31.01.11

9 monate

und eine kleine überraschung ;-)


nein, natürlich nicht, das ist eines von den kleinen babyzwillingen.
Vor 9 monaten stieg ich in den flieger nach delhi. Ich war ein bisschen aufgeregt und bang, aber auch gespannt, wie das wohl werden würde. Ich hatte mich gefreut, den absprung von einer recht guten einnahmequelle geschafft zu haben, die ich nur mehr durch tourismus und verwandtem ersetzen wollte. Ich hatte angst, das nicht zu schaffen. Heute bin ich ein bisschen stolz, dass das geld zwar knapp ist, aber gereicht hat ;-)
ich wollte außerdem wissen, wie es ist, eine längere zeit im ausland zu arbeiten statt zu reisen (das hatte ich mit ende 20 schon mal in australien und indonesien gemacht). Zwar ist selbständiges arbeiten immer noch eine anders als irgendwo angestellt zu sein, aber ich hatte meistens ein einheimisches büro und arbeitskontakte um mich herum und das fand ich absolut prima! Zu sehen, wie die kollegInnen ihre eigene arbeit anpacken, mit problemen umgehen, ihre zeit einteilen etc. mir scheint, die haben alle sehr viel mehr die ruhe weg, mehr freundlichkeit untereinander und gelassenheit. Und eine positivere sicht auf dinge. Alles was, was ich als absolut angenehm für die atmosphäre finde. ist vielleicht auch so, weil eigentlich alle in größeren familienzusammenhängen leben und ständig mit vielen verschiedenen leuten auskommen müssen schon seit sie klein sind.
Neben der arbeitsatmosphäre ist auch die beziehung zu den leuten anders. Dadurch, dass man alltag teilt. Das klingt so banal und macht aber so viel aus. Klar ist für mich dieser alltag anders und ich habe weiterhin besuchsstatus, aber es war für mich wichtig, gewohnheiten zu entwickeln und zu teilen. Sich aneinander zu gewöhnen.
Und auf einmal gehört man/ich ein bisschen dazu. Und kann sich nicht mehr wirklich ein „nie mehr“ vorstellen. Also gehen und nicht mehr wiederkommen. Und dann hat man auf einmal drei heimaten. Auch wenn die dritte noch ein bisschen zeit braucht. Und während ich in einer der heimaten bin, vermisse ich wahrscheinlich immer ein bisschen die anderen beiden.
Jedenfalls geht es mir hier so. ich freue mich auf hamburg. Auf freundInnen in deutschland. Ich freue mich auf ladakh. Auf neue trekkingpfade. Auf wahnsinnig viele kleinigkeiten. Das ist einerseits bereichernd und andererseits zerreißend. Ich hoffe, ich bekomme einigermaßen ein gleichgewicht hin.
Und jetzt habe ich noch 10 tage, mich an den gedanken zu gewöhnen, dass ich bald in deutschland lande. Nach 9 monaten und 10 tagen.

30.01.11

die bhil und die raika

ich war später in einem anderen dorf, daspan, eher im südwesten von rajasthan, da gab es nicht nur bhil, sondern auch raika und "ganz normale" inderInnen. das interessante war hier, dass die beiden volksgruppen, also bhil und raika, in örtlich abgetrennten teilen des ortes lebten (jeder ort in indien hat so eine ordnung, die sich nach kasten, volksgruppen etc. richtet) und ihre wohngegenden total unterschiedlich waren. hier hatten die bhil kaum land, lebten fast ausschließlich von tagelöhnerei und ihr gebiet sah nach ziemlicher armut aus. den raika dagegen, seit ewigen zeiten kamelzüchter, die inzwischen mehr schafe und ziegen halten, geht es dagegen offensichtlich recht gut, ihr gebiet sah nach weitaus größerem wohlstand aus. das erste bild ist bei den bhil, die anderen bei den raika. die frauen tragen traditionell diese ganzen armreifen aus kamelknochen (heutzutage auch z.t. aus plastik). aber so bestückte oberarme, wie bei diesen beiden hatte ich noch bei keiner vorher gesehen.





29.01.11

die bhil

in indien gibt das so mehrere volksgruppen. eine davon sind die bhil, wovon es mehrere im süden rajasthans gibt. ich hatte ein resort besucht, wo man mit mir einen spaziergang zum naheliegenden dorf machte, wo hauptsächlich bhil leben. man erzählte mir, dass diese früher hauptsächlich gekämpft hatten und dann von den feldherren bezahlt wurden, aber spätestens seit der unabhängigkeit gibt es nix mehr zu kämpfen und da haben sie dann ein bisschen dumm dagestanden. dann hat man ihnen etwas land gegeben und so betreiben sie land- und viehwirtschaft im kleinen rahmen und verdienen sich als tagelöhner (die 100-tage-regelung) was dazu.








auf mich machte das dorf einen sehr netten eindruck. das resort ist erst höchstens 2 jahre alt und somit sind noch nicht viele westler dagewesen. die kinder haben mich auch eher stumm angestarrt als "hellohello" oder "toffee" zu rufen. die alte dame auf dem charpoi wurde mir als älteste dorfbewohnerin vorgestellt, aber keiner weiß, wie alt sie wirklich ist. bei den bhil wird man meistens nicht arrangiert verheiratet und muss auch nicht unbedingt in monogamer zweisamkeit leben. der aberglaube und das medizinische kräuterwissen sind recht verbreitet. das ist es, was man mir dort erzählt hatte.


hinterher habe ich bei wikipedia ein bisschen anderes und zusätzliches gelesen. der link ist hier.

28.01.11

hochzeitsgetanze

also das wirklich besondere an dieser hochzeit waren braut und bräutigam und ihr getanze. zuerst musste die braut wie immer alleine einen tanz vorführen. währenddessen kam ihr frisch angetrauter dazu und hopste begeistert auf tanzfläche um sie herum. danach wurden die beiden zusammen fotografiert und das auch noch ohne schleier vor dem brautgesicht. ebenfalls ungewöhnlich. und als dann die bollywoodtanzschlager spielten, forderte der eifrige tanzbräutigam die braut auf und schleppte sie auf die tanzfläche, wo sie sich aber unglücklicherweise nicht wirklich wohl fühlte, obwohl er sehr bemüht war, ein bisschen hübsch mit ihr zu tanzen. aber irgendwann gingen die beiden sowieso zwischen den ganzen anderen tanzwütigen unter und weitere enthusiastische herren teilten sich die tanzfläche mit frauen, kindern und großmüttern.










27.01.11

und noch eine.... hochzeit ;-)

ich war ja auf noch einer hochzeit und natasha drängelt, dass ich die bilder endlich hochladen soll ;-)


das tolle war: es gab nochmal wieder neue nicht nur visuelle aspekte! dieser dancefloor, der hatte es mir ja schwer angetan. suman offensichtlich auch - sie schmiss sich aus ihren schuhen und eilte hinauf, um mich wieder einmal mit traditionellen tänzchen zu begeistern. die anderen damen machten es sich drumherum zuschauend bequem. 


und danach gab es wieder ausgiebiges neue-braut-unter-den-schleier-gegucke. ich versuche, mich daran zu gewöhnen und nicht so negativ zu interpretieren, wie ich es tue. aber es fällt mir schwer.










bahnfahrt 3

es gab nur holzklasse-plätze, aber viel platz und nette mitreisende. ich saß mit diesen herren im abteil, links mein guide und rechts der herr wechselte später zum nachbarabteil, wo eine kleine gruppe banglesverkäuferinnen saß, denen er geschichten erzählte.

wir fuhren diese 22 km in 1:20 std. und hielten öfters mal an an stellen, die man eher nicht als bahnhof bezeichnen würde, wo aber menschen ein- und ausstiegen. es gab auch noch einen tempel zu sehen, aber meistens eher unbewohnte landschaft.

endstation für mich war phulad, ähnlich klein wie der startbahnhof. auch dort konnte ich in den raum gucken, wo die kugeln gedruckt werden. hier sind sie aber nicht ganz so modern und können tickets nicht über computer erstellen, sondern wählen die fahrscheine je nach preis aus diesem kasten aus.











26.01.11

bahnfahrt 2

dann haben alle noch weiter gewartet, auch die zwei warenkarren vor dem bahnhof, und dann kam endlich der zug angezockelt und die meisten stiegen ein und wahrscheinlich wurde diese kugel ausgetauscht, weil, dann fuhren wir nämlich los.







republic day

heute bin ich endlich mal richtig aktuell mit der berichterstattung ;-) heute ist nämlich republic day, d.h. nationalfeiertag. am 26.1.1950 (fast 3 jahre nach der unabhängigkeit) ist endlich die verfassung des staates indien in kraft getreten. das feiert man insbesondere in delhi mit einer riesigen militärparade und überall woanders mit kleineren paraden. so wie hier heute morgen in bikaner im sportstadion: