30.08.13

pashmina-fabrik

seit, ich glaube, 2005 gibt es eine art fabrik zur verarbeitung von pashmina bevor es gesponnen wird. davor wurde es immer nach kashmir geschafft. jetzt haben sie eine kooperative und inzwischen liefern sämtliche changthang-nomaden ihre wolle zu einem fix-preis dort ab. das sind ca. 30.000 kg im jahr.

wozu die erste maschine gut ist, weiß ich nicht mehr, sie hatte auch gerade mittagspause.


dann wird das material per hand zu drei verschiedenen farbtönen sortiert.

und dann geht es in die waschstraße.


am ende sieht sie schon etwas hübscher aus.

danach wird sie getrocknet und weiter von unschönem material befreit. außerdem macht man noch was mit ihr, so dass ein unglaublich weiches material entsteht.



sowas weiches wie dieses habe ich noch nie angefasst. so schön!



die fabrik läuft nur im sommer, der winter ist zu kalt für die maschinen. aber sie schaffen es, alles durchlaufen zu lassen. sieht ganz schön beeindruckend aus. diese mengen. und der unterschied von anfangs- und endmaterial. kann man besichtigen.

29.08.13

übende tanzmönche

im kloster tserkamo in tingmosgang war ich mit meiner frauenreisegruppe zu besuch. dort sollten am folgetag maskentänze stattfinden, für die einige mönche nochmal übten. es war ein bisschen pieseliges wetter und fein zum zuschauen.

eigentlich wollten wir am nächsten tag mit stopp(s) nach leh zurück - aber dann hatte sich die gruppe geteilt und einige sind für die maskentänze noch etwas geblieben (die allerdings mit elender verspätung anfingen) und ich mit einigen anderen schon los zum wasserkraftwerk in alchi.

ich mag das, wenn ich auch mit reisegruppe im schlepptau so flexibel unterwegs sein kann und auf überraschungen und spontane ereignisse reagieren kann, wie wenn ich alleine wäre. ich möchte das möglichst immer so für meine reisegruppen halten. ich denke, da haben wir alle mehr von.










28.08.13

künstliche gletscher

das ist chewang norphel. 


er wurde 1935 geboren, ging in leh zur schule, in srinagar auf die weiterführende schule ("das waren zeiten damals! da gab es noch keine straße, sondern nur eine dakota, die flog srinagar-leh. die kostete damals 90 rs. das klingt wenig, war aber so viel, dass wir es uns nicht leisten konnten und somit sah ich meine familie jahrelang nicht. zu fuß brauchte man 16 tage....") und dann nach lucknow zum ingenieursstudium.

er arbeitete als bauingenieur bis 1995 zur rente. dann trat er dem leh nutrition projekt bei.

eines winters stand er zwischen den bäumen neben seinem haus und dachte darüber nach, dass das herunterfließende wasser an einigen stellen zu eis geworden war und an anderen noch floss. schatten und langsame fließgeschwindigkeit ließen es schneller gefrieren. er überlegte, ob man das nicht irgendwie nutzen könnte und kam auf die idee eines künstlichen gletschers.

oberhalb eines dorfes zweigt man an einer geeigneten stelle vom schnell fließenden fluss einen kanal ab, der sich über eine fläche möglichst im schatten ergießt, wo es mehrere hindernisse gibt, an denen er sich aufstaut und gefriert. so entsteht eine riesige dicke eisfläche, einem gletscher gleich.

dieses eisfeld schmilzt früher als der weiter oben gelegene richtige gletscher (ab märz, der obige gletscher ab juni) und man hat somit eher wasser zur feldbewässerung, kann früher anbauen, hat längere pflanzreifezeiten und kann pflanzen säen, die auf dem markt bessere preise erzielen (kartoffeln und erbsen statt gerste z.b.). auch hat es positive auswirkungen auf das grundwasser und die allgemeine feuchtigkeit des bodens.

kann man alles im internet nachlesen, wenn man nach chewang norphel und artificial glacier googelt. wirklich interessant!

auch wenn jetzt im august die künstlichen gletscher alle geschmolzen sind, wollte ich gerne einen sehen und war somit sonntag in nang, wo es einen gibt, der nicht so weit oberhalb vom dorf ist (15 gehminuten). war sehr hübsch dort und außer dem schatten konnte ich alles erkennen, was chewang norphel erklärt hatte.

die künstl. gletscher sind in der herstellung nicht ganz billig, aber sie haben gelder auftreiben können und einige gebaut. allerdings müssen die dörfler sich um die instandhaltung kümmern. trotz dass es umsonst ist und offensichtlich nur vorteile bringt, klappt das kaum. sie wollen geld dafür haben. das ist die negative seite der künstlichen gletscher.

und umso bedauerlicher, wenn man mit chewang norphel spricht. er ist so ein unglaublich warmherziger, bescheidener, liebenswürdiger, höflicher, humorvoller herr, ich war ganz freudig in seinem beisammensein.

23.08.13

yamuna und geschichte





ich hatte ganz vergessen, die bilder vom yamuna-fluss von ende juli hochzuladen. wie es dazu kam ist irgendwie komisch. ich war mit der frauengruppe auf sightseeing in einem großen bus. wir wollten in das tibet. viertel, was der führer nicht kannte, aber ich. ich kannte dafür den weg nicht, aber der busfahrer fuhr sehr zuversichtlich drauflos. wir fuhren an einem haus mit gebetsfahnen vorbei, alle im bus riefen "jullay", wir fuhren um einige kurven, kamen wieder an diesem haus vorbei, riefen wieder "jullay" und das wiederholte sich viermal. ich sagte zu dem führer, dass dieses doch nicht das tibet. viertel sei und was der busfahrer tue. er sprach mit dem fahrer, sagte, er wüsste es auch nicht wirklich, aber er wirke sehr selbstsicher.

dann fuhr der bus hinter das haus mit den gebetsfahnen. das war allerdings keine straße, sondern matsch mit yamuna-fluss nebenan. schwupps hatte der bus sich festgefahren. wir waren sehr sehr verwundert. was führte den busfahrer zu dieser sinnlosen aktion? sein helfer wühlte im matsch, die frauen wollten ratschläge geben, die männer sie sich nicht anhören, der führer telefonierte lieber mit seinem handy. er wisse auch nicht, warum der busfahrer so extrem zuversichtlich hier entlang gefahren sei. er sei nicht offen gewesen für kritische nachfragen.

es kamen männer an, die guckten. wir guckten auch. alle schwitzten. die fliegen surrten. der helfer suchte zweige und bretter, der bus heulte auf und irgendwann hatte er sich tatsächlich befreit, fuhr mit uns wieder auf die straße und weiter zu vielen häusern mit gebetsfahnen. das war das tibet. viertel.

22.08.13

chandelao -> jodhpur









nach 3 nächten machte ich mich wieder auf den rückweg und zwar per bus nach jodhpur und dann mit dem nachtzug nach delhi. fotografiert habe ich nur aus dem bus. da habe ich nochmal ziemlich gestaunt, wie grün das in der wüste so werden kann. und gelacht habe ich über einen mann im bus, der sich im emotionalen nationalen überschwang seine daumennägel zum unabhängigkeitstag lackiert hatte. die pfützen waren z.t. auch sehr beeindruckend.

21.08.13

unabhängigkeitstag 2









nach der government-schule ging ich also in die privatschule und erfreute mich weiterer tanzender und singender kinder. am begeistertsten war ich von enthusiastischen jungstruppe. vorne-mitte hatte irgendwas mit dem hotel zu tun und ich traf ihn dort öfters an. ich erzählte ihm immer wieder, was für ein großartiger tänzer er sei, aber er lächelte immer nur stumm zurück. dann war mir zu warm, ich war hungrig, die fliegen fand ich auch anstrengend und ich entfloh wieder in die angenehme hotelanlage. aber gefallen hat mir das alles schon sehr.