31.08.10

spendenkurzbericht

die spenden (insgesamt fast 3.000 euro) sind jetzt eingetroffen und wir haben heute fast alle verteilt. die spenderInnen haben darüber schon extra mails bekommen bzw. bekommen noch welche (heute fühle ich mich ein bisschen zu schlapp dazu). jedenfalls war die freude überall groß und puntsok dolma (s.o.), die ich ja schon im blog vorgestellt hatte, war ziemlich fassungslos. ich hatte jedenfalls überall das gefühl, dass es in die richtigen hände gekommen ist. es sind noch ein paar spenden nachgetrudelt und falls noch jemand was geben möchte: bitte gerne! (mail an mich wegen bankverbindung und schwuppdiwupp wird das geld auch noch leute erfreuen)

30.08.10

stumme stille

sie sitzt auf einem stein und rührt sich nicht. stumm geht ihr blick in die leere. manchmal streift er die steinige fläche, auf der einmal ihr haus stand. jetzt ist davon nichts mehr da. keine mauerruine, kein fensterrahmen - als wäre es nie dagewesen. nur ein küchenschrankrest zeugt davon, dass hier mal jemand gewohnt hat. eine ganze familie von drei generationen. großvater tsewang puntsog, 53 j., mit seiner frau stanzin dolma, 50 j., und seinen drei kindern tochter tsering palmo, 31 j., sohn tsewang dorje, 24 j., und sohn tsetan angdus, 27 j., frisch verheiratet mit padma laskit, 28 j., aus igoo und deren kleinem baby. drei davon sind jetzt tot. die leichen von stanzin dolma mit dem kleinen baby hat man gefunden, die von tsering palmo ist verschwunden.
die übriggebliebenen erledigen mechanisch ihre arbeiten. sie werden sich ein neues haus bauen. ein bisschen entfernt von dem, wo das alte stand. sie reden kaum untereinander. es sind keine nachbarn da, die ein wenig das leid auffangen könnten, die leere beleben würden. es ist erntezeit und alle sind auf den feldern beschäftigt. dieses familienhaus ist das einzige wohnhaus, welches in dem ganzen dorf zerstört wurde. diese familie ist die einzige im dorf, die mitglieder zu beerdigen hat. die trauer ist körperlich spürbar. die einsamkeit auch. es fehlen worte. sie sitzt immer noch reglos auf ihrem stein. wir gehen. meine augen werden feucht.



28.08.10

frau in man

am pangong-see campierten wir in man, einem neu für den tourismus geöffneten ort, wo aber noch keine übernachtungsmöglichkeit besteht. also hatten wir unsere zelte dabei und campierten auf einer wiese, die zu dem haus einer familie gehörte. am abend kontaktierte ich etwas mit der alten frau dort und schaute ihr zu. ich mochte die atmosphäre und die ruhige art, mit der sie ihre aufgaben erledigte.




27.08.10

die zeitung

ich stehe in der zeitung! und die frau und ihr freund, die am montag die spenden mitbringen ebenfalls! zu gucken gibt es das hier.

und weil ich ja kaum posts ohne fotos machen kann, gibt es hier noch was zu gucken und zwar mich in blau und klein, wie ich im unglücksgebiet nach fotomotiven suche bevor der premierminister kam und zwei ergebnisse:



ich weiß noch, wie ich gerade beim fotografieren viel an meine zeit in pakistan denken musste. und dass ich damals ein wenig angst verlor. und wie sich katastrophen gleichen und doch einmalig sind. bzw. bisher habe ich ja "nur" das hinterher mitbekommen. zum glück. und wie das wohl wäre, wenn meine gesammelten erinnerungen (also fotos und geschriebenes) alle verschwinden würden. einfach futsch. nur noch im kopf.

oh, jetzt habe ich doch noch etwas "herumphilosophiert" - eigentlich wollte ich nur kurz die zeitungsmeldung hochladen ;-)

26.08.10

bei den TibeterInnen

heute kam einer unserer zeitweiligen tibetischen guides, tenzin, in unser büro um nach neuen jobs zu fragen und was auszudrucken. er erzählte, dass er koordinator für eine "common kitchen" in einem zeltcamp sei und so nahm ich die chance wahr und fuhr mit ihm zum mittag dahin.

zuerst machten wir halt beim gemüsemann um die ecke, um bananen zum nachtisch für 220 leute zu kaufen. dabei beschwerte sich der kashmirische gemüsemann, dass die ladakhis und tibeter alle was kriegen würden, nur die kashmiris würden dumm und leer aus der wäsche gucken. wobei wir argumentierten, dass es für ihn doch kein schlechtes geschäft sei, wenn die common kitchen bei ihm öfters gemüse und obst einkäuft.

aber insgesamt musste ich schon feststellen, dass viel gerede existiert, niemandem wirklich klar ist, wer jetzt genau wieviel geld vom wem kriegt (das vom premierminister, ist das nur für inderInnen oder auch tibeterInnen ohne indische staatsangehörigkeit - der dalai lama gibt wohl auch einen ordentlichen batzen, für wen soll das dann genau sein?) und die ethnischen und religionsunterschiede doch an einigen stellen drohen, wieder tiefere gräben zu ziehen. jedenfalls kommen aus diversen ecken gelder und geldversprechungen und es gibt wenig kontakt und informationen untereinander, aber eben viel gerede. das ist jedenfalls mein heutiger eindruck.

aber zurück zum campbesuch. es heißt cro-camp und ist das gelände vom chief representative office. dort stehen 43 zelte, in denen 220 leute untergebracht sind.

täglich kommt der wasserwagen für die trinkwasserversorgung:

und dann hat tenzin mithilfe der tschechischen organisation m.o.s.t. (www.protibet.org) eine küche für 2 monate eingerichtet, die die leute mit allen mahlzeiten versorgt, so dass sie sich darum nciht zu kümmern brauchen und sich mit aufräumarbeiten etc. beschäftigen können. hier ist der wochenspeiseplan:

und hier ist die mittagessensausgabe, wo ich dabei war. es kommt immer jemand aus der familie/dem zelt vorbei mit größeren gefäßen oder tüten, um das essen für die anderen mitzunehmen, was man dann im zelt zu sich nimmt.



dort haben viele noch einen kleinen gaskocher für tee oder mahlzeiten aufwärmen o.ä. dieses hier ist das zelt, wo der communityvorsteher von camp 12 (die wohnbezirke der tibeter waren in camps mit nummern eingeteilt) wohnt:

sie hatten auch eine liste mit den betroffenen leuten und ihren schäden und suchten jetzt eine person/familie heraus, wo sie meinten, dass ihr eine extra-spende von uns sehr gut helfen würde.

die wahl fiel auf tsering dolkar, jahrgang 1946, eine ganz liebe alleinstehende witwe mit etwas problematischen kindern, die sich aus verschiedenen gründen weniger um sie kümmern können. ihr haus ist nicht komplett zerstört worden, hat aber einige schäden. es wäre wohl bewohnbar, aber sie wäre dann ganz alleine zwischen lauter zerstörten häusern und davor hat sie angst. sie ist auch nicht mehr gut zu fuß und auf die hilfe anderer angewiesen.
als wir im zelt ein kind draußen weinen hörten, eilte sie auf ihren krummen beinen sofort hinaus, um es zu trösten. ich fragte, ob es zu ihr gehöre. das wurde verneint, es sei ein fremdes kind.

25.08.10

spendenadressatssuche

es sind nun schon sehr viele spenden auf meinem konto gelandet und die meisten haben mir freie hand gelassen, wem ich diese zukommen lasse. so dachte ich mir dann, dass ich die summe gerne weiter verteilen wollte und begab mich auf die suche nach weiteren bedürftigen. eine war schnell gefunden in dem dorf nye, wo unsere eine mitarbeiterin herkommt und wo eine ärmere bauersfamilie ihr ganzes gut verloren hat. die habe ich aber noch nicht besucht.

dann dachten wir, dass der vater von tundup uns gut weiterhelfen könnte. in choglamsar sind die häuser/familien in communities eingeteilt und jede community hat einen vorsteher, der die meisten sachen regelt. tundups vater ist so ein vorsteher und so dachten wir, er könnte uns schnell eine bedürftige familie nennen. also fuhr ich heute nachmittag mit raja namgyal zu seinem laden in choglamsar hin.

er hatte eine liste angefertigt, wo alle geschädigten aus seiner community verzeichnet waren mit namen, herkunft, stärke der schädigung und anzahl der toten.

allerdings fühlte er sich außerstande, eine bestimmte familie zu nennen und überlegte, ob es nicht ungerecht den anderen gegenüber sei. er diskutierte und überlegte sehr viel mit namgyal hin und her.

ich warf ein, dass ja alle hausbesitzer vom premierminister geld bekämen und alle verletzten ebenfalls und dass deswegen jemand, der/die zur miete wohnt, nichts bekäme, aber wahrscheinlich sowieso eher arm sei, weil er/sie ja sonst nicht zur miete wohnen würde. dieses argument bzw. kriterium fand er sehr gut und sagte, er wolle sich mit anderen community-vorstehern zusammen setzen und sie wollen sich dann einigen, wer eine spende besonders benötigen würde. und dann würde er mir ca. übermorgen bescheid geben.

(zu der tibetischen familie sind wir noch nicht gekommen, der tag hatte sich blöderweise wieder mit sehr viel bürokram angefüllt und dann gab es auch noch einen elenden stau wegen irgendwelcher vip's, der sich dann wegen der indischen fahreigenheiten auch nicht so schnell wieder auflöste)

so blöd sich das anhört, aber ich habe das noch nie gemacht mit spendenverteilen und so und merke, wieviel ich lerne über z.b. dieses gar nicht so einfach einzulösende gerechtigkeitsempfinden, die kriteriensuche, die macht und die verantwortung.

tschörtenzeremonie

zwischen dem pass chang-la und tangtse trafen wir auf diese szenerie:

da bekam ein neugebauter tschörten eine zeremonie. man hatte ihn an einer stelle gebaut, wo vor einiger zeit mal leute gestorben waren und denen zu ehren wurde auch die zeremonie durchgeführt. dazu waren einige mönche gekommen, die in einem extra-zelt rituale durchführten:

währenddessen wurde noch an dem tschörten gearbeitet. dieser maurer ließ sich von der ganzen zeremonie nicht stören und betonierte die ganze zeit weiter herum.

außerdem wurde farbe angemischt:

und dann angefangen, von oben nach unten zu streichen:

währenddessen wurde die ganze zeit ordentlich räucherwerk verbrannt:

eine reihe hübsch angezogener frauen begann, sich die traditionellen kopfbedeckungen, die peraks, aufzusetzen:

und dann schritten die mönche zur eigentlichen segnungen, wobei noch mehr gemurmelt und musiziert wurde und man warf gerstenkörner in die luft und richtung tschörten:


und dann umrundeten die mönche und geschmückten frauen und eine reihe traditionell gekleideter männer den tschörten:

und dann fuhren wir wieder weiter und freuten uns riesig, dass wir genau zum richtigen zeitpunkt dort gewesen waren. das war echt nett, das alles zu beobachten - das hatte ich in meinen 17 jahren ladakh noch nicht gesehen.

24.08.10

pangong-see 2000-2010

fast ganz damals, also 2000, da war ich das bisher erste und einzige mal am pangong-see. ich fuhr mit einer 50plus-reisegruppe dahin. auf dem hinweg fand in dem dorf tangtse das ladakhi tourism festival statt und wir waren dort die einzigen touris und das war ziemlich prima. dann fuhren wir weiter nach muglub, ca. 10 oder 20 km vor dem see, da gab es ein gehöft, wo wir mit unseren zelten campieren durften. am nächsten tag fuhren wir zum see, spazierten auf und ab, unser guide sprang in das sehr kühle wasser, wir lachten und fuhren wieder ganz zurück. das war eine ziemliche schaukelei auf schlechter straße für so ein bisschen schönen seeblick. so wie ich es damals verstand, durfte man nicht weiter als bis zu dieser stelle:

als ich dann dieses jahr erfuhr, dass man als westler ganze 30 km weiter am seeufer neuerdings bis zum dorf merak fahren dürfte, war ich ganz begierig, das zu sehen. der erste versuch scheiterte wegen der flutkatastrophe. der zweite klappte. wir kamen wieder zu der stelle von damals mit den gebetsfahnen. dieses jahr gab es noch einen hund dazu:
der ausflug hat gemacht, dass ich jetzt völlig begeistert bin vom pangong-see. und warum und was es da alles so gab, das gibt es dann in den nächsten posts davon.

wie weiter?

ich bin jetzt an so einem punkt mit dem blog angelangt, wo ich noch nicht so ganz klar bin, wie es weitergeht. angefangen hatte ich ihn ganz damals als angenehmere kommunikationsform mit meinen fotofreundInnen und zum ausprobieren von schreibereien usw. dann machte ich mich auf den weg zu meinem jetzigen längeren auslandsaufenthalt und fand den blog eine prima form, auch meine ganzen anderen freundInnen, verwandten und bekannten über meine fotos und was ich so erlebe zu informieren. und dann kam das unwetter in ladakh und irgendwie fanden sich immer mehr mir fremde personen unter meinen leserInnen, was ein sehr schmeichelhaftes gefühl ist, aber ich fange jetzt doch an nachzudenken, womit ich diese neue leserschaft so unterhalte.

das unwetter, seine folgen und die betroffenen leute werden zwar weiterhin thema sein, aber nicht nur mein leben hier in ladakh hat jetzt doch öfters andere inhalte in den gedanken. aber wie kann ich jetzt so einfach noch zu den ganzen nicht-veröffentlichen erlebnissen aus der zeit mit ute und beate zurückkehren, ohne ins banale zu verfallen - bzw. es kommt mir im gewissen sinne auch nicht fair gegenüber den leuten vor, deren leben natürlich immer noch von der katastrophe bestimmt ist. andererseits dreht sich das leben im office, im guesthouse, auf der straße nicht mehr primär um das unglück.

ich denke nochmal ein bisschen nach.....

23.08.10

straße zum pangong-see

auf dem weg zum pangong-see bekam ich die gelegenheit, mir ein etwas umfassenderes bild über die flutschäden außerhalb meines bisherigen radius zu machen, aber wirklich viel zu berichten gibt es eigentlich nicht.
die tanke bei choglamsar war auch schlammbedeckt, den man soweit weggeräumt hatte, dass der tankbetrieb wieder funktionierte:

hinter thikse habe ich bis auf wenig schlammrückstände auf der fahrbahn und einen hohen wasserstand im indus nichts auffälliges gesehen. bis in chemre, da war ein fluss auf der fahrbahn, in welchem ein auto steckte, was meine drei mitfahrer zur hilfe animierte und schwups war das auto wieder draußen. wir fuhren eine alternativstrecke. auf dem rückweg wollte unser fahrer aber doch die originalstrecke fahren - und es steckte schon wieder ein auto im fluss fest. allerdings war man gerade mit seil und einem anderen auto zugange und so fuhren wir daran vorbei. drumherum sah man auch noch einiges an schlammlawinenrückständen, die aber keine häuser zerstört hatten (soweit ich das erkennen konnte).

und danach war dann nix mehr und wir konnten einen umsonst-tee auf dem 5.360 m hohen pass chang-la trinken. der teetyp war aus uttar pradesh, schon 2 jahre bei der armee in ladakh und sagte, es seien an dem tag schon ca. 40 touristen vorbeigekommen.

und dann irgendwann kam der pangong-see in sichtweite und es gab ein bisschen urlaub.

19.08.10

ich verlasse die stadt...

...für 3 tage und fahre an den pangong-see. es hat sich für mich eine mitfahrgelegenheit ergeben, die ich gerne wahrnehme. eigentlich wollte ich ja an dem tag dahin, als die flutkatastrophe war. so kann ich dann jetzt mal sehen, wie es etwas weiter weg von leh aussieht und ein bisschen freue ich mich auch sowieso mal aus der stadt herauszukommen. bis sonntag abend dann und vielen dank mal zwischendurch fürs bloglesen und anmerken und anderweitige mails schreiben!

spendenzwischenstand

es sind bisher 1.716 euro an spenden auf meinem konto eingetrudelt. ich finde das unglaublich! und es wurde mir sogar noch mehr angekündigt. diverse davon haben mir offen gelassen, wem ich das geld in die hand drücke und ich denke fast, dass wir es bei dieser recht hohen summe noch weiter aufteilen sollten.
der premierminister und inzwischen auch die indo-tibetan border police haben ja auch hohe entschädigungen angekündigt - wobei man wie meistens politischen versprechungen gegenüber eher etwas mistrauisch ist und zweitens gibt es auch einige fälle, die nicht in das raster fallen, nachdem diese zweckgebundenen gelder gezahlt werden (nämlich für hausneubau und verletzte personen). z.b. puntsok dolma, die tagelöhnerin, und namgyal, der guide, sind weder verletzt noch hatten sie ein haus, sondern haben zur miete gewohnt. dann sind noch u.a. die fragen offen, wie es mit den auswirkungen der ernteschäden für den winter aussieht und mit der hilfe in den dörfern.
für die, die denken, dass ihr beitrag vielleicht nicht so hoch ist:
für 5 euro bekommt man ca. 10 kg reis
für 10 euro bekommt man einen salwar kameez (frauenkleidung) und eine hose
für 20 euro kann man 1,5 monate die miete für 2 zimmer zahlen

18.08.10

der premierminister, der sonnenstich und ich

gestern war ein aufregender tag! der premierminister von indien, dr. manmohan singh, hatte sich angekündigt und mit ihm kamen weitere wichtige persönlichkeiten und wollten choglamsar besuchen. ich hatte mit rinchen einen security pass für medienmenschen ergattert, der uns einen platz recht nah dran sichern sollte. diesen pass sieht man in gelb hier an mir dran:

wir wurden schon um 7:00 bestellt und konnten zugucken, wie der platz für seinen empfang vorbereitet und insbesondere abgesichert wurde. es gab sperrgitter, menschen mit bombensuchgeräten, leibesvisitationen, schnüffelhunde usw.

und dann saßen wir mit lauter anderen indischen medienmenschen mit photoapparaten, schreibblöcken und filmkameras auf einem kleinen areal auf der manimauer bei dem betroffenen gebiet und harrten aus. die sonne brannte, wir hatten unser wasser trotteligerweise im auto vergessen, wir rechneten uns gute knipspositionen aus und wunderten uns über das ganze schauspiel und wie man überhaupt so einen kurzbesuch von so einem hohen herrn organisiert.
hier ist zu sehen: nana, wartend:

dann endlich kam der premierminister und sah eher aus wie ein gütiger großpapa als wie ein politiker:

uns gegenüber befand sich eine ganze horde betroffener flutopfer aus choglamsar, ebenfalls hinter einer absperrung. neben dem premierminister ist der bundesminister von jammu & kashmir, omar abdullah, ein wie ich finde sehr sympathisch wirkender mensch. was dort gesprochen wurde, hat niemand auf unserer seite verstanden, weil der premier so eine leise stimme hat.

dann gingen sie ein paar schritte weiter und eine frau bekam die gelegenheit, etwas zu sagen. ds überwältigte sie offenbar und es brach viel kummer und tränen lautstark aus ihr heraus. ich dachte, es sei inszeniert, aber rinchen denkt, dass sowas tatsächlich passieren kann, wenn man so schlimme sachen erlebt hat und dann der premier vor einem steht und wirklich zuhört.


dann sprach der premier etwas zu allen leuten, wozu ihm die medienmikrofone gereicht wurden:

und dann ging er ein paar schritte durch die menge der betroffenen und sprach noch mehr, was von rigzin jora, dem tourismusminister von ladakh, übersetzt wurde. er verprach den betroffenen schnelle hilfe und einen batzen geld und bekam viel applaus.

und dann verabschiedete sich die delegation und fuhr zum zeltcamp, wo wir nicht mehr zugelassen waren. rinchen hat den besuch hier beschrieben: http://news.reachladakh.com/news-details.php?&6351176821108626169890600915&page=&pID=461&rID=0&cPath=5

ich fand das ja höchst interessant, so einen offiziellen besuchstermin mit presseanwesenheit und wie dann alle versuchen, eigentlich mehr oder weniger das gleiche (an bildern und worten) zu ergattern. ich stellte fest, dass für sowas ein tele wohl doch von nutzen wäre, dass ich meine bilder zwar nicht toll, aber akzeptabel finde, was mich zufrieden macht, und dass ich nicht wirklich lust habe, so etwas noch einmal zu machen.

außerdem war ich wohl danach etwas dehydriert und hatte einen leichten sonnenstich, jedenfalls ging es mir nicht so gut danach. jetzt bin ich aber wieder fit wie turnschuh.