30.05.11

sonntagswanderung VI - spituk-phey

wir bieten oft an, das kloster spituk zu besichtigen und danach in ca. 1/2 std. zum indus runterzulaufen und dort ein picknick zu machen. haben viele gemacht, hat vielen gefallen. bis vor 2-3 jahren 2 herren hinterher ganz aufgeregt zu mir sagten, was das denn gewesen sei, wie könne ich von 1/2 std. reden, sie hätten 3 std. laufen müssen und der weg wäre ganz unwegsam gewesen und teilweise ganz gefährlich und wie das denn angehen könne. ich war völlig verwirrt - war ich doch schon selber so oft an dieser schönen indusstelle zum picknick gewesen. und fragte tundup. der grinste und sagte, ich hätte doch gesagt, dass die deutschen gerne laufen und so sei der guide mit denen eben etwas weiter gelaufen zu einer anderen schönen stelle am indus. ich dachte, dass so etwas nicht so wirklich gut sei ohne absprache und somit wanderten alle weiteren wieder zu der 1/2-stündigen indusstelle und es kam keine verwunderung mehr zu meinen ohren.

aber dieses jahr dachte ich mir, ich könnte ja mal diesen unwegsamen weg gehen und gucken, ob es eine option für manche leute sei und fragte nach, wo dieser denn sei. ach, ganz einfach den üblichen trekkingpfad richtung zinchen/rumbak/markha-valley bis phey, wo es eine brücke über den indus gibt.

also fuhr ich zum kloster, stieg hinauf, nahm höhenmaß (3.300 m ist es hoch) und auf dem ersten bild dieses hinterste grün, das ist phey:



ich stieg das kloster hinab, lief durch die felder zum indus, überquerte ihn und wanderte über die geröllebene richtung phey. dabei traf ich einen mann, der mir eine erdbeere schenkte. die hatte er aus leh, wo sie versuchen, neue obst- und gemüsesorten anzubauen. hat sehr gut geschmeckt.

gegenüber phey guckte ich immer wieder den indus entlang, aber es war keine brücke zu sehen. an der einen stelle sah es so aus, als wäre dort evtl. mal eine gewesen, aber der flutkatastrophe zum opfer gefallen. ich rief tundup an, um mich zu vergewissern, wo denn die brücke ungefähr sein müsste. wahrscheinlich da, wo jetzt nix mehr war. also picknickte ich im geröll (zum indus runter war nicht so gut, es war steilufer) und als ich fertig war, kam ein kleiner truck des weges und nahm mich mit bis kurz vor leh.

schade eigentlich. weil so als 1 weg ist es schon sehr nett, aber es gibt dann kein richtiges ziel und das ist doof.

29.05.11

nishu II

nachdem wir in eine ecke gequetscht wurden, gab es auf so kleinen papptellern reis mit aprikosen und so. mir wurde gesagt, dass nur frauen eingeladen seien und es gab auch kaum männer zu sehen. außer beim servieren. die meisten waren aus urgains dorf und der nachbarschaft und meine begleiterinnen kannten niemanden. ich auch nicht. aber es gab die ganze zeit ein fröhliches geschnatter und hinterher mussten die beiden im büro alles genau erzählen.



ich dachte ja, mit dem essen sei dann schluss, aber nix da, es gab noch pro person einen fett gefüllten teller. die meisten schwächelten aber enorm und hatten sich plastiktüten mitgebracht, worin sie den tellerinhalt verschwinden ließen. ich war die einzige, die das lustig fand.

und dann war es wohl irgendwie zuende - jedenfalls brachen viele auf und wir auch.

28.05.11

nishu I

vor 3 monaten und 7 tagen hatte unsere rezeptionistin vom letzten jahr, urgain (hier in der mitte), ein baby bekommen.

üblicherweise gibt es nach 7 tagen eine zeremonie mit einem mönch und dann eine riesige fete nach 20 tagen (nishu = 20), wo man alle verwandten und bekannten und das dorf etc. einlädt. allerdings passt es nicht immer mit den 20 tagen und so wird dann ein astrologe herangezogen, der einen günstigen termin später bestimmen soll. dieser fiel nun auf 3 monate später und das ganze büro war eingeladen. allerdings passte es nicht allen wirklich gut (viel arbeit), und so ging ich mit phuntsok und yangchan alleine hin. tundup hatte eine größere summe spendiert und wir haben erst einmal eingekauft:
im 3. geschäft wurden die damen dann fündig und erstanden ein service und ein glas-set. dann fuhren wir in die housing-colony, wo urgain und ihr mann wohnen und wurden erst einmal in ein zimmer gebeten, wo es milchtee, buttertee, fanta, gebäck und ein gemüseschälchen gab. das baby befand sich im abgedunkelten schlafzimmer und hätten wir nicht danach gefragt, hätten wir es gar nicht zu sehen bekommen. sehr süß! war aber zu dunkel zum fotografieren.

danach ging es um die ecke, wo ein zelt aufgebaut war und wo man seine geschenke abgab.




man stellte sich an und dann wurde genau notiert, wer was gegeben hat. traditionell sind butter und reis und geld, nur wer verwandt ist, gibt noch ein größeres geschenk (und heutzutage wohl auch solche leute wie reichere arbeitgeber). dieses notieren macht man schon seit jahrhunderten, so dass man immer nachlesen kann, wer was gegeben hat und dann weiß man, wieviel man zurückgibt, wenn die anderen dran sind mit einer feierlichkeit.
die geschenke baute man dann in der zeltmitte auf. neben den butter- und reisbergen hatte auch jemand ein großes stück fleisch mitgebracht, das fand ich lustig.

27.05.11

baum ab

da kam ich an einem brachliegenden grundstück in leh vorbei, wie sie gerade die bäume fällten. es sah so aus, als wollten sie dort was neues bauen.




die bautätigkeit in leh ist wirklich nicht ohne. immer mehr felder weichen dem haus- und hotelbau, immer mehr alte gebäude werden durch neue ersetzt, immer mehr menschen strömen her auf der suche nach arbeitsmöglichkeiten.

26.05.11

officeessen

im office ist es so, dass wir immer mittag zusammen essen. phuntsok ist als köchin eingestellt und kocht für alle. dieses jahr sind wir ein bisschen mehr leute als letztes und das zimmer ist immer geballt voll, wenn alle am tisch sitzen. allerdings kommen alle immer sehr unregelmäßig rein.

wer kommt, schnappt sich seinen teller und fängt mit dem futtern an. das ist nicht so wie bei uns zuhause.... kann ich mich nur schwer dran gewöhnen und warte immer, bis mindestens noch jemand seinen löffel erhebt, wenn ich die erste bin.

allerdings gehen wir dieses jahr auch oft auswärts essen. hier hatte uns tundup in ein lokal eingeladen, als phuntsok krank war:


und die hotels, mit denen wir zusammenarbeiten, laden uns auch manchmal zu ihren mittagsbuffets ein. z.b. das pangong-hotel:

das snowlion:

(da hat sich sonam riesig gefreut, als sich die damen für ein gruppenbild um ihn scharrten):

das alpine villa (da mussten wir ein bisschen warten, bis wir an die töpfe konnten):


und gestern habe ich gekocht. eintopf mit sahnesenfsauce.



das hat phurbu total gut geschmeckt, er hat dreimal nachgenommen ;-)

25.05.11

buddha purnima fortsetzung II

vom pologround ging es in einer prozession zum chowkang. zuerst die trommler, dann die traditionellen frauen, dann die mönche, dann die menschen mit den büchern, dann der wagen mit der buddhastatue drauf. überall versammelten sich leute an der marschroute und ließen sich mit den büchern segnen.








und am ende wurde dann die buddhastatue wieder in den chowkang gebracht, wo sie bis zum nächsten jahr ausharrt.

24.05.11

buddha purnima fortsetzung I

letztes jahr habe ich den ersten teil von buddha purnima mitbekommen (siehe hier
und hier
und dieses jahr bin ich dann so gegen mittag wieder zum poloplatz, als die prozession mit den büchertragenden schon angekommen war.


auf der bühne gab es allerhand darbietungen bzw. es wurde gemeinsam gebetet


und jugendliche führten die geschichte von buddhas ersten lehrreden auf


zwischendurch wurden getränke und essen verteilt

währenddessen das programm auf der bühne weiterging. diesen beitrag habe ich nicht wirklich kapiert, aber ich hatte meine freude an dem dem flott tanzenden knirps.

dann hielt noch togdan rinpoche, der oberste des phiyang klosters und vorsitzender der ladakh buddhist association, eine längere rede

und dann war das poloplatz-programm vorbei
und alles brach auf.