30.05.12

gruß aus zanskar

ein gruß aus dem landesteil mit den schneeigen bergspitzen, den kuscheligen menschen und den eifrigen kamerakidz ;-)




wir sind sehr eifrig am fotografieren (die kinder mehr als ich), unterrichten (ich mehr als die kinder), frieren (hauptsächlich ich westliches weichei - aber jetzt könnte die kälteperiode vorbei sein) und hin- und herlaufen und dies und das tun. und ganz manchmal bin ich auch im internet....

19.05.12

ein fahrer aus dem miyar-valley


eine noch größere wiedersehensüberraschung als der kellner aus goa in zanskar 2010/manali 2012 bescherte mir ein fahrer aus dem miyar-tal (um die ecke von keylong). das war der fahrer, der mich nach leh fuhr. und irgendwann hinter sarchu, also nach vielen stunden, dämmerte es mir, dass wir uns schon mal über den weg gelaufen sein könnten bzw. schon mal in einem auto zusammen gesessen haben könnten. nämlich 2006. da fuhr ich mit freundin bärbel, ihrem sohn und ihrem enkel von chandigarh aus mit einem taxi bis nach leh. und suraj war tatsächlich damals unser fahrer. damals im schicken weißen hemd. er hatte damals ganz großes lob von uns bekommen, wie umsichtig er fuhr und was für ein höflichre netter kerl er war. beides stimmte immer noch. nur wirkte er mit dem tuch und der jeans wesentlich jungshafter und ich kam auch einfach nicht auf die idee, dass er es sein könnte. er erinnerte sich zuerst auch nicht. aber als ich ihm erzählte, dass ich sogar seine geschichte behalten hatte, wie er damals als schuljunge noch angefangen hatte, auf einer autorickshaw zu fahren, da hat er sich so gefreut. wir konnten uns gar nicht wieder darüber einkriegen, dass wir uns wieder getroffen hatten. er hat inzwischen eine 2. tochter, seine familie wohnt in manali, beiden kindern finanziert er gute schulen und er ist immer noch angestellt, aber 1. fahrer in der firma, d.h. er kriegt alle aufträge, die er will. und arbeitet immer noch wie ein bekloppter, das war schon damals so.

und ich fahre morgen nach kargil und dann nach zanskar und knipse mit den kindern und dann mal gucken, ob und wie das mit dem blog weitergeht....

18.05.12

das letzte stück

und dann trafen wir doch noch auf andere lebewesen auf der straße. 

bauarbeiter.


ein entgegenkommender.


dann wieder keine.


und welche, die im matsch feststeckten.




die hatten ganz schönes glück, weil es wirklich sehr einsam war und sie es aus eigener kraft nicht geschafft hatten. es war die einzige wirklich üble stelle und das auto einfach nicht geeignet, sich durch so fetten matsch zu kämpfen. die seile waren auch nicht so geeignet zum rausziehen, aber nach einigen fehlversuchen hat es doch geklappt. waren armeeangehörige aus jammu, die einen taxifahrer angeheuert hatten.

und dann kam die tolle moore-ebene, wo im letzten jahr viel asphaltiert wurde und man nur so entlang sauste.






dann noch schnell über den gar nicht so sehr verschneiten höchsten pass auf der strecke, den taglang-la und eine rast in lato
und um 19:30 uhr waren wir in leh. der fahrer hatte von manali 17 stunden gebraucht. ganz schön flott, früher hat das deutlich länger gedauert. aber trotzdem unglaublich, bis zum ende vollste konzentration. und um 2:30 wollte er dann schon wieder wohl leer zurück, um dann erneut mit neuen leuten herzufahren.

17.05.12

zum frühstück nach sarchu

und weiter ging es die straße entlang. immer wenn es ein bisschen wilder wurde, machte die linke gebetsmühle auf dem armaturenbrett sich selbständig und fiel auseinander.



der schnee wurde je höher desto mehr und oben auf dem baralacha-la war es dann ganz weiß, aber sauber geräumt von den schneemaschinen. und wir waren ganz alleine weit und breit. kein anderes fahrzeug zu sehen. auch keine reifenspuren in manchen übergefrorenen pfützen von vorgängern.






in sarchu war der schnee weg und ein paar dhabas hatten schon auf. dem einen lieferten wir einen riesen sack zwiebeln ab und die jungs hatten ein großes frühstück aus maggi-2-minuten-nudeln. der mann auf der straße war vom nachbardhaba und fragte hoffnungsvoll, ob vielleicht noch mehr leute kommen würden.






16.05.12

tourist no. 1

diesmal war ich die erste ;-)

also die erste westlerin, die über den manali-leh-highway in leh in diesem jahr angekommen ist. es war schwierig, den platz von keylong aus zu ergattern, da von dort aus niemand losfährt. es gab wahrscheinlich auch nur 1 auto, welches von manali aus gestartet ist und das hatte zum glück einen platz für mich frei. das hatte mr. sham sher aufgetan. was war ich froh!

die sind also um 2:30 in manali gestartet. mit einem tempo traveller, in welchem 9 nepalis saßen, die kein wort englisch sprachen. und dann haben sie mich um 6:30 eingesammelt. und wir fuhren weiter. zuerst bis darcha, da kehrten wir in einen dhaba ein, um einen tee zu trinken.














und morgen geht der bericht von der spannenden fahrt weiter ;-)

14.05.12

bisschen was aus keylong

morgens kriege ich in meiner unterkunft immer eine tasse kaffee und ein glas heißes wasser, in welchen ich meinen früchteteebeutel eintauche. die haben noch nicht geöffnet und deswegen auch noch keine küche bereit.

danach gehe ich zu meinem frühstück. da kriege ich immer omelette in toast und milchtee. das gefällt den leuten so, dass sie das inzwischen selber manchmal essen. die frau ist immer ganz fleißig dabei, das essen für den tag vorzubereiten, also nudeln für thukpa und chowmein und gemüse kleinschnibbeln etc. und manchmal macht sie eine teepause.





die bauen an einem tunnel zwischen dem kullutal und diesem tal. dann muss man nicht mehr über den gefährlichen rothang-pass und dann ist diese region auch nicht mehr über monate abgeschnitten. jetzt haben sie hier ungefähr 4 monate tourismus. wenn der tunnel fertig ist, d.h. in 3-4 jahren, träumen sie von ganzjährigem tourismus. allerdings weiß der hotelbesitzer noch nicht, wie er das wassertoilettenproblem in den griff kriegen soll. da muss er vielleicht mal in sibirien nachfragen. es wird ja oft locker um -25° kalt. andere phantasierten, dass es hier dann keine felder mehr geben würde, weil man auf die grundstücke lieber hotels etc. bauen würde, mit denen man mehr geld verdient als mit der landwirtschaft. über den tunnel wird ähnlich viel phantasiert wie über die chilling-padum-straße in zanskar.

gestern traf ich einen mann, der mich fragte, wo ich herkomme. oh deutschland! er sei bei der armee gewesen. schießen! das habe er so gerne gemocht! war er auf dem siachen-gletscher? nein, immer woanders stationiert. musste er mal jemanden erschießen? nein, nein, zum glück nicht! aber schießen, das habe ihm so richtig gut gefallen. sie haben so tolle waffen aus deutschland gehabt! sehr gute qualität. jetzt hat er ein hotel. aber nicht zum schlafen, nur zum essen. ich soll gerne mal zum essen vorbeikommen! ja, schießen, das mag er wirklich sehr.

mit den zwei gouvernment-employees (ich denke, das übersetzt man ehesten mit beamter oder staatsangestellter), die ich vor 3 tagen traf, sprach ich ja einiges über deutschland und so. sie wollten wissen, wie oft man denn als beamter irgendwohin versetzt werden würde und wie das so geregelt sei. sie würden hier 2-4 jahre ihren dienst verrichten und dann würden sie woanders hin versetzt werden. der eine hotelbedienstete hier kommt seit 1999 immer für 4-5 monate aus nepal her. ein anderer aus dem kullutal. die gemüsefrau ist auch aus manali. mir wurde nochmal bewusst, was für eine arbeitsmigration in indien herrscht. was für ein gefälle an ausbildungen an verschiedenen orten bzw. mangel an fachkräften an einen und arbeitern an anderen orten. überall sind irgendwelche leute, die von woanders sind.

und morgen fahre ich nach leh! es hat sich ein auto aufgetan, welches einen platz frei hat, den wir schnell ergattert haben. er will durchfahren, startet gegen 3:00 in manali, holt mich vielleicht 7:30/8:00 in keylong ab und theoretisch könnten wir 21:00 in leh sein. ich weiß ja nicht...

13.05.12

kheerganga - ort

der ort hat mich dann vollends verblüfft. statt verrückter saddhus gab es nutella und espresso.

es gab so schöne geschichten. von einem saddhu, der fröhlich durch die gegend gesprungen sei und seine neue erkenntnis herausgesungen habe: "2 chillum, 1 chai". und eine von einer westlerin, der ein saddhu in einem traum erschien, von dem sie unbedingt ein kind gebären müsse. also machte sie sich auf den weg nach kheerganga, wo sie den besagten saddhu antraf. dieser war aber ein sehr heiliger mann und wollte von sex und kinderkriegen nix wissen und wies sie ab. sie blieb hartnäckig. es wurde herbst. sie blieb. es wurde winter. alle gingen, nur der heilige saddhu, nicht, der im eiskalten schnee meditieren wollte. und die westlerin mit dem babywunsch nicht. das imponierte dem saddhu und er dachte, dass vielleicht doch was dran sei. er ließ sich auf ihr begehren ein und wurde vater eines kleinen krishnas. das nahmen ihm seine anhänger übel und verjagten ihn des ortes. er fand aber offensichtlich gefallen am kinderkriegen (oder machen) und blieb mit der frau zusammen und produzierte mindestens noch ein baby.

ich erwartete also mindestens einige verrückte saddhus, absolut simple unterkunft mit massig leuten in dreckigen zugigen räumen und fragte mich, ob ich wohl ein frühstück nach meinem geschmack bekommen würde.

umso größer waren meine augen, als ich durch den ort ging. ich habe keinen einzigen saddhu zu gesicht bekommen, die speisekarten waren reichhaltiger als woanders und es war alles vorrätig davon! der kiosk voll mit luxuswaren, die lokale gemütlich und es gab einen abschließbaren raum zum schlafen (ok, der war schon sehr simpel, aber absolut ausreichend). dieser ort ist nur temporär, d.h. zum november hin wird alles verlassen und im april wieder aufgebaut. und alles per trägern und pferden nach oben geschleppt. dafür war es auch noch richtig billig.

es gab schon auch noch die kifferbaggage, die glückselig lächelnd die tage rauchend herumhing, aber auch noch genügend andere. gläubige inderInnen, die zum tempel gingen und eine unterkunft für sich hatten, wo westlerInnen nicht zugelassen waren.

und es war wirklich hübsch. so landschaftlich. und oberhalb der hütten waren die heißen quellen, für frauen hinter brettern. es stand angeschrieben, dass man nicht zu lange drin verweilen sollte. es war aber zu verführerisch in dem warmen wasser. und hinterher war mir daddelig.











und am nächsten tag gingen wir wieder zurück und trafen einige von den trägern mit frischwaren. im nachhinein denke ich, dass ich das sehr gut alleine hätte gehen können. man trifft unterwegs ziemlich viele leute, denen man sich anschließen könnte. einige nette, einige nervige (beim runtergehen gab es so eine horde halbwüchsiger inder mit lauter hiphopmusik, die fand ich anstrengend), einige sehr seltsame (2 russinnen, die sich 1 handtäschchen teilten und 2 guides dabei hatten, die sich 1 rucksäckchen teilten - und es ist ganz schön kalt abends und nachts). man hat jdenfalls einiges zu gucken. nicht nur berge und landschaft.