30.09.11

ladakhi tourism festival

in den ersten septemberwochen findet immer das ladakhi tourism festival statt. da geht dann am 1.9. eine prozession durch die straßen von leh, sammelt sich auf dem poloplatz, irgendwer hält zu lange langweilige reden und dann führen die gruppen der prozession was vor. ganz früher war das noch ganz nett mit viel mehr ladakhis als touris, vor einigen jahren fand ich es ganz furchtbar mit sehr drängelnden touris und dieses jahr habe ich mal wieder hingeguckt und es war leerer, aber so ganz kann ich solchen veranstaltungen doch nichts abgewinnen. obwohl es nicht wirklich doof war, viele hatten wirklich guten spaß.

ein paar war wie könig und königin gekleidet und ritt auf pferden:


die polospieler hielten selten so still, sondern mussten meistens ihre pferde beruhigen.

den mönchen stand die begeisterung nicht wirklich im gesicht geschrieben.

nur manche touris gebärdeten sich wie toll und schossen begeistert ein photo nach dem anderen.

ich habe nach diesem aufgehört, meine kamera zu benutzen.

29.09.11

zanskarabschied

nach 2,5 wochen verabschiedete ich mich wieder aus zanskar und machte mich verweichlicht auf den rückweg. kein bus ohne sprungfedern mehr sondern in doppelt so teures shared taxi auf dem vordersitz. wow! dabei ein polizist, der uns erzählte, dass jetzt schon der 2. tourist diese saison beim shingo-la an höhenkrankheit gestorben ist, ein ex-guide, der jahrelang für den bbc gearbeitet hat, ein müder fahrer, der sich auf die hintersten sitze verkrümelte und dem polizist das steuer überließ, ein schweigsamer mann und emily, die mit dem seabrightly-blog (siehe nebenleiste). auf dem penzi-la ein regenbogen und in sankoo ein scharfes mittagessen. und in kargil meine 3. oder 4. warme dusche seit ich aus deutschland weg war.









von kargil nach leh sausten wir in einem bequemen minibus dahin und ich habe gar kein foto gemacht.

28.09.11

amchi-besuch

mit der fotoklasse haben wir auch einen amchi besucht. tsetan norbu aus youlang praktiziert eher nur nebenbei, hat aber alle utensilien und das wissen noch von seinem vater übergeben bekommen. so tolle sachen hatte ich vorher noch nicht gesehen: die medizin gab es nur in pulverform in kleinen säckchen aus wildleder mit kleinen gravierten etiketten.



er hatte auch noch ein foto von seinem vater beim praktizieren, welches ein reisender fotograf anfang der 70er aufgenommen hatte - als die ersten westler nach zanskar reisen durften. und ein buch mit allem wissenswertem gab es auch.


er erklärte mir und den kindern alles (z.b. welche instrumente wofür) und wir fanden das sehr spannend.


für ein schönes portrait holte er sich exzra seine goncha hervor und zog diese an.

und seine frau setzte sich dazu:

und dann demonstrierte er auch noch die pulsdiagnose, die man immer mit dem überkreuzliegenden arm macht, weil man es sonst nicht richtig spürt. bei stobdan hat er so spontan keine krankheit gefunden.

aber eigentlich arbeitet er eher als lehrer an einer anderen schule als der "unseren" und auf seinen feldern.

27.09.11

fotospaziergänge in zanskar

mit meiner fotoklasse habe ich drei fotospaziergänge unternommen - das fanden wir alle ganz schön toll. ich habe versucht, ihnen etwas zu vermitteln, weswegen ich so gerne fotografiere: nämlich die kamera als mittel zu nutzen neugierig zu sein, genauer hinzugucken und in kontakt zu kommen. und es hat auch alles so funktioniert, wir haben 16 inder aus mumbai getroffen, die aus dem staunen nicht herauskamen, hier am ende der welt kinder mit kameras zu sehen und eine westlerin, die freiwillig 6 monate dort lebt, wir sind zu diversen tees eingeladen worden (bei einem lehrer, bei einem mönch (den mussten die mädels allerdings selber kochen), bei einem komitee-mitglied), wir haben nach neuen blickwinkeln gesucht, die kinder haben mir eine linsenpflanze gezeigt (kannte ich nicht) und verwirrt geguckt, als ich bei einem getreide fragte, ob das gerste oder weizen sei (ich wolle sie wohl auf den arm nehmen - so eine dumme frage zu stellen...). und dann waren wir noch bei einem amchi, aber das ist ein eigener post wert.














und hier noch einmal der link zu dem kinderfotoprojekt: www.kamerakidz.wordpress.com

26.09.11

da hat man ja auch n büschen was mit zu tun

eigentlich gehören der titel und die bilder gar nicht zusammen, aber dass sie jetzt beide hier sind, kam so: mein vater telefonierte eben mit einem kumpel und erzählte ihm, dass seine tochter ja nach 6 monaten indien gerade mal wieder hier sei und da hat man ja auch n büschen was mit zu tun. darüber musste ich lachen und wollte den satz festhalten.




und dann guckte ich in meinen fotoordnern rum, was ich dazu hochladen könnte und fand die bilder von unserem "officebaby". das ist jigmet gyaltsen, seine mutter tashi arbeitet an den reservierungen und sein vater phurbu ist storekeeper. und weil beide so gerne arbeiten, bringen sie das baby täglich mit und das hat jetzt keine ruhe mehr, weil immer mal jemand kommt und knuddeln will. oder beim schlafen zugucken will. und manchmal weint es oder hat hunger oder hat seine windel vollgemacht und dann haben die beiden auch was n büschen mit zu tun. ich fand es supernett, ein bürobaby zu haben. und bin ganz unglücklich, dass ich es jetzt so lange nicht mehr sehe.

23.09.11

rejing-ausflug

karlheinz und hildegard wohnten in rejing und ich bin den einen freien tag zum frühstück dorthin spaziert. das ist ein sehr schöner weg dorthin.


wir haben dieses jahr übrigens bauklötze gestaunt darüber, worin zanskar investiert hatte: ortsschilder! überall auch bei jedem noch so winzigen dorf waren diese zu finden. und zu den sehenswürdigkeiten gab es noch extra welche. ein echter prunk in dieser landschaft.

wir frühstückten mit live-fernseher mit programm "familienleben". immer wieder gerne gesehen.

draußen bekam der kleine choskjall die haare von seinem vater geschnitten. läuseproblem.

und dann machten wir eine kleine wanderung, wo es felszeichnungen zu sehen gab.

und ein kleines spezielles kloster:

unser führer zündete eine lampe an und freute sich, dass er führen durfte statt zu arbeiten.


in diesem speziellen kloster (nawaphal) befinden sich stein, muschel und statue, die an dieser stelle gefunden wurden. die statue hat beim finden gesagt, dass sie jetzt sehr froh und entspannt ist, nicht mehr im dunkeln sein zu müssen. manchmal spricht die statue auch zu den gläubigen. blöderweise hatten wir gedacht, dass der stein der sprechende gegenstand sei, weswegen ich den geknipst hatte. erst hinterher haben wir von mr. namgyal erfahren, dass es die statue war, die ich gar nicht so recht wahrgenommen hatte.
es gibt da eine legende von 7 brüdern in lahaul, die an einem see lebten, wo oft tiere zum weiden hinkamen. die haben sich gefreut, dass sie dadurch umsonst milch zum trinken bekamen und zweigten sich immer heimlich was ab. das hat die tierbesitzer sehr verwundert, dass ihre tiere so wenig milch gaben und eines tages kamen sie den brüdern auf die schliche und fingen den einen (die anderen waren schnell genug weggelaufen). wie das genau weiterging, weiß ich nicht mehr auswendig (kann man im mattausch-reiseführer nachlesen), aber irgendwann waren alle in steine verwandelt, die arg verstreut in der landschaft herumlagen und wovon man welche wiederfand. so wie diesen hier.