherin über dieses reich - allerdings war die bedeutung dieses bereiches in der gesellschaft früher anders und größer. und jetzt befürchte ich, mit solchen bildern die tendenz "heimchen am herd" zu fördern, die allerdings auch gesellschaftlich statt findet


Oder sollte ich lieber "nur" küchensituationsfotos machen statt portraits?

15.07.09

spaziergang in die vergangenheit III





so, hier sind die letzten bilder mit einem innenhof von beamtenwohnungen, wo sie oft gespielt hat, umliegenden straßen, wo sie ebenfalls gespielt hat, dem eingang zur grundschule, dem schwimmbad, wo man samstags oder so zum baden in der badewanne hinging (dass das sowas gab für leute ohne badezimmer, wusste ich gar nicht) und den prater, wo es später zum tanzen hinging.


dass die bilder so dunkel sind liegt zum einen sicherlich an meinem damaligen dunklen bearbeitungsfaible, andererseits aber auch, dass ich die damit erinnerungslücken und dass es sich eben verändert hat verdeutlichen wollte. aber ich glaube, das ist mehr kopfkonstruiert als wirklich sinnvoll.

14.07.09

spaziergang in die vergangenheit II






irgendwann sind sie umgezogen, um sich u.a. auch toilettenmäßig zu verbessern. war nur ein paar straßen weiter. teilweise hatten sie das haus ziemlich renoviert, teilweise waren da aber noch hinterlassenschaften aus früheren zeiten. in dem treppenhaus im unteren bild hatte b. manchmal beim reingehen ein bisschen angst, dass da in der ecknische jemand stehen würde.

13.07.09

spaziergang in die vergangenheit I






als ich gestern rumhäng-bilder suchte, stieß ich u.a. auf ein unvollendetes projekt, welches mir auch mal in den kopf kam, nämlich das thema "spaziergang in die vergangenheit", wo ich mit meiner frundin b., die ein flüchtlingskind ist und dann in ostberlin aufwuchs und in sozusagen letzter minute vor der mauer in westen rüber ist, die orte im prenzlauer berg abgelaufen bin, wo sie mit einer pflegemutter gewohnt hat (die eigene starb kurz nach der ankunft). wir sind zur schönhauser allee gefahren und haben uns die beiden häuser angeguckt, wo sie gewohnt hat, den spielplatz, den es schon damals gab und die ganzen anderen häuser und sie hat erzählt. eigentlich wollte ich das alles aufschreiben, weil ich das so spannend fand, aber ich bin nie dazu gekommen und jetzt habe ich auch schon manches wieder vergessen und ich muss mir manche geschichte nochmal erzählen lassen. und jetzt stell ich hier schon mal einige dabei entstandene bilder dazu rein, damit ich mich daran erinnere, dass ich das nochmal fertig machen will.


interessant finde ich neben dem schreiben auf jeden fall aber auch die bilder dazu, also wie ich (veränderte) vergangenheit aufnehme. ist diese form ok oder sollte ich etwas ganz ganz anderes ausprobieren? (es folgen noch teil II und III) vielleicht doch mehr vermischung von worten, ausschnitten, also collagenhaftes? oder verwischteres/unscharfes? oder eben diese bilder plus eine ganz normale biografische erzählung daneben?

12.07.09

notizen 5 (rumhängen)



mir kam vorhin die alberne idee einer albernen serie "rumhängen". bisher findet sich nicht sehr viel dazu auf meiner festplatte. vielleicht werde ich diese idee im hinterkopf haben und wenn mir was geeignetes vor die linse kommt, abdrücken. vielleicht verwerfe ich es aber auch wieder, weil ich es doch zu albern finde. bzw. ich glaube, es ist gar nicht so leicht, den grat zwischen zu albern und doch ganz amüsant hierbei zu finden. vielleicht nehme ich es als "sportliche herausforderung".

drinnen-draußen




für ladakh habe ich ja schon eine ganze serie von doppelbildern mit drinnen und draußen zusammengestellt. für deutschland wollte ich das auch immer nochmal tun, aber über einen anfang von 4 paaren bin ich noch nicht hinausgekommen.

06.07.09

jetzt isse nonne



komisch, eigentlich wäre dieser eintrag gestern dran gewesen, da hatte nämlich meine freundin d. ihre ordination als nonne und jetzt ist alles anders, weil sie einen anderen namen und eine andere stellung bekommen hat und "freundin d." damit "begraben" ist. das fühlt sich schon komisch an. hat ziemlich gedauert - auf diesen bildern ist sie noch novizin und die sind tatsächlich schon 2 jahre alt. da hatte ich mich schon dran gewöhnt gehabt. sie lebt in süddeutschland in dem kloster, was im unteren bild ist. vor wenigen wochen haben wir uns noch getroffen und an der elbe gehockt und sinniert und gequasselt und ich hab wie immer ein bisschen zu viel erzählt. und danach hatte ich ein bisschen das gefühl, ich habe es verstanden, was es bedeutet, aber es ist etwas ganz seltsames, wenn jemand in dieser form einerseits immer mehr aus meinem alltagsleben herausgeht, aber das gute gefühl füreinander nicht schwindet. ich fühle mich auch ziemlich "abschiedig", als ich ihr ein ordinationsgeschenk bastelte mit kärtchen und wenn ich das hier jetzt so schreibe - und weiß gerade nicht, ob es so ist, oder ich das draus mache. fühlt sich jedenfalls ein bisschen verquirlt an.


kennengelernt haben wir uns 1997, da habe ich eine frauenreise nach ladakh geleitet und sie war meine teilnehmerin und am hauptbahnhof stand sie mit einem riesigen rucksack, der zur hälfte mit feuchten tüchern gefüllt war. und obenauf ein kleiner reiseteddy. in ihrem leben hat sich seitdem mehr verändert als in meinem.

05.07.09

cleverness and wisdom





mir geht in letzter zeit so oft durch den kopf, dass in einem film mal ein ladakhi den unterschied zwischen cleverness und wisdom erläutert hat und dass cleverness in der heutigen zeit einen viel höheren stellenwert hat, was aber im endeffekt nicht sonderlich gut sei. dem schließe ich mich an - ertappe mich selber auch immer wieder dabei, etwas besonders schlau machen zu wollen, statt mir zu überlegen, was weise wäre. irgendwie schwebt mir vor, dass mal in eine fotografische serie umzusetzen, aber ich habe noch null ahnung, wie ich das anstellen soll. vielleicht mit interviews und portraits von jüngeren ladakhis. aber vielleicht wäre das zu platt? habe es jetzt jedenfalls im hinterkopf und hier schon mal notiert.
oben sind bilder vom 6. geburtstag der guesthousetochter, wo man ein bisschen sieht, wie sich altes und neues vermischt hat.

03.07.09

portraitprobe


ich habe hier ja unter meinen anmerkern einen herrn, der "schimpft" mich manchmal, dass ich zu wenig auf den gesichtsausdruck achte bei meinen portraitbildern. und dass nicht-lachen eigentlich immer besser aussieht. und dann gibt es ein portraitbuch, das hat als übung vorgeschlagen, mal beim portraitieren zu schweigen.
und so habe ich das jetzt versucht, alles zusammenzubringen, der portraitierte hatte die anweisung nicht zu lachen, grinsen o.ä., ich schwieg, guckte durch meine kamera und achtete auf seinen gesichtsausdruck. das waren wohl nicht so wahnsinnig viele schweigende minuten, aber ich merkte, wie fies ich mir vorkam hinter der kamera, aber auch wie fasziniert ich von den wechselnden gesichtsausdrücken und den nuancen darin war und nicht mehr kommunizieren musste, sondern nur gucken brauchte. die obere reihe ist das ergebnis des schweigenden guckens, das untere entstand später. ich glaube, ich muss das nochmal probieren.