31.03.11

keine gewöhnung

morgen fliege ich wieder nach delhi. ein weiterer schritt bei dem versuch, sich an 3 orten heimisch zu fühlen. ich bin nicht aufgeregt. aber auch nicht routiniert. es kommt mir genauso absurd und fern vor wie mir in delhi vor 1,5 monaten deutschland vorkam. die wechsel fallen mir schwer. weil sie mit abschieden verbunden sind. auch wenn diese nur auf zeit sind und internet die entfernungen gefühlsmäßig verringert. und gleichzeitig ist die vorfreude da auf die anderen teile in meinem leben. es fühlt sich oft zerrissen an. oder auch reich. je nachdem, von wo ich gucke oder wie ich mich gerade fühle. aber gewöhnt ist es noch lange nicht. im moment eher zerrissen, weil mir die zeit in deutschland ein wenig gedrängelt und kurz vorkam. und es so frühlingshaft ist und ich davon gerne noch ein wenig mehr mitkriegen würde. stattdessen schwitze ich erstmal im pottenheißen rajasthan vor mich hin, um mir hinterher in ladakh wohl wieder die zehen abzufrieren.




30.03.11

a.



vor ca. 4 jahren traf ich sie. sie stand am anderen ende der halle und machte ihre übungen. wir grüßten uns. wir lächelten uns zu. wir fingen an, miteinander zu sprechen. wir sprachen immer mehr miteinander. wir machten zusammen tai chi. in der halle. im park. wir redeten. über uns. unser leben. unsere vergangenheiten. wo es geschehnisse gab, die man nicht so leicht teilen kann, weil das sonst kaum jemand erlebt hat.
ich ging nach indien. wir hielten kaum kontakt. a. ist keine große mailschreiberin. als ich wieder herkam, telefonierten wir. und trafen uns. und redeten. und trafen uns wieder. und redeten weiter. wir haben kein tai chi gemacht*. wir sind spazierengegangen. wir haben was getrunken. wir wissen jetzt, dass es auch geht, wenn man lange nichts voneinander hört.


*ich habe keine disziplin in indien gehabt und hier keine muße, es wieder aufzunehmen

29.03.11

nicht einverstanden




ich bin nicht wirklich einverstanden mit den meisten baulichen änderungen in meiner heimatstadt. will ich mal so geschrieben haben. zuviel zudeckelung. zuviel unhübsch. zuviel gleichheit. sowas plagt mich, wenn ich über hamburg als heimat nachdenke. indien ist aber auch nicht wirklich hübscher.

28.03.11

tschüss wandergruppe

mist, jetzt kommt schon wieder die zeit der verabschiedungen, weil ich freitag im flieger sitze. die tage und wochen sind nur so dahingesaust. gestern war ich wieder mit meiner wandergruppe unterwegs, mit der ich schon seit ich weiß nicht wievielen jahren einmal im monat sonntags herumwandere. gestern geesthacht-lauenburg. kurze strecke. sonnenschein. frühlingslüftchen. feines picknick. campingplatz. wasser. wald. ufergestrüpp.






im februar waren wir auch wandern. lütjensee. schweinekalt. schneereste. picknick mit suppe und tee. stimmung gut. wie immer.


ich mag meine wandergruppe. ich werde euch 6 monate vermissen!

26.03.11

akw-nee





ich versuche, mich daran zu erinnern, wann ich damals auf der anti-akw-demo in brokdorf war. irgendwann anfang der 80er noch vor tschernobyl. wiesen, wassergräben, hubschrauber, tränengas, drängende menschenmassen, eine beruhigende stimme, bauchgrummeln. heute: immernoch, sonne, bekannte, faltiger gewordene gesichter, musik, klöngespräche.

25.03.11

u-bahn-fahrn

ich musste so lachen, wie schnell sich tundup in der u-bahn so chamäleonhaft benahm, als würde er schon seit 20 jahren täglich damit durch die gegend düsen.

sein iphone hat gps. und ihm cricket-ergebnisse angezeigt. und manchmal hat auch jemand aus indien angerufen. ich hab kein iphone. ich hab geknipst. wie meistens.






23.03.11

deutschlandreise - belgienabstecher



wir waren einkaufswillig. es gab kleidungsstücke in hülle und fülle. lauter sachen, die wir niemals tragen würden. wir fingen an zu kichern. zwischen den verzweiflungsanfällen. nur ein teil! das ausnahmeteil! irgendwo versteckt zwischen den ganzen anderen plünnen. wir wühlten. wir schoben kleider hin und her. wir zupften hier etwas heraus und zogen dort etwas hervor. nichts. wieso ist unser geschmack so anders als der der anderen? wieso sind die anderen so erfolgreicher und schleppen große gefüllte taschen mit sich herum? das eis schmeckte lecker. ich habe zu wenig fotografiert. weil ich doch was finden wollte. für meine freundin. zum anziehen. was nicht doof aussieht.

22.03.11

abid ist tot

manchmal sind so zufälle recht seltsam. habe ich ja eben gerade den blogeintrag mit dem tod-bild hochgeladen, da bekomme ich über facebook die nachricht, dass mein guide aus pakistan gestorben ist. zwar schon vor 4 monaten, aber der kontakt zwischen mir und pakistan ist jetzt nicht soooo eng (was ich allerdings etwas bedaure, es sind sehr feine menschen, die ich dort kennenlernte). jedenfalls hat mich jetzt ein freund von ihm erwischt und es eben erzählt.



abid war klempner und als es das große erdbeben in 2005 gab, hat er bei einer privaten hilfsorganisation sehr tatkräftig mit angepackt und u.a. meinen cousin kennengelernt. als ich 2006 dort war und berichten wollte, wie es 1 jahr nach dem erdbeben dort aussieht (der fotobericht ist hier), war er mein guide. zuerst fand ich ihn etwas seltsam mit seiner brille, seiner westlichen kleidung (er weigerte sich auch hartnäckig, jemals das pakistanische gewand anzuziehen) und seinen witzen, die man ihm auf diesen bildern keineswegs ansieht. aber nach und nach merkte ich, was für ein feiner kerl er war, er kapierte schnell, was ich wollte, war sehr hilfsbereit, interessiert und hatte einen guten draht zu allen leuten, die wir besucht haben. viele erinnerten sich noch gut und gerne an ihn von seinem erdbebeneinsatz.

durch ihn bekam ich guten kontakt zu einer pakistanischen großfamilie, die ich später mal wieder besuchen wollte, was ich 2008 auch tat. und wo er wieder mein guide und dolmetscher (und ein bisschen ein kumpelfreund) war. seine schwester habe ich in dem jahr auch noch kennengelernt (die beiden mittleren bilder, die äußeren sind von 2006).

einer aus der großfamilie, der gerade für das world food programme im swat-tal arbeitet, hat mir heute die geschichte erzählt. dass abid mit einem kollegen vor seinem laden saß und der kollege spielte mit einem gewehr herum. dabei zog er aus versehen den abzug und schoss abid ins gesicht, der sofort tot war. sowas doofes.

deutschlandreise - saarland





ohne tundup. dafür mit sonne, sab, stein, kuchen, jesus und tod.

21.03.11

kameras gesucht

im august werde ich ein kleines photoprojekt mit den hostelkindern der secpad-schule in zanskar durchführen können. das soll zu einem größeren photo-schreib-projekt führen, wofür es allerdings noch einiger weiterer vorbereitungen bedarf.

im letzten jahr habe ich neben dem englischunterricht (blogeintrag ist hier) den kindern auch eine kleine kamera gegeben und sie haben sehr schöne bilder gemacht. und wir haben auch aufsätze geschrieben. so langsam lernen sie immer mehr, sich freier auszudrücken. damit das weitergehen kann und eben nicht nur immer ein kind eine kamera hat, brauchen wir mehrere - leihweise oder geschenkt.

wer also eine einfache digiknipse im schrank hat, die er/sie nicht mehr unbedingt braucht - ich kenne jemanden, der sich drüber freuen würde - nämlich wir! und wer eine kamera leihweise zur verfügung stellen mag - über die freuen wir uns auch. ich würde sie ende september wieder nach deutschland zurückbringen und verschicken.

ich fliege schon am 1.4. los, d.h. die kameras müssten relativ schnell geschickt werden, damit ich sie mitnehmen kann. wer das nicht schafft, aber trotzdem was erübrigen kann - wir finden sicherlich jemanden, wer das noch über den sommer mitnimmt! wer also was übrig hat/uns unterstützen will (wir nehmen alles ;-)), bitte eine mail an nana_ziesche @ yahoo.com, ich schicke dann weitere infos (auch über das projekt). danke!

und hier sind einige bilder der kinder aus 2010:






19.03.11

deutschlandreise - stuttgart

widerstand und weinstöcke. alles war ruhig. nicht nur wegen dem nebel.