30.06.10

2 monate

heute vor 2 monaten bin ich in den flieger nach delhi gestiegen. und es drängt mich, an so zeitpunkten mal kurz innezuhalten und darüber nachzudenken. dass mir die 2 monate nicht sehr lang vorkamen. dass ich hier nichts vermisse, außer der geruch von deutschem sommerabendgras. und mal wieder mit manchen zu sprechen wäre auch ganz nett. teilweise war die zeit anders, als ich vorher dachte. ich war mehr zeit am laptop beschäftigt mit anfragen von ladakhreisenden statt der niederschrift von geschichten und gedanken und interviews usw. zu ladakh. ich hoffe, das ändert sich noch. außer dass ich natürlich weiterhin anfragen haben möchte ;-)
fotografisch habe ich das gefühl, etwas ungeordnet herumzuknipsen mit einigen highlights dabei, aber ich habe gerade keine klare linie, wo ich eigentlich damit hinwill. und mir fehlt weiterhin die tiefe, die ich auch schon letztes jahr beklagte ohne zu wissen, was ich damit eigentlich genau meine. da hoffe ich auch, dass sich das noch ändert ;-)
und zum heutigen tag gibt es dann mal wieder ein paar bilder von mir bzw. eine studie, wie ich ein foto mache:




herausgekommen ist dieses:

und danach habe ich noch das gemacht:
alles in thikse, wo sie in einem speziellen raum buddhistische texte lasen. vor ca. 1 monat.

als ich damals im flieger saß, hatte ich ein zögern und zweifeln, ob es eine gute entscheidung war, so lange fortzusein. heute denke ich, dass ich hier weder glücklicher noch unglücklicher als in hamburg bin. aber zufrieden, dass ich den schritt getan habe. sonst würde er mir immer noch im kopf herumschwirren.

schulen - nomadic residential school in puga

im changthang leben hauptsächlich nomaden mit bgrenzten schulmöglichkeiten für ihre kinder. vor wenigen jahren hat die regierung ein- und in die tasche gegriffen und eine schule mit hostel gebaut. diese steht mehr oder weniger mitten im nichts, in puga. drumherum ist kein weiteres haus. die kinder und lehrkräfte wohnen auf dem gelände.




die schule finde ich vom gebäude her sehr nett gemacht mit lauter malereien an den wänden, glasveranden etc. es gibt zwar keine pulte und stühle, aber das scheint mir verschmerzbar. was mir eher negativ auffiel war, dass gerade unterrichtszeit war, die kinder alle in den klassen hockten, aber keine lehrkraft gerade am unterrichten war, sondern lieber anderweitig beisammensaß/stand. das wurde mir als typisches phänomen für staatliche (gouvernmental) schulen präsentiert: desinteresse der lehrkräfte. ich habe keine ahnung, ob es nur an dem tag so war, aber mir schien es frustrierend, dass man eine schule mit so schöner hülle und so unschönem inhalt gebaut hatte.



das hier ist einer von vier schlafsälen der kinder - unordentlicher als wie ich es aus anderen hostels kenne.

hier die "hausmutter" (warden), die uns alles zeigte und dich ich sehr nett fand, im speisesaal.

der tagesplan für die kinder:

29.06.10

bei titi namgyal zuhause

bevor ich mit der reisegruppe auf trek und zum nubratal fuhr, waren wir noch in homestays, also bei ladakhischen familien zur übernachtung. das ungünstige war, dass es gerade so furchtbar viel geregnet hatte, dass bei den meisten homestays die oberen räume zu feucht zum schlafen waren und wir nicht in das vorgesehene homestay konnten. ersatz fanden wir in hemis schukpachen bei titi namgyal, einem nach 44 berufsjahren pensioniertem lehrer, der im oberen teil des dorfes ein großes haus hat. hier das oberste stockwerk mit dem zimmer, in welchem ich schlief:

das ist seine eine tochter, die gerade fertig studiert hat und auf jobsuche ist. der wird wohl in leh sein - in hemis schukpachen, was zwar 130 häuser hat und recht groß ist, gibt es außer landwirtschaft u.ä. keine stellen, insbesondere nicht für studierte leute


wir saßen meist in der recht traditionell eingerichteten wohnküche herum und bekamen was zu essen und was erzählt. titi namgyal ist ein mann mit traditionen und weisheiten, die er auch gerne verbreitet. der mann mit dem weißen käppi ist unser guide thupten, der bekommt wannanders einen eigenen post. die frau mit der weste ist die ehefrau von titi namgyal, die hat meistens nicht viel gesagt.




und dann gingen wir schlafen.

26.06.10

khardong-la

das ist also oben auf dem khardong-la, wo ziemlich viel schnee herumlag:

es gibt dort auch ein lokal:


das war aber ziemlich leer, weil die inderInnen sich lieber im schnee amüsierten:

einige leute standen auch nur rum und schauten den anderen zu. oder machten fotos von ihren angehörigen.

es war ziemlich kalt und auch auspuffverpestet, weil alle autos kurz hintereinander ankamen. und so fuhren wir dann bald wieder runter.

auffahrt zum khardong-la





entschuldigung, ich bin ein bisschen durcheinander mit der hochladereihenfolge. um zum bakula und den kamelen zu gelangen, mussten wir ja erst einmal mit dem auto in das nubratal fahren. das taten wir über den khardong-la, mit 5.356 m ziemlich hoch. und weil das wetter die ganze zeit so schlecht war und der pass so hoch ist, war er auch ganz oft gesperrt. wir hatten aber glück trotz des nicht so berauschend wirkenden himmels und konnten durchfahren. an dem checkpost south pullu (erste beiden bilder) mussten alle autos ca. 1/2 std. warten (ich weiß gar nicht mehr, warum) und dann kroch man durch den schneenebel nach oben. für die inderInnen ist das ein wahnsinnsereignis, weil viele von denen das erste mal im schnee sind. auf dem khardong-la war einiges los, aber das gibt noch eine extra-blogeintrag.

25.06.10

nubrakamele

früher, also zu zeiten, wo man waren per karawanen durch den himalaya und anderswo, transportierte, tat man das in einigen teilen gerne per kamel. z.b. auf der strecke von leh durch das nubratal über das karakorum-gebirge. dann aber setzten die politischen ereignisse diesem karawanentreiben ein stoppschild vor und lauter kamele wurden arbeitslos. da den besitzern auch nicht wirklich was besseres einfiel, ließen sie die meisten einfach frei. und so tummeln sich einige wilde kamele im nubratal herum. einige gehören aber auch leuten, die damit ein feines geschäft machen, indem sie die touristen darauf herumreiten lassen. und so kann man zu einer stelle gelangen, wo lauter kamele und ihre führer herumlungern und sich dann auf ihren rücken etwas durch die dort spezielle dünenlandschaft schaukeln lassen. das geschieht bei westlichen touris meistens ganz beschaulich und stumm, bei indischen ist das mit einer menge gekreische und lärm verbunden. den kamelen scheint das egal zu sein. und an der umkehrstelle macht ein kamelführer ein gruppenbild, wenn man das will.







bakula rinpoche

voriges jahr war ich beim bakula rinpoche und schrieb darüber http://kroeger-blog.blogspot.com/2009/11/nubra-tour-6.html u.a. auch, dass er sich nicht fotografieren ließ. dieses jahr war ich mit der reisegruppe da und es war alles ganz anders. außer dass er bei unserer ankunft wieder beim mittagsschlaf war. nach dem aufwachen gelüstete es ihm nicht so sehr nach segnen (was er trotzdem tat), sondern nach spielen (was wir ein wenig taten).



unserem fahrer palden schenkte er ein blümchen und dieser war dann hin und weg.

nach der audienz spazierte er aus der tür hinaus und zu dem großen klostergebäude hin.


er ist jetzt 4 1/2 und soll im august aus dem nubratal in das industal zu seinem hauptkloster überführt werden. das gibt wohl ein riesiges brimborium.

19.06.10

auf zu neuen ufern

und wieder eine abmeldung von mir: ich starte gleich zu einer erkundungstour in ein neu eröffnetes gebiet im changthang - zuerst ein 3-tage-trek und dann per auto noch so weit, wie man neuerdings darf. die sonne scheint, meine begleitung ist nurbu, der 14jährige sohn von meinem agenturpartner tundup und ich bin gespannt! am 24.6. sollte ich wieder zurück sein.

wm in ladakh




gestern ist matthias aus nyerma zu besuch gekommen, um das wm-spiel zu gucken und da dachte ich, ich guck mir das auch mal an, wie das hier so geht. es gibt so einige stellen, wo man gucken können soll. bei der ersten waren wir nicht erfolgreich. zwar sollte es auf eine riesige leinwand übertragen werden, aber es schien noch zu viel sonne und deswegen haben sie das erste spiel nicht übertragen. im pinguin-restaurant waren wir dann erfolgreicher, da gab es einen fernseher, dessen lautstärke mit der aus der allgemeinen lautsprecherbox für uninteressierte restaurantgäste konkurrierte. der bildschirm war klein, die sonne schien drauf, man versuchte, dem abhilfe zu schaffen mit einer tischdecke, wir aßen zimtschnecke und tranken heiße zitrone, die zuschauer bestanden aus 5 westlerInnen (incl. uns) und immer zahlreicher werdenden nepalesen. 10-15 min vor schluss war der strom weg, fand sich aber noch wieder. niemand hatte fähnchen dabei und die emotionen hielten sich in grenzen. mal gucken, ob ich noch ein spiel mit enthusiastischeren fans auftue.