30.10.10

reisegruppenpause

und schon wieder eine pause, diesmal weil ich mit einer reisegruppe unterwegs bin und wir morgen in die wüste rajasthans starten mit kamelen und da kein internet mehr ist. und danach gibt es dann mal berglose landschaftsmotive hier im blog ;-)
oben sieht man mich und bindeshwar pathak, den gründer der sulabh organisation, die für die toiletten in indien und so zuständig sind. der besuch war ziemlich klasse. hier mehr infos zu der organisation: http://www.sulabhinternational.org/

28.10.10

trek tag 7 - die luft is raus

sherpagaon - syabrubesi

morgens begrüßte uns dann wieder sonnenschein und ein guter frühstücksplatz mit einer schönen aussicht und der betrunkene mann war auch wieder nüchtern. gab jeden morgen porridge, für mich mit honig und kaffee. hat jeden morgen gut geschmeckt.



und dann ging es den höhenweg einige stunden entlang, hier mit rückblick auf das dorf:


ich hatte wieder schneckentempo. bei der talwanderung hatte ich mir eine bronchitis zugezogen und die brach nun immer weiter aus und es machte sich in mir eine schlappheit breit.

es gab dann noch diesen ort khamjim und danach die 800 höhenmeter steil nach unten. ich bin immer wieder angehalten und sitzengeblieben und wollte eigentlich nicht runter. ich hatte so ein gefühl von kompliziertem leben im tal und einfachheit und zufriedenheit oben auf dem berg. und dann hat mich nix wirklich nach unten gezogen. außer die vernunft. und die aussicht auf hustensaft oder so.

unten waren die leute alle gerade dabei, fleisch auf ihre wäscheleinen zum trocknen zu hängen. das war wohl wegen dasain, einem festival. sollte dann noch gekocht werden, so wie ich den wirtsherrn verstanden habe.


und damit war der trek vorbei.

27.10.10

trek tag 6 - abwärts

kyanjin gompa - sherpagaon

und dann ging es bedauerlicherweise wieder nach unten. ich hatte etwas widerwillen in mir. ich wollte da eigentlich gar nicht wirklich runter. da, wo es so grün ist und so schweißtreibend. uns kamen so viele menschen entgegen! ich war nicht mehr glücklich. die strecke war lang. es ging den gleichen weg wieder runter, den wir in 1,5 tagen hoch sind. und in upper renche sind wir dann abgebogen. da war es eigentlich schon ziemlich spät. fast zu spät. aber trotzdem begann der beste teil des tages.



es gibt nämlich eine alternativ-rückstrecke über einen höhenweg, wo man am ende aber heftige 800 höhenmeter steil runtermuss. trotzdem. auf einmal waren wir ganz alleine, der nebel kam hochgekrochen, es war ruhig und schön. aber es wurde dunkler. und es wurde ein bisschen nass. und kein haus war in sicht. und wir schon doch ein bisschen schlapp und wollten einerseits wegen dunkelheit eilen und mussten andererseits besonders aufpassen, dass wir jetzt nicht noch umknicken oder so. und gerade als ich dachte, man müsse die taschenlampe rausholen, sahen wir einen schwachen lichtschein. der gehörte zu einer lodge in sherpagaon. und was für eine lodge! mit offener feuerstelle in der wohnschlafküche, einem besoffenen mann, einer verrückten katze, einer netten frau, einem zimmer neben einer uralten oma und einem klo, wo fast ich mir den kopf an der decke gestoßen hätte. kurz darauf prasselte ein heftiger regen los. wir bekamen was gekocht, der besoffene war eigentlich doch ganz nett und die stimmung irgendwie urig. das hat mir gefallen. bis der rauch die augen tränen ließ, da war es zeit zum schlafen.

trek tag 5 - noch höher hinaus

tsergo ri (4.984 m)

von kyanjin gompa konnte man auch noch auf einen naheliegenden gipfel steigen, den tsergo ri. also wieder sehr früh aufgestanden, allerdings kein goldenes sonnenlicht, sondern bedeckt. trotzdem losgelaufen - man könnte ja jederzeit wieder umkehren.
das da hinten oben, das ist der berg:


zuerst waren da auch noch diverse porter, die u.a. zwei schwere metalltische durch die gegend schleppten. keine ahnung, wo sie damit hinwollten.


dann ging es immer weiter meistens relativ steil diese ganzen höhenmeter hinauf und die aussicht war klasse.



(bilder sind von sven)

irgendwann war das wandern wie in ladakh: dünne höhenluft, schneckentempo, rumsinnieren und berge, berge, berge um mich herum. klasse. und dann tauchte auch der gipfel auf:



und dann ging es den ganzen berg wieder runter


und hinterher konnte ich nochmal hochgucken, wo ich war, weil an dem tag keine wolken hochgekrochen waren, sondern der blaue himmel sich durchsetzte.

in der lodge hatten die kinder gerade reispudding zu essen bekommen,

karsang saß mit einem nachbarn zum schwätzchen in der sonne. sie sinnierten über ihre nationalität nach - da ihre opas schon mal in nepal angesiedelt waren, gestattete nepal ihnen, die nepalesische staatsbürgerschaft anzunehmen, was sie auch taten. der nachbar sagte ganz klar, dass er nepalese sei, während karsang sich lieber weiterhin als tibeter sieht)

und hinterher hat er noch wäsche gewaschen und aufgehangen.

26.10.10

trek tag 4 - glücklich sein

talwanderung

von kyanjin gompa gab es einiges an möglichkeiten, was man in tageswanderungen machen konnte und eines war, das tal weiter hinauf zu laufen. das haben wir gemacht. damit man wieder zurück ist bevor die ganzen wolken kommen, sollte man früh losgehen und außer dass es immer blöd ist, dann schon aus dem bett zu kriechen, ist es umso toller, wenn man es getan hat. jedenfalls an diesem tag. da kamen nämlich auch noch die kühe von unseren wirtsleuten, um sich eine portion salz abzuholen, was sie ca. alle 2 wochen tun. allerdings sind sie gierig und wollen mehr und mehr und man muss sie mit viel gedöns wieder wegjagen.



und dann sind wir in die sonne spaziert, die alles in ein goldenes licht getaucht hatte, die luft war klar, die berglandschaft so schön mit berghängen, gletschern, weißen spitzen, ein breites flussbett, ein blauer himmel und ein gefühl von weite, höhe, ruhe, harmonie, zufriedenheit. ich war glücklich.

es ging dann also an diesem fluss immer sachte talaufwärts, wir trafen kühe und yaks und pferde und nur 1 touristen und einige leerstehende hirtenhütten und am ende sollte es noch zu einem aussichtspunkt hochgehen über einen fluss, aber da war die brücke eingestürzt und wir sind dann wieder zurückgewandert.



die nächsten vier bilder sind von sven und dann wieder von mir.







unsere wirtsleute waren übrigens auch recht interessant. karsang und dawa sind um die 30 jahre und ursprünglich tibeter, deren eltern hierher geflohen sind und die hier geboren wurden. sie stammen aus 2 unterschiedlichen dörfern hier aus der gegend und haben sich mit 16 das erste mal gesehen und verliebt. die eltern hatten auch nichts gegen eine heirat, da beide aus ähnlichen verhältnissen stammen. sie haben bisher 4 kinder gekriegt, 3 davon waren da, das eine woanders. die lodge mit 4 doppelzimmern haben sie vor 4 jahren gestartet und außerdem haben sie noch 10 yaks/kühe. sie sind nicht zur schule gegangen und beide analphabeten, was wegen der lodgebetreibung ganz interessant war. wir gäste haben nämlich immer unsere essenswünsche aufgeschrieben und wann wir es haben wollten (also z.b. das frühstück), es ihnen vorgelesen und sie haben immer alles behalten. und am ende haben wir unsere eigene rechnung ausgerechnet und sie uns vertraut, dass es so schon in ordnung sei.
das englisch war so, dass wir uns ganz gut verständigen konnten. aber insgesamt machte karsang die schlechte bildungssituation dafür verantwortlich, dass es hier so einen kinderreichtum und relative armut gäbe. mit wenig bildung hat man auch nicht so viele berufsaussichten und kann eher nur als porter oder so arbeiten.
sie sind beide sehr liebe personen, die mit ihren kindern in der küche schlafen, sich sehr nett um einen kümmern und wir haben uns superwohl bei ihnen gefühlt und falls das hier jemand liest, der da auch mal hinmöchte: evening view lodge! außerdem haben sie auch noch sehr lecker gekocht. alle beide.

trek tag 3 - das herz geht auf

langtang (3.430 m) - kyanjin gompa (3.860 m)

am morgen schaute ich aus dem fenster, die sonne badete langtang in schönes licht und ich sprang aus dem bett und rannte mit der kamera herum und war glücklich. die leute waren alle schon beschäftigt, schleppten grasballen, putzten zähne, holten wasser usw. ich finde solchen morgenstimmungen einfach superschön.






dann habe ich mir den rucksack wieder aufgesetzt und bin losgewandert. war nicht so weit, nur 3 gehstunden. 3 schöne gehstunden.


es gab keine bäume mehr und die landschaft war weiter und hoch und es gab viele imposante noch höhere berge drumherum und da war ich dann doch wieder sehr froher laune, mein herz ging auf und ich stellte fest, wie glücklich mich berge machen können.

was man jetzt auf den bildern nicht sieht und was mich doch erstaunt hat: es herrschte ein betrieb wie am sonntagnachmittag um die außenalster. dabei wird der langtang-trek als ein seltener begangener trek bezeichnet gegenüber dem everest- und annapurna-gebiet, wohin es wohl 80% der leute zieht.

endpunkt war dieser ort kyanjin gompa, eine ansammlung von häusern, die allesamt zimmer vermieteten und ein uraltes kloster, in welches aber nur zu bestimmten feiertagen mönche kommen.

(bild ist von sven)

wir sind dann auch gleich noch etwas herumgelaufen und dann kamen aber, genau wie in langtang, irgendwann die wolken nach oben gekrochen.




und es gab auch noch eine german bakery, wo man wie im deutschen cafe gut sitzen, kuchen futtern, kaffee/tee/kakao trinken konnte und schwätzchen halten.


interessanterweise machen sie in nepal den apple pie mit so schokoladigem inhalt. schmeckt auch gut.

der bakery-mann erzählte, dass er einen kredit für dieses cafe aufnehmen musste, aber dass es sich schon gelohnt hätte, obwohl das leben finanziell nicht einfach sei. die tourisaison dauert ja nur ca. 6 monate und er hat auch keine weiteren einkünfte wie viehwirtschaft oder so. er hat eine kleine tochter und weiß noch nicht, wie das mit ihr udn der schule wird. es gibt keine gute in der nähe. die in langtang ist sehr schlecht, die in dhunche (noch vor syabrubesi) etwas besser, aber auch schon recht weit weg. am besten wäre was in kathmandu doer so, aber das ist so teuer (ca. 1.200 euro im jahr), dass er sich das wohl nur leisten kann, wenn er einen sponsoren findet. für sein business hat er aber noch weitere große pläne: er träumt von einer sauna mit tibetischer massage und whiskey ;-)