29.04.12

ein kellner aus goa

2010 steckte ich in padum ein bisschen fest. ich wollte zurück nach kargil, aber es fuhr kein fahrzeug - kein bus, kein sammeltaxi, kein truck. ich wartete und mopste mich und meine eine ablenkung war ein kellner aus goa, der im ga-kyi-restaurant kellnerte und der mir von den ganzen leckeren fischen erzählte, die er in goa servieren würde.


2012 saß ich in manali in dem lokal, wo ich auch bei früheren reisen immer mal wieder eingekehrt war, weil das essen gut schmeckte und die leute nett waren. dieses mal wunderte ich mich, dass mir der kellner irgendwie bekannt vorkam. während ich noch grübelte, sprach er mich an: warst du nicht mal in zanskar? und hast so lange auf ein fahrzeug nach kargil gewartet? ich war platt. dass er sich noch so gut an mich erinnerte und dass wir uns hier wiedertrafen.


in 2011 war er auch nochmal in zanskar gewesen, aber es ging ihm nicht gut, er wurde krank, kam mit dem neuen manager nicht so gut zurecht - und ging wieder, bevor ich auftauchte. jetzt bleibt er den ganzen sommer hier in diesem restaurant in manali. er ist glücklich, hier kann er viele leute bedienen. er macht die arbeit echt richtig gerne. und er mag touristen. und dass wir uns jetzt hier wiedergetroffen haben! also nein sowas!

28.04.12

totenfeier

es gibt in indien immer noch sooo viel zu entdecken. z.b. war meine gastfamilie letztens zu einer totenfeier eingeladen. 3 oder 4 jahre nach dem tod von jemand werden die ganze verwandten und das dorf und so eingeladen zu einem essen. in diesem fall waren das wohl mind. 300 leute. das fand neben einem tempel statt (vishnutempel), in welchem ich fotografieren und die kinder toben durften. nebenan war eine große plane und darunter ich glaube 6 grobe stoffbahnen auf die man sich hockte. dann kamen die servierer mit plastiktellern vorbei und schaufelten nacheinander reis und verschiedene gerichte, hauptsächlich dal, darauf. da durfte ich nicht fotografieren, da es ja ein trauriger anlass war. allerdings wirkten die leute nicht sonderlich bedröppelt oder trauernd. und man hatte kaum den letzten bissen im mund, da wurde man auch schon hochgescheucht, da der nächste pulk platznehmen und futtern wollte. das fand so in schichten statt. danach ging man wieder heim.




27.04.12

manalierinnerungen

1992. ich saß in einem bus, der den himalaya hinaufhüpfte. eigentlich wollte ich nach shimla, aber dieser fuhr nach manali. man hatte mich zur falschen bushaltestelle gebracht und bevor ich noch weiter in diesem frühmorgendlichen delhi herumirren würde, wollte ich mich lieber 3 anderen westlichen gesichtern anschließen, die nach manali reisten. so verkehrt konnte das nicht sein. spät spuckte der bus uns aus, wir wankten in ein guesthouse, schliefen und am morgen jubelte mein herz, als ich aus dem fenster blickte: blauer himmel, grüne berge, graue, schroffe felsen, weiße schneespitzen.

2012. das guesthouse existiert schon lange nicht mehr, der himmel ist grau, es regnet ständig auf die grünen apfelbäume, ich wohne privat 20 km vor manali und habe das gefühl, das tal erst jetzt zu entdecken und wirklich zu mögen.

1992 und 2012. dazwischen liegen mind. 7 manalibesuche.

1993. da hatte mich ein trekkingpartner im stich gelassen und ich suchte jemand neues. ich steuerte auf einen alleinsitzenden herrn in einem restaurant zu und fragte, ob er lust auf gesellschaft hätte. er verneinte. ich suchte nicht weiter und hatte in ladakh eine wunderbare tour alleine.

1995. ich kam mit dem letzten bus nach manali rein, kurz danach hatte der regen alle straßen weggespült (und hütten daran auch, leute sind im fluss ertrunken). ich saß fest. es war september und vor nächster saison würden sie die straße nach leh nicht reparieren. nach einigen tagen bin ich nach kulu (40 km): über 11 erdrutsche im schweinsgalopp wegen evtl. nachrutschender erde, dazwischen hin- und herfahrende rickshaws oder andere gefährte und manchmal musste ich weit schleppen. dabei lernte ich 2 ausgesprochen nette junge inder kennen, die mir mein busticket nach delhi bezahlten. (von dort bin ich dann nach leh geflogen)

1996. wir wollten gar nicht nach manali, sondern direkt nach leh fliegen, aber 2 tage vorher hatte die fluggesellschaft pleite gemacht. das flugticket war nichts mehr wert. wir hatten in delhi ziemlichen stress mit dem taxifahrer, aber irgendwann landeten wir in einem guesthouse. und danach in manali.

2001. glaube ich. da war ein ehepaar im nachtbus nach manali. die traf ich am nächsten tag auf der straße. wir gingen in ein restaurant. danach trafen wir uns wieder. immer wieder. jahrelang jetzt schon. karlheinz und hildegard, die für die schule in zanskar tätig sind, sind manchen blogleserInnen sicherlich ein begriff.

2002. indien und pakistan bedrohten sich. alle reiseveranstalter mussten ihre reisen absagen. ich reiste privat mit 3 wackeren leuten. wir kamen durch manali. es war noch nie so leer an westlichen gesichtern. nur israelis hockten hier herum.


2004. ich wollte mit papa die große spitirunde machen. der sutlej hat kurz verher große stücke der straße bei nako weggerissen. wir mussten über manali reisen. manali wurde immer voller mit indischen touristen, die nicht mehr nach kashmir reisten. die luftverschmutzung war z.t. grausig, der verkehr elendig.


2006. manali blieb nicht hängen. aber die fahrt zum rothang rauf. man sah das auto vor einem kaum. so eine nebelsuppe! der fahrer konnte einem jede kurve, jeden größeren stein aufzählen. wie ist das wohl, diese strecke sozusagen am fließband zu fahren?


2012. wenn ich das so niederschreibe denke ich: gar nicht mal so uninteressant, was mir manali bisher geboten hat. und gestern bekam ich noch einen knüller: quacksalber! die haben sich in die neue fußgängerzone gehockt, ihre medizin angerührt, zettel verteilt, marktschreierisch ihr angebot verkündet - und manche leute haben die töpfchen erstanden. 50 rs. (80 cents). soll gegen schmerzen in gelenken und so helfen.





26.04.12

sonntagswanderung - dorf, apfel, wasser

nicht nur in hh, menton und ladakh breche ich sonntags zu wanderungen auf - in himachal habe ich jetzt auch wieder damit angefangen ;-)

allerdings war die erste noch nicht so erfolgreich, ich wollte von manali in das solang valley, habe aber vorzeitig wegen regen abgebrochen. vernünftiges weichei - ich hustete immer noch so viel und hatte keine regenhose dabei (und die trockene war weit weg). davor habe ich aber noch ein dorf von oben fotografiert und die apfelbäume, von denen es hier unmengen gibt und die blüte leider schon fast ganz vorbei ist und dann traf ich noch diese waschfrauen und die linke auf dem untersten bild wollte furchtbar gerne mich fotografieren. hat sie dann auch und sich tüchtig gefreut.









leider regnet es hier immer noch ganz viel. täglich kommen fette schauer runter. heute habe ich mir eine regenschneehose gekauft. für die nächste sonntagswanderung.

25.04.12

bi-ba-butzemann











die neue schule ist ja noch klein, wächst aber mit stets neuen schülerInnen und ist auch geplant, jährlich um eine klasse nach oben zu wachsen. jetzt ist es nur bis klasse 2, insgesamt soll es bis klasse 10 gehen. danach können die schülerInnen auf die "mutterschule" gehen, die ca. 1 - 1,5 busstunden entfernt liegt.

bild 1+2 ist die direktorin und darunter gibt es einen neuen schüler. der wollte den ersten tag gar nicht da sein und hat sich auf den boden geschmissen, gewälzt und geheult. an diesem 2. tag kam er lächelnd rein, umklammerte dann aber doch seine mutter, ging mit ihr zu den spielgeräten, wo sie ihn alleine ließ und wo kurz darauf 2 andere kinder hingeführt wurden. schüchtern schaukelten sie zusammen und dann hat er auch den ganzen tag ohne tränen überstanden.

gestern war ich wieder da und außerdem zwei kleine zwillinge den 2. tag. die saßen noch sehr verschüchtert in ihren lower kindergarten schulbänkchen. ich habe mit den kleinen den bi-ba-butzemann tanzen wollen und wir haben einen kreis gemacht. die zwillinge nicht. ich habe einen freundlich angeschaut und aufgefordert mitzumachen. und dann hat der losgeheult! wie eine sirene. der war 5 min. nicht wieder einzukriegen, so schossen ihm die tränen aus den augen. und wir mussten den spielanfang verzögern, weil es auch sehr laut war. zwar hat die lehrerin ihn sofort auf den arm genommen, aber es war schon zu spät. oh je.....

dann habe ich gesungen und die kinder sind im kreis getanzt und der jeweilige bi-ba-butzemann hat noch nicht so gut verstanden, dass er auch tanzen und sich rütteln und schütteln sollte und säckchen werfen klappte nur nach gutem zureden.

es ist nicht leicht mit den lieben kleinen. sie sind obersüß, aber auch sehr eigensinnig. und sie haben für mich extra getanzt! das sind die unteren bilder. mal gucken, ob mir irgendwann noch was anderes für sie einfällt (wir hatten noch ein spiel mit zahlen gemacht gehabt), bisher ist mein repertoire erschöpft. vielleicht aber auch meine neugier, was man so als deutsche englischsprechende mit so kleinen spielen kann.

24.04.12

rolipoli









schon wieder eine schule! diesmal eine nichtmal 1 monat alte privatschule für lower kindergarten bis klasse 2 in katrain. für jedes kind muss man monatlich 600 rs. schulgeld bezahlen, bekommt dafür aber auch engagierte gute lehrerinnen, schöne schulmaterialien und räume sowie sehr guten unterricht. das ist das mindeste, was sich meine gastgeberin als ziel gesetzt hat. sie ist die direktorin und hat eigentlich schwerpunkt geschichte für höhere klassen studiert. aber ein direktorin-posten ist natürlich auch nicht schlecht und jetzt lernt sie nachträglich diese ganzen kleinkindersachen wie rolipoli (unterstes bild). die kinder machen auch eine morgenversammlung, lernen lesen, schreiben, mathe, hindi, englisch, beten, singen, tanzen, spielen, malen - auch schon die 3-4jährigen, die auf den meisten bildern sind. ich sitz manchmal ganz gerne bei denen im klassenraum und guck ihnen zu - witzige charaktere darunter. und zum teil unglaublich eigensinnig. beten tun sie am liebsten mit fingern im mund. und augen auf, die eigentlich geschlossen gehören.

23.04.12

immer wieder..... busfotos ;-)









ich fuhr mal wieder bus. und machte dabei mal wieder fotos. und lade die mal wieder hier in den blog hoch. ich kann nicht anders.

von bir fuhr ich ein kurzes taxistück an den national highway. dort hielt sogar glatt 10 min. später ein bus, der nach manali durchfahren wollte. in den stieg ich ein. er fuhr sehr wild. es gab kurven und in denen flog man ein bisschen auf seinem sitz herum. mir wurde ein bisschen übel. jedenfalls bis mandi, danach war die strecke nicht mehr ganz so wildkurvig. ich dachte an die menschen, die über amritsar, dharamsala und manali nach leh fahren. davon gibt es immer ein paar wenige anfragen. und dass das echt anstrengend ist. sogar, wenn man in einem bequemen auto statt in einem wilden bus sitzt. die kurven sind ja nicht weniger dadurch. aber man hält nicht so oft auf irgendwelchen bushöfen. wo man beim busfahren immer mal kurz verschnaufen kann.

ausgespuckt hat mich der bus bei katrain, einem ort in der mitte zwischen kulu und manali. hier wohne ich bei den eltern und der frau des direktors der schule in zanskar (der direktor selber ist schon in zanskar). mitten zwischen apfelbäumen und mit blick auf schneeberge von meinem bett aus. sehr hübsch. jedenfalls wenn es nicht regnet. was es aber ganz schön oft tut.