30.07.11

verschiebung

heute morgen packte ich meine sachen zusammen, stellte 2 große taschen chospel vor die tür zum aufbewahrungsraum und kündigte ihm an, dass ich in 6 tagen wieder zurück sei. der himmel war blau, die sonne lachte und mein herz hüpfte aus lauter bergvorfreude. dann ging ich zum office und verstaute meinen laptop, der mir dort sicherer erscheint. und weiter ging ich zum pangong hotel, wo meine mittrekkenden weilten, um mit ihnen zu frühstücken und dann zum trekkingstart loszufahren.


und dann kam es anders als gedacht. dem einen ging es nicht gut und der arzt war schon auf dem weg. injektion, ein paar medikamentennamen auf einem zettel und die anweisung, erst 1 tag später aufzubrechen. ich grummelte innerlich. und versuche, dem ganzen etwas positives abzugewinnen. oder ihm mit gleichmut zu begegnen. aber ein bisschen grummel ich immer noch.

29.07.11

office verlassen

ich werde die nächsten 6 tage das office office sein lassen und wieder in die berge verschwinden. auch wenn ich manchmal so netten besuch bekomme wie klein skarma mit einem neuen tollen neuen auto und seiner mama.

ich habe leute gefunden, die mich mitnehmen und pferde, die sich für die phiyang-hundar strecke überreden ließen. es herrscht trekkingpferdeknappheit und tundup sagt, dass sie besonders ungerne diese strecke gehen. nun will ich mal nachgucken, warum das so ist und ob die strecke so toll ist, dass man in zukunft die pferdeleute doch immer wieder überreden sollte oder ob unsere neue parallele saspotse-skuru-tour sowieso schöner ist und wir in zukunft auf phiyang-hundar verzichten.

ich bin die tour schon mal im jahr 2000 gegangen, es war anfang oktober, arschkalt, es gab diverse dramen und anstrengungen (u.a. sind wir sie in nur 4 tagen gegangen mit einem 11-stunden-tag dabei, hatten eine nacht mit vielleicht -15°, ein pferd, dass sich mit gepäck in den schnee schmiss und nicht wieder aufstehen wollte, einen fiebernden guide mit riesiger eiterwunde vom vorherigen mopedunfall - und trotzdem habe ich landschaftlich nur tolle erinnerungen) und so bin ich gespannt, was mich dieses jahr erwartet.

meine ladakh-travel-mails werden derweil wiederum von meiner wunderbaren vertretung beantwortet.

28.07.11

tibetische hochzeit - geschenke, schals und tränen

nach dem lunch lauerte der höhepunkt: die schalzeremonie. schnell wurden noch die letzten umschläge zusammengeklebt und die schals zusammengerafft.


und dann begaben sich alle nacheinander in den gebetsraum und lieferten schals, geschenke, umschläge und glückwünsche ab.


eine aufseherin sorgte dafür, dass alles geordnet vor sich ging und kein chaoshaufen im gebetsraum übereinander purzelte.

man legte mindestens kalsang und ihren eltern und dann je nach menge den anderen anwesenden einen schal um und beglückwünschte alle zur hochzeit.



kalsang wurde dabei sehr rührig, vergoss viele tränen und wurde von ihrer assistentin unterstützt.

die schlange der anstehenden beglückwünschenden schien endlos. da schals, geschenke und umschläge viel zu viele für das kleine zimmer und die menschen war, würde zwischendrin immer mal wieder aufgeräumt und einiges rausgeschafft.

danach sollte kalsang dann zu ihrem bräutigam gefahren werden, aber vorher fuhr schon das overland-office nach leh und ich schloss mich an, da die feierlichkeiten etwas ab vom schuss waren und ich nicht "alleine" zurückbleiben wollte.

am nächsten tag fanden weitere feierlichkeiten beim bräutigam statt, aber da war ich nicht mehr bei. aber egal, diese stunden fand ich schon spannend genug.

tibetische hochzeit - buttertee, cola und lunch

und es ging weiter mit ritualen und segnungen. die zeremoniendamen gingen mit ihren gaben in die gästezimmer des brauthauses und die gäste schnipsten von den nahrungsmitteln und flüssigkeiten etwas in die luft zu den göttern.




am lustigsten fand ich, dass auch coca cola einzug in diese zeremonie gehalten hat und die leute mit ihren fingern in die kleine öffnung langten um den göttern auch cola zukommen zu lassen.


danach gab es das buttertee-ritual. eine frau hatte ein gefäß voller buttertee und einem butterklumpen aus dem sie den im gebetsraum anwesenden in die tasse einschenkten. diese mussten das sofort trinken und wurden erst erlöst, wenn der butterklumpen in die tasse fiel.


in der küche wurde weiterhin gewirbelt um das lunch für alle fertigzustellen.


und dann kam endlich auch die gesamte overland-office-belegschaft (außer 2, die die stellung in leh hielten), für die ein extra-zimmer im brauthaus reserviert worden war.



es wurden noch getränke und snacks gereicht und dann gab es auch schon das mittagessen. buffet mit vielen fleisch- und gemüsegerichten, reis, tingmo, rohkost und nachtisch.

auch kalsang ließ es sich schmecken.

27.07.11

tibetische hochzeit - tee, reis und segnungen

dann gingen die beiden sänger in den gebetsraum, ließen sich dort nieder und sangen weiter.

in dem gebetsraum saßen der mönch, kalsang - inzwischen in tibetischer traditioneller tracht -,

ihre eltern

sowie ihr bruder und ihre assistentin. der eine sänger musste erstmal den schweiß abwischen. alle bekamen tee

und ein schälchen süßen reis mit rosinen und nüssen.

hier ist der bruder von kalsang (sie sind insgesamt 5 kinder, 2 mädchen und 3 jungs, kalsang ist die älteste)

und nochmal die eltern. ihr vater ist als kleinkind aus tibet geflohen, hatte überwiegend schreibtischjobs in der tibet. armee und ist jetzt buchhalter bei overland escape. die geschichte der mutter muss ich noch erfragen.

im vorraum bereiteten sich schon die frauen mit den zeremoniellen nahrungsmitteln vor (tsampa, chang, tee usw. muss alles sehr frisch sein)




die dann zur segnung von den anwesenden im gebetsraum in die luft geschnippst wurden.


26.07.11

tibetische hochzeit - steine, gäste und türen

die sänger sind professionell und von den beiden hochzeitspartien angeheuert. sie müssen während der zeremonien sehr viel trinken. traditionell chang, also alkohol, aber diese beiden sind antialkoholiker und so werden nur softdrinks und wasser gereicht. ansonsten artet so etwas schnell zu einer betrunkenen feierei aus.


während der ganzen zeremonien und singerei geht es darum, dass der sänger des bräutigams die familie der braut überzeugen muss, diese rauszurücken, um sie dem bräutigam zuzuführen.

dazu gibt es z.b. eine ganz spezielle zeremonie mit traditionell 80 steinen, die der bräutigamssänger per improvisationsgesang erklären muss. wenn er versagt, muss er strafe zahlen, also einen katag drumlegen oder was trinken oder.... ich habe das nicht so wirklich kapiert, wie dieses steineerklären funktioniert und der brautvater konnte mir auch kein gutes beispiel geben, aber er will sich nochmal erkundigen.



jedenfalls gab es manchmal was zu lachen und ein teil der gäste schaute interessiert zu. ein anderer teil packte geschenke ein, ruhte sich im schattigen zimmer aus, trank tee oder bereitete das lunch vor.



endlich waren sie mit der steinesingerei durch und begehrten einlass in des brautelterns haus. dazu bedurfte es auch diverser ritueller vorgehensweisen und singereien.



sie hatten sich gut gemacht und die türen öffneten sich.