30.09.10

delhi - und weg....







jetzt war ich 2,5 tage in delhi, wo es warm ist und viel grüner als im mai, aber genauso voll und wuselig und wo in einigen tagen die commonwealth-spiele anfangen. nach so längerer zeit ladakh kommt es mir komisch vor, dass hier immer strom ist und so viele läden mit so vielen waren und die metro einen sanft und leise und kühl ins zentrum fährt und dass nichtmal am horizont irgendwo in der ferne berge zu sehen sind.

und morgen sitze ich dann schon wieder in so einem ewig fahrenden bus, um in kathmandu wieder auszusteigen. und dann will ich mal nicht mit dem riesigen gepäck reisen und auch meinen laptop nicht mitnehmen - und somit gibt es schon wieder eine

blogpause - blogpause - blogpause - blogpause - blogpause - blogpause - blogpause

(und hinterher alle bilder, erlebnisse, gedanken in geballter form ;-))

wegfahren aus zanskar

das war gar nicht so einfach. ich kam samstag nach padum und wollte für sonntag ein shared taxi. fuhr keines. auch kein bus. den ganzen sonntag tat sich auch kein fahrzeug für montag auf. das internet war schon seit mittwoch nicht mehr vorhanden. das telefon zeitweise auch nicht. das machte mich alles nicht so freudig. am montag hatte ich frühmorgens meine sachen gepackt und wollte mit einem truck mein glück versuchen. es fuhr aber kein truck richtung kargil. ich kam mir vor wie eingesperrt am ende der welt. ich weiß, das ist übertrieben, aber gefühlsmäßig war mir so. gegen 11:00 tat sich ein hoffnungsschimmer auf: ein shared taxi wollte noch am gleichen tag los, wenn er genügend passiere fände. ob ich denn bereit sei, etwas mehr für einen sitz ganz vorne ganz alleine auszugeben. ja, ich war zu fast allem bereit. und 2.000 rs (ca. 35 euro) erschienen mir da fast günstig.

das wetter verschlechterte sich. die zeit rann weiter. ich hockte im lokal und wartete auf das abfahrtssignal. das kam nicht. dafür kam martin mit seinem großen rucksack. der war gerade in 5 tagen von lamayuru hierher gelaufen (eigentlich braucht man 10 tage für die strecke und dann schleppen einem auch noch die ponies das zelt und essen und nicht man selber). martin ist aus henstedt-rhen, wo ich 17 jahre gewohnt habe.


wir erzählten uns was und dann kam doch das abfahrtssignal. 14:30 machten wir uns auf den weg. es regnete. es wurde düster. auf dem penzi-la war schnee. wir begegneten manchmal leuten. davon nahmen wir einige ganz hinten mit. wenn die einstiegen, hat gleich das ganze auto nach rauch und ranziger butter und kuh gerochen.

in yüldo hatten die lokale schon alle zu, die mitreisenden aber hunger. also sind wir ins dorf, haben einen wirt aus dem haus geklingelt, ihn zu seinem lokal und dazu gebracht, tee und maggi-noodles zu kochen. aus dem wellblechdech seiner hütte tropfte es manchmal herunter. es war kalt. dann hüpften wir weiter bis nach kargil, wo wir 1:30 uhr ankamen.

hotel lohnte sich nicht, der leh-bus sollte um 4:00 abfahren. habe ich mich neben einen wohnungslosen beim bushof auf meine tasche geschmissen, bisschen gebibbert, bisschen gedöselt - und dann fuhr der bus ausnahmsweise um 5:00 ab. als ich in leh ankam, war ich ziemlich müde.







29.09.10

secpad-schule in zanskar

ich sitze und schwitze zwar schon in delhi, wollte aber ja im blog unbedingt noch von der schule in zanskar schreiben, wo ich eine woche war. es ist die secpad-schule zwischen karsha und youlsum und mehr infos darüber findet man hier.

sie hat schülerInnen bis zur 8. klasse und einen internatsbereich mit 2 gästezimmern, wovon ich in einem wohnte, und wo es einen verglasten vorbau zum rumsitzen gab, das war mein lieblingsplatz und der ist hier:

in der schule lernen die kinder 3 sprachen und schriften (bodhic, urdu, englisch) - hier ist gerade urdu-unterricht:

und neuerdings haben sie auch einen zeichenlehrer, der einige stunden in der woche vorbeikommt:




ich überlege, mit den kindern ein foto-schreib-projekt zu machen und war dieses jahr eine woche da, um zu gucken, was wie geht (es ging einiges) und wenn alles klappt, wie ich es mir denke, werde ich nächstes jahr für eine längere weile dort sein. aber das hängt alles von einigem ab und ich mag da noch nicht zu viel drüber sprechen/schreiben, bevor es wirklich spruchreif ist.

jedenfalls habe ich auch noch englischunterricht in der 4. klasse gegeben (bzw. spiele auf englisch gespielt - das ist die gleiche klasse wie die oben beim zeichnen), was für mich schon eine recht neue erfahrung war, vor der ich bammel hatte, die mir am ende doch ziemlichen spaß gemacht hatte. wobei mir genau dann auch die spiele ausgingen.....

und das hier bin ich mit einigen mädels der 8. klasse. mit denen habe ich fotografiert und sie mit geschichten-schreiben "getriezt".

am letzten schultag der woche brauchen die kinder keine schuluniform anzuziehen und es gibt immer was besonderes wie hier ein wettbewerb:


oder cricketspielen:

27.09.10

abschied von ladakh





morgen geht mein flieger nach delhi und dann ist wieder eine gewohnte phase vorbei und was neues fängt an und ich bin ein bisschen aufgeregt und nervös. also zuerst ein bisschen delhi und dann steige ich schon wieder in so einen bus der mich viele viele stunden durch die landschaft fährt und ankommen sollte er dann in kathmandu, wo ich bis zum 21. ein bisschen urlaub mache und gucke, wie es da aussieht. ich war noch nie in nepal.

jedenfalls kommt es mir vor, als sei die zeit wie im fluge vergangen und ich wäre erst gestern hier angekommen. ist auch genauso kalt wieder. und dabei war ja zwischendrin soooo viel passiert, ich habe sooooo viele leute getroffen, habe neues erlebt und aber auch ganz viel gewohntes gemacht. und ja, das hat mir so gut gefallen, dass ich denke, dass ich den ganzen nächsten sommer auch wieder hier sein werde. es ist tatsächlich eine zweite heimat, auch wenn ich die sprache nicht verstehe und immer die nana aus hamburg sein werde, aber mein persönlicher wohlfühlfaktor ist schon recht groß.

ich habe auch wenig sehnsucht gehabt. als es so warm war, habe ich nach eis gejammert. und ich hätte auch gerne mal deutschen sommerabend gerochen. als ich in zanskar ein bisschen festsaß und dann auf meinem laptop bilder von einigen leuten daheim anguckte, wurde mir bewusst, auf wieviele schöne gewohnheiten ich mit denen schon wie lange verzichtet habe. und bei so manchen hüpffahrten habe ich mich manchmal nach einer deutschen autobahn gesehnt. aber wirklich viel fällt mir nicht ein. sogar der nutellatoastverzicht fällt mir nicht sehr schwer ;-)

schön ist auf jeden fall, dass es diese blogmöglichkeit gibt. und dass das leute lesen und gucken und interessiert. und zum amüsemang (ja, wahrscheinlich vermisse ich den hamburger slang manchmal) gibt es eine fotoserie von mir, wie ich einen fluss durchquere, was ich nicht so gut alleine schaffte. die hat ute fotografiert.

erntezeit in zanskar III

man kann diese ganze in den vorigen posts gezeigte prozedur aber auch enorm abkürzen und eine maschine mieten. die kostet 720 rs. die std. und erledigt die arbeit von ca. 1 woche in 1-2 stunden.







26.09.10

erntezeit in zanskar II

zuerst werden also die ganzen felder abgeernet und das getreide zusammengesammelt. dann trampeln tiere darauf herum, um die körner abzulösen. blöderweise trampeln die hier auf was anderem rum, ich habe keine mehr mit gerste oder weizen erwischt. und dann wird mit windhilfe das korn von der spreu getrennt. ich dachte immer, es weht ununterbrochen ab 11:30/12:00, aber hier merkte ich, dass das nicht stimmt und die beiden öfters auf neuen wind warten mussten. dann ist aber noch nicht alles sorgfältig getrennt und es wird durch so eine art sieb geschüttet:

erntezeit in zanskar I

in zanskar waren sie mit der ernte beschäftigt. im gegensatz zu ladakh, wo das getreide meistens abgesichelt wird, rupft man es in zanskar aus dem meist weichen boden, was für das pflügen einfacher ist oder es sogar überflüssig macht, das hatte ich nicht ganz verstanden.
das hier ist das weizenfeld von tundup und angmo in rukruk, bei denen ich letztes jahr einige nächte geschlafen hatte.





sie ziehen also die pflanze aus der erde, schlagen die erdkrumen an den schuhen ab und legen sie dann ab, bis das ganze feld abgerupft ist. dieses feld war nicht supergroß und sie wollten die arbeit mit dem einen vater von tundup bis zum abend fertig haben.

tundup arbeitet als lehrer in der grundschule von rukruk. während er mir letztes jahr noch ganz zufrieden schien, wirkte er mir dieses jahr wesentlich unzufriedener. "das leben der zanskaris ist sooooo beschwerlich!". was würde er sich anders wünschen? "keine vieh- und feldarbeit mehr!". nach der schule muss er noch die ganze "coolie-arbeit" machen. die ziegen und schafe hätten sie jetzt immerhin verkauft, so dass es damit keine arbeit mehr gäbe. sie haben nur noch 3 kühe und 4-5 felder. er hat sich auf einen gouvernment-job beworben und hofft sehr, dass er genommen wird und sein leben dann viel einfacher und reicher wird.