28.03.10

ein gebet auf der weitsicht

weitsichtfestival in darmstadt. lauter vorträge von reisenden und abenteurern und getriebenen (kein scheiß!) und fotografierenden von exotischen orten dieser welt. lauter stände von firmen mit allerlei plünnen für mehr sicherheit beim abenteurern, reiseveranstaltern mit einem angebot von mehr geborgenheit in gruppen, verkäufern von allerlei tünnef und schönen dingen und eine kleine ansammlung von projekten in diversen ecken dieser welt. und bei dem einen projekt (athenstaedt-stiftung) darf ich meine flyer in einem eckchen auslegen und wir informieren zusammen die leute über ladakh und zanskar und die schulen und die spezielle schule und es ergeben sich gespräche in diese richtung und in jene, die meisten nett, manche ein wenig eigen und manche etwas - überraschend. wie das mit einem christen, den es auf einmal danach verlangt, für mich ein gebet sprechen zu wollen. während er da so auf der einen seite des tisches steht und ich auf der anderen. als ungläubige person ziere ich mich. er läßt es nicht zu. ich überlege, dass ich ja erfahrungen sammeln will in meinem leben. und frage mich, ob es mir wohl nochmal in meinem leben passieren würde, dass jemand ein gebet für mich sprechen möchte. nur für mich. so spontan von angesicht zu angesicht. und da es mir in 46 jahren bisher nicht passiert war, dachte ich, dass die chancen dafür nicht so groß seien. und willigte ein. und er faltete seine hände und sprach zu gott und betete für mich. jetzt bin ich um eine erfahrung reicher.

24.03.10

fundstückchen


ich finde es immer wieder faszinierend, wie sich der blick nach jahren (und vielleicht auch nach tagesform) ändert und wenn man sich von zeit zu zeit speicherkarten von früher anguckt, doch noch das eine oder andere findet, dass einem damals nicht so recht gefallen wollte. wie mir diese beiden bilder aus 2006 aus chandigarh und kulu - ich glaube, sie waren mir damals zu simpel und ruhig. heute finde ich sie ganz hübsch. mal gucken, was ich morgen denke ;-)

22.03.10

pralinen

vor einigen jahren hatte ich eine schachtel mit pralinen für meine guesthousefamilie in leh mitgebracht. es waren viele verschiedene mit buntem zuckerguss oben auf - sehr verführerisch ausschauend. als ich am abend in das wohnzimmer kam, sah ich die kleine nilza (s.o.) laut vor sich hinplappernd mit ihrem finger über der pralinenschachtel kreisen. ich fragte ihre großeltern: "kann sie sich nicht entscheiden, welche sie am liebsten essen möchte?" "nein, nein, sie sucht die schönste für den dalai lama heraus". endlich hatte sie sich entschieden, nahm eine der pralinen und legte sie vor ein bild des dalai lama in der altar-ecke. danach stopfte sie sich vergnügt eine andere praline in den mund.

21.03.10

ordnung schaffen und besitz

bei mir um die ecke hat ein plakatmensch ordnung bei den vielen überklebten plakaten geschaffen. und ich schaffe ordnung in meinen besitzstand und werfe weg und sortiere aus und entdecke dabei manchmal sachen aus der vergangenheit. davon sortiere ich am wenigsten aus. aber trotzdem habe ich immer noch so viel besitz, wie ich eigentlich gar nicht haben mag. und dann denke ich darüber nach, wie teuer und aufwendig es wäre, es neu zu beschaffen, wie doll ich es wirklich benötige, wie sehr ich an dem jetzigen stück hänge. da geht es dann um so kram wie bügeleisen, kerzenhalter, leselampen. oder was mir mal geschenkt wurde, was mir was bedeutete, also der akt des schenkens, aber der gegenstand, den mag ich eigentlich gar nicht. sowas wie ein durchsichtiger plastikwürfel mit einer "goldenen" kaaba von mekka drin, die ich von der schwester meines pakistanischen guides bekam, weil sie mir so gerne was geben wollte und nicht so viel hatte.

und dann denke ich darüber nach, wieviel besitz mich eigentlich ausmacht. wenn alles weg wäre, an dem ich hänge und womit ich mich identifiziere. weil auch wenn ich mich über sehr viel mehr als meinen besitz definiere und ich den ja auch ideell in mir habe, merke ich doch, wie er mir eine art halt gibt. ich denke an menschen, die allen besitz aufgegeben haben, wie mönche und nonnen. und dass mir für mich der gedanke schwer fällt. auch wenn mir so vielerlei besitzdezimierung ein freieres gefühl gibt. puuuh, ich kenn echt viel nachdenken über alles, was damit zu tun hat. und habe das bedürfnis, ein wenig ordnung in meinen besitz zu bringen. und meine nachdenkereien ;-)

19.03.10

dhabadriving

video

mein lichtbildervortrag ladakh war zu lang geworden. ich musste also kürzen. da ich aber eigentlich an allem hing, was ich so produziert hatte, fiel es mir sehr schwer und ich überlegte, ob ich es vielleicht anderweitig noch verwenden könnte. zuerst fiel dieses musik-bilder-teil raus, da ich dachte, dass es sich auf meiner webseite sehr gut machen würde. aber das ist ja man alles gar nicht so einfach - nicht nur, dass ich keine ahnung habe, wie ich es auf meine webseite bekomme, nein, ich muss mich natürlich auch bei der gema erkundigen. und nachdem ich dort endlich an der dritten person angelangt war, die mir auskunft gab, erfuhr ich, dass ich erstmal den künstler, komponisten oder beide nach der verwendungserlaubnis fragen muss und dann müsste ich pauschal 360 euro im jahr zahlen, da meine webseite gewerblich ist und man dieses werk als verkaufsfördernd einstuft (also tu ich ja auch). für diese 360 euro kann ich dann aber so viele gemapflichtige musiktitel in filmchen auf meiner webseite verwenden, wie ich lustig bin. ich beschloss, erstmal davon abzusehen und mir evtl. eher andere musik zu suchen. es ist nicht so, dass ich so sachen umsonst haben will, aber so viel ist es mir dann im moment doch nicht wert.

nun möchte ich dieses filmchen ja trotzdem gerne mal zeigen und mach das einfach mal auf meiner nicht-verkaufsfördernden blogseite. falls es mir doch irgendwann zu heikel erscheint, lösche ich es wieder. auf jeden fall lernt man ja immer irgendwas dazu, wenn man irgendwas angeht und das war ja schon mal nicht uninteressant. falls man noch eine erläuterung braucht: es geht um das rumfahren in ladakh in autos und bussen und dazwischen in dhabas reingucken. mach ich alles sehr gerne. und dabei fotografieren auch.

ps: so, hochgeladen und angeguckt: mist, das ist ja sehr klein :-(

17.03.10

ein stück weiter

dies ist das haus, wo die leute drin sitzen, die sich mit meinem visum beschäftigten. vorgestern sprach man mir auf den ab, dass mir ein 3-jahres-geschäftsvisum bewilligt sei und ich zurückrufen möge. gestern telefonierten wir und ich erfuhr, dass ich vormittags geld bringen solle und nachmittags den pass bekommen würde. also fuhr ich heute vormittag hin, brachte geld und holte heute nachmittag meinen pass ab:


es ist ein bisschen peinlich, aber ich setzte meine lesebrille nicht auf und las den zusatzstempel nicht ordentlich und dachte, ich dürfte immerhin 180 tage am stück in indien bleiben und hätte keine 2-monatsregelung. aber irgendwie heißt es ja anders. aber egal, ich habe immer noch den plan, ca. anfang oktober nach nepal zu gucken und im februar nach deutschland. auf jeden fall ist es ein cooles gefühl, inhaberin eines geschäftsvisums zu sein! (das kleine bv links oben)

gestern habe ich angefangen, auszuräumen. kellerinhalt und ein bisschen von oben ist bei meinen eltern und auf dem sperrmüll gelandet. eigentlich hätte ich hier bedeutungsvolle worte schreiben wollen über das anklammern an besitz und das loslassen und wie ich ständig dazwischen hin und her wechsle und wie interessant ich das finde, aber mir fließt gerade nix so in die tasten

übrigens bekam ich heute morgen die neuigkeiten, dass die 2-monats-regelung wieder aufgehoben wird....
zitat aus der hindustan times:

“GOVT TO EASE TOURIST VISA RESTRICTIONS

The mandatory two-month gap between visits to India, imposed on foreign tourists last December, will shortly be done away with. New tourist visa guidelines to be announced soon, will have no such restriction, but instead will allow only three visits to chose with multi entry visas, no questions asked. Those wanting to make a fourth trip will have to give reasons why.

The external affairs ministry has asked the change, but it awaits the home ministry’s nod.

The government had clamped down on tourist visas following the disclosures made by arrested Lashkar-eTayebba operative David Headley about his frequent visits to India using a tourist visa, during which he surveyed a number of the locations in Mumbai which were targeted during the 26/11 attack.

“The change is aimed at helping genuine tourists. Measures are in place to ensure we don’t compromise on security” said a senior official”.

14.03.10

kleingartengekruschel




... im regen und fein essen im trockenen wintergarten.

11.03.10

visum, deo und nussknacker

es geht ein wenig voran mit meinen wegseinplänen. ich hatte endlich meine empfehlungs- und antragsschreiben zusammen und zwischen 9-11:30 uhr zeit und meinen antrag auf ein 5-jahres-geschäftsvisum abgegeben. der beturbante sikh guckte mir ernst in die augen: "dann ist ihr jetziges visum aber ungültig. sind sie sich darüber im klaren?" ich schaute fest zurück: "ja". und fragte mich, was eigentlich wirklich gegen dieses visum sprechen würde. und ob es nur die übliche wirkensweise von so ämtern ist, die mir immer weiche knie macht, egal was ich da will oder soll. und jetzt warte ich ca. eine woche auf den anruf, der bewilligung oder ablehnung bedeuten wird.

zwischenzeitlich beschäftige ich mich mit so wichtigen fragen, wieviel deo frau eigentlich so in 9-10 monaten verbraucht. ich bin nämlich allergisch gegen alle anderen als die auf dem bild. und welcher ladakhischen familie ich den nussknacker in die hand drücke, den ich beim julklapp gewann und der per gemeinschaftsbeschluss schon gedanklich in eine ladakhische küche bugsiert wurde und von dem ein beweisfoto verlangt wird.

02.03.10

kleiner cousin

manchmal erstaunt es einen doch, wenn man so mitkriegt, was aus kleinen cousins wird, die man immer noch im sandkasten spielend vor augen hat:
http://hir.harvard.edu/index.php?page=article&id=1923
auch wenn ich schon lange weiß, was für ein schlauer kopf er ist und womit er sich so beschäftigt. das thema finde ich übrigens ziemlich spannend. nicht nur in bezug auf katastrophen.