30.06.11

spituk-ausflug

vorgestern machten wir einen ausflug nach spituk. wir fuhren mit dem bus.




vom weg zum spituk-klosterberg finde ich es immer klasse zu sehen, wie die flugzeuge landen und starten. diesmal gab es ein special mit staubwolke.

oben auf dem klosterberg sind lauter gebetsfahnen. zwei mädels fanden es nicht gut, dass der eine festhaltestab umgekippt war und bemühten sich sehr, ihn wieder einzusetzen. das gelang und sie hüpften fröhlich wieder weiter.



das spituk-kloster ist das heimatkloster vom bakula-rinpoche. der alte, kushok bakula, ist ja vor einigen jahren gestorben, von dem gibt es jetzt statuen.

dann gingen wir zum indus, dösten faul rum, futterten unser picknick und trafen auf dem rückweg arbeiter aus madhya pradesh und sahen eine männerschlange durch die felder gehen.

ist alles nicht so wirklich aufregend, aber ich mag das, wenn man losstartet und guckt, was einem so an einem tag alles begegnet.

29.06.11

funktionsstörung

keine ahnung, was los ist, aber es läßt sich gerade kein bild hochladen. und ohne bild fällt es mir oftmals etwas schwer, nur zu plaudern. ich könnte vielleicht berichten, dass von dem im wetterbericht angekündigten regen sich noch kein tropfen hat sehen lassen. außer auf dem khardong-la, da wurde ein kleines mädchen von einer schneeflocke aus einer wolke geküsst. hat sie mir heute erzählt. sie möchte eigentlich soooo gerne auf die berge, die so hoch sind, dass sie sich von da auf eine wolke setzen kann. aber immer, wenn es nach oben geht, haben sich die wolken noch höher verzogen. voll gemein.

27.06.11

officejungs








wir haben ja einiges an männlichen mitarbeitern hier. die sind alle total nett und lieb und arbeiten viel und schlafen manchmal hier und manche sprechen viel englisch und manche gar keines und lachen kann mman mit allen prima. und so dachte, ich widme ihnen mal einen extra-upload von einigen bildern aus den letzten monaten. ein taxifahrer hat sich auch auf die bilder geschummelt. die zwei mit den tellern sind buchhalter (der eine organisiert zusätzlich die taxifahrer), der mit der sonnenbrille ist für die reservierungen und guides etc. zuständig, tundup und lotus sind ja schon bekannt, der im dining-room ist der, der jahrelang in delhi war und jetzt hierher übersiedelte und die übrigen sind "jungs für alles", also materiallager (für trekkingtouren), spezialfahrten, permits etc.

26.06.11

der winter naht....


es ist im moment so furchtbar warm hier, da dachte ich mir, ich entwerf schon mal ein programm für eine wintergruppenreise nach ladakh ;-)
ich ahne, dass jetzt der völlig falsche werbezeitpunkt dafür ist, aber vielleicht hat schon mal jemand dafür platz im hinterstübchen des köpfchens? also falls interesse, dann bitte hier gucken: ladakhtravel.de

ansonsten ist die wetterprognose für ladakh:
Monday 6/27/2011
Mostly cloudy with a shower in the area in the afternoon
Wednesday 6/29/2011
Mainly cloudy; a morning shower in spots followed by occasional rain and drizzle in the afternoon
Thursday 6/30/2011
Mostly cloudy with a couple of showers
Friday 7/1/2011
Mostly cloudy with a couple of showers
Saturday 7/2/2011
Rain
 
ich habe auch schon lange keine regenfotos mehr in ladakh gemacht.... 

(anne schläft ihren jetlag usw. aus und akklimatisiert sich - falls jemand denkt, wir hätten uns schon nix mehr zu sagen oder so)

sonntagswanderung VII - tingmosgang-skyindiang

das war gar nicht sonntags, sondern samstags und es war wohl die letzte für diese saison. 

ich war in temisgum nie weiter gekommen als bis zu dem klosterberg oben, den nonnen und der lotsava-schule an dessen fuße und wollte mal dieses langgezogene tal erkunden. auf der karte sah ich, dass man auch weiter nach skyindiang gehen könnte und von da nach khaltse, was ich dann noch reizvoller fand. also ging ich dieses ganze tal hinauf, was sehr schön war. oben gab es zwei klöster, aber bei beiden erwischte ich keine mönche und konnte somit nicht hineinschauen. dafür hatte ich vorher schon welche gesehen auf dem weg zu einer hauspuja.




dann verließ ich das tal gen westen, stiefelte einen vorpass hinauf, ging durch ein kleines hochtal und saß dann auf dem richtigen pass in 4.070 m höhe, von wo es dann in das kleine dörfchen skyindiang auf 3.500 m ging. dort gibt es seit 1 jahr ein guesthouse.





ich fand die wanderung ausgesprochen hübsch und abwechslungsreich mit zuerst der ganzen dörflichkeit, dann der passeinsamkeit und dann wieder einer grünen oase. man kann die tour (6-7 gehstunden) als tagestour machen und sich in skyindiang abholen lassen oder als verlängerung der sham-trekkingtour ab likir. die guesthouseleute sagte, es wäre noch kein riesenansturm, aber es würden ab juli schon immer ein paar leute auftauchen. ab skyindiang führt eine straße 500 höhenmeter hinab nach khaltse, für die ich 2 std. brauchte. sie ist nicht sehr befahren - einen bus gab es nicht und ich traf nur 2 autos, eines von oben und eines von unten.

heute morgen kam meine freundin anne mit dem flieger hier an (jetzt schläft sie) und somit ändert sich jetzt mein leben hier ein bisschen ;-)

25.06.11

besuch bei der weberin

erinnert sich noch jemand an die weberin?




der habe ich gestern die photos vorbeigebracht und sie fiel aus allen wolken. als sie sich wieder gefasst hatte, lud sie mich zum tee ein in ihr haus nebenan. sie spricht kein englisch, ist wohl auch nicht zur schule gegangen, aber ihre schwägerin o.ä. war da und die arbeitet bei einer versicherung und konnte etwas dolmetschen. jetzt weiß ich, dass die weberin tashi lanzes heißt, 37 jahre alt ist und aus hundar im nubratal stammt. ihr mann ist aus khardong im nubratal und wohnt auch dort, während sie wegen ihrer tochter in leh ist, da diese hier zur schule geht, was ihr bessere bildung bietet als jede schule im nubratal. ihre tochter ist die in der pinken hose. sie war ein bisschen schüchtern und die beiden mädels mussten erstmal ziemlich rumkichern bis sie sich trauten, mich auf englisch zu fragen, wie ich heiße. ich glaube, sie fanden es alle ziemlich aufregend, eine westlerin bei sich in der stube sitzen zu haben und aus lauter enthusiasmus wurde ich auch gleich eingeladen, doch bitte die nacht dort zu verbringen. nein? aber noch einen keks essen bitte!

23.06.11

ein junge namens lotus

der bruder von tundup heißt lotus. chamba lotus. ich fand das immer urkomisch - dass man einen jungen nach einer blume nennt. aber tundup sagte, lotus bedeutet weisheit und chamba mitgefühl, er hätte also einen sehr schönen buddhistischen namen. nur weiß das leider kaum jemand und auch die indische kundschaft amüsiert sich immer, wenn er sagt, wie er heißt. lotus hieß früher tsetan lotus, diesen namen hatte ihm ein mönch gegeben, so wie es hier üblich ist. er wollte als kind sehr gerne mönch werden und kam ins kloster, wo er dann einen anderen namen bekam, eben chamba lotus. als er erwachsen war, wollte er nicht mehr im kloster sein und stieg aus, aber den namen behielt er.

letztens setzte er sich neben mich und fragte mich über meine namen aus. wieviele ich hätte und wer sie mir gegeben hat und wie das geregelt ist und wie die anderen in meiner familie heißen usw. bei meinen ganzen erklärungen und dann die doppelnamen und neuen bestimmungen, da stellte ich fest, dass das alles gar nicht so einfach ist, was mir so gewohnt scheint. und wir bemerkten, dass es wirklich sehr große unterschiede gibt bei den namensgebensregelungen in deutschland und ladakh. alleine dass wir vor- und nachnamen haben - in ladakh haben sie nur 2 vornamen. und dass der eine von den eltern frei ausgewählt ist und der andere vererbt - in ladakh werden beide vom mönch vergeben. und dass es bei uns beim vornamen (mit ausnahmen) wichtig ist, dass das geschlecht erkennbar ist - in ladakh gelten die meisten namen für jungs und mädchen und man weiß nie, wenn man nur den namen sieht, ob man es mit einem mann oder einer frau zu tun hat. deswegen schreiben sie auf ihre visitenkarten meistens mrs. oder mr. in klammern hinter den namen (es gibt ausnahmen, ein junge namens dolma, das geht z.b. gar nicht). auch haben sie in ladakh nur eine begrenzte anzahl von namen, was die kommunikation über manche leute sehr schwierig macht - meistens muss man ort oder beruf oder hausname (ja, die häuser haben meistens namen) oder spezielle merkmale dazusagen, bis man merkt, ob man von der gleichen person spricht.

zumindest hat lotus einen recht einzigartigen namen - ich habe bisher keinen anderen kennengelernt.

22.06.11

busfahrt nach tingmosgang

am freitag startete ich zu einem wochenende richtung tingmosgang. der bus war voll und fuhr pünktlich los. zuerst in eine vollgestopfte seitenstraße rein, um irgendwas aufs dach zu laden. so hatten wir in 1/2 std. 5 km geschafft. spätmittagsrast gab es in nimmu, wo der dhaba-besitzer anmerkte: du machst andere fotos als die anderen. grinsgrins. oh, von mir auch? bist du eine professionelle fotografin? ich fühlte mich geschmeichelt.







das wetter war ein bisschen grau. nach alchi ist die straße weiterhin in sehr staubigem zustand und ich war dann auch in sehr staubigem zustand. und 4,5 std. später war der bus in tingmosgang und ich spazierte in das namra-hotel und wusch den staubigen zustand aus meinem gesicht.

21.06.11

ti-sei VI - dolma beschwert sich

heute morgen schaute dolma mich aus müden augen an: eins! ich bin erst um eins eingeschlafen! diese touristen! immer "hahaha" und "blablabla" in ganz laut. ich habe sie dreimal gebeten, leiser zu sprechen, damit andere leute schlafen können, aber es hat nichts genützt. heute morgen bin ich erst um 6:30 aufgewacht. dabei stehe ich meistens um 5:00 auf. jetzt bin ich im verzug mit der arbeit und müde bin ich auch. du fragst nach chospel? der war auf einer hochzeit, der ist spät gekommen und auch müde. ich weiß auch nicht, was mit diesen touristen los ist, warum nehmen sie keine rücksicht? und diesmal waren es keine israelis. die versuchen wir ja meistens, zu vermeiden. auch wenn es wirklich sehr nette gibt. nachmittagsschläfchen? ja vielleicht habe ich zeit dafür.
und dann raffte sie sich auf, riss sich von ihrer teetasse los und stiefelte in den garten, um weiterzuarbeiten.





und von mir gibt es ein paar bilder von einem nachmittag im garten, wo chospel für die bewässerung zuständig war und dolma unkraut ausrupfte. zuerst hatte ich sie gar nicht gesehen, weil sie in grün angezogen war. chospel kicherte und sagte: one big cabbage. dann verschwand er und kam mit einer strickjacke wieder, die sie sich um die nieren binden sollte. sie haben eine arrangierte ehe, aber ich glaube, chospel mag dolma sehr sehr gerne. manchmal sagt er "my dolma", da werde ich dann immer ganz gerührt.

20.06.11

dorfhotel- und mönchsgedanken

ich musste die tage ein wenig über hotels insbes. in dörfern nachdenken. in rajasthan gibt es so viele heritage hotels in dörfern, da haben die reiseunternehmen die leute immer ganz gerne hingeschickt, weil die hotels so schön sind. aber sie sind immer nur für 1 nacht geblieben, weil es nichts zu besichtigen gab. das hat den hotels nicht gefallen und sie haben sich überlegt, was sie tun können, damit die leute länger bleiben als 1 nacht. und so gibt es dort jetzt kamelsafari für 1 tag, sundowner auf dünen, dorfspaziergänge, picknicks etc. und die touristen lernen mehr vom dorfleben kennen. gut ist natürlich, wenn dadurch auch mehr beschäftigungsmöglichkeiten für dorfbewohner entstehen, was in den meisten fällen in rajasthan so ist.

am wochenende war ich 1 nacht in temisgum (auch öfters tingmosgang geschrieben und sämtliche schreibweisen dazwischen), wo es auch ein schickeres dorfhotel, das namra-hotel gibt. ich habe dort genächtigt (nach 2 monaten endlich mal eine nicht-brettharte matratze - hach!) und festgestellt, dass der besitzer auch recht rege war, sich was auszudenken, was die leute zu einem längeren aufenthalt bewegen könnte.



seine idee sind spaziergänge/wanderungen und er hat mir 6 möglichkeiten aufgezählt, die alle sehr attraktiv klingen. inwieweit man dabei vom dorfleben mitkriegt, liegt wohl eher an einem selber. in der form wie in rajasthan sind die dorfspaziergänge auch nicht wirklich möglich, da es nicht so sehr viele tätigkeiten gibt, wo man zugucken könnte. das läßt sich besser bei einem homestayaufenthalt erledigen. die beteiligung der dorfbevölkerung an den verdiensten des hotels ist nicht soooo hoch - was ich denke eher an ihnen als am hotel liegt. ladakhis arbeiten nicht gerne in der hotellerie und gastronomie. weder im dorf noch in der stadt.

ich denke, ich werde das hotel vermehrt kundschaft anbieten. temisgum ist ein riesiges dorf, wo es den leuten prinzipiell sehr gut geht. ein schöner ort für entspannung und eben wanderungen und spaziergänge in schöner landschaft. 

es gibt mehrere kleine klöster in der umgebung - reingucken konnte ich allerdings in keines, weil nirgendwo ein mönch zu sehen war, der mir hätte aufschließen können. darüber musste ich auch nachdenken. über diese ganzen klöster ohne mönche. einige sind sicherlich zum studium in klosteruniversitäten in südindien und manche bei puja-zeremonien in den familien, aber komisch kommt es mir schon vor, dass da so oft niemand oder kaum einer ist. spontan fallen mir gleich 5 klöster ein, wo ich seit ich dieses jahr hier bin, war und wo niemand zum aufschließen war: stakmo, stok, thia, skyindiang, katsa.